Gestern rief der Mountain King zur Audienz und es folgten wieder einmal mehr erschreckend wenige Untertanen. Was muss der gute Jon eigentlich noch unternehmen damit die SAVA-Fans realisieren, dass JOP heute SAVATAGE ist!
Obwohl Jon sich in guter Verfassung zeigte und die Setlist kaum Wünsche offenliess, habe ich gemischte Gefühle von der gestrigen Show in Pratteln. Für mich war die Begleitband den Anforderungen nicht ganz gewachsen und spielte öfters mal nicht tight, im speziellen die beiden Gitarristen spielten öfters nicht ganz synchron. Wobei ich den Hauptübeltäter beim neuen Gitarristen Joseph Diaz sehe, hatte der Mann doch einige übel Schnitzer zu verzeichnen. Beeindruckt war ich von Jerry Outlaw, der bei JOP früher neben Matt LaPorte zwischendurch „nur“ als Rhythmusgitarrist tätig war. Er das Wasser zwar klar nicht an Matt oder Criss Oliva reichen, machte trotzdem einen grossartigen Job.
Der Einstieg mit „Gutter Ballet“ sollte sich Jon für die nächste Tour sehr gut überlegen. Bei den höheren Passagen krächzte Jon kläglich daneben und liess mich Böses ahnen. Zum Glück wurde seine Stimme mit den nächsten Songs ein wenig warm und besser. Entweder platziert er „Gutter Ballet“ in Zukunft weiter Hinten in der Setlist wo seine Stimme bereits ein wenig warm ist oder er brüllt sich seine Stimmbänder vor Showbeginn ein wenig warm!
Herrlich war einmal „Edge of Thorns“ mit Jon zu hören und dann ging es mit einem SAVATAGE-JOP- Dr. Butcher Mix weiter. „Sirens“ und der Dr. Butcher Track „Don’t talkt o me“ kamen geil rüber, bei „Power oft he Night fehlte leider eben die Power. Dieser Song lebt von präzisem Riffing und das wollte den Herren Gestern irgendwie nicht so gelingen. „Tonight he Grins Again“ klang verdammt geil (Jerry spielte göttlich). Bei „Ghost in the Ruins“ kämpfte die Band wieder mit dem Zusammenspiel und der Soloteil der beiden Gitarristen war viel viel zu lange. Es wurde knapp 12 Minuten nur geduddelt, im speziellen die Solo von Joseph waren doch eher belanglos, Jerry spielte ein paar ganz coole Sachen. Von JOP wurden nur zwei Songs gespielt und die waren für mich die schwächsten vom ganzen Abend. „Festival“ klang verdammt drucklos und Jon leistete sich ein paar ziemlich schräge Passagen und „Walk Upon Water“ ist musikalisch einfach belanglos. „Death Rides a Black Horse“ wurde gestern leider nicht gespielt, dieser wäre besser als die beiden anderen gewesen.
Dann ging es mit „24 Hours Ago“ los ins Mountain King Abenteuer. Nun, der Einstieg war leicht enttäuschend, Jon sang ganz stark, aber die Band war irgendwie nicht ganz bereit, spielte teilweise zu unpräzise. So fehlte dem Song jegliche Power. Der Rest war bis und mit „Perlude to Madness“ :rock: wirklich geil. „Beyond the Doors of the Dark“
Als Zugabe wurde „Alone You Breath - Believe“ gespielt. Jon brillierte mit tollem Gesang. Nur Joseph riss gerade im dümmsten Moment beim zweistimmigen Solo am Schluss eine Saite. Offenbar war keine Gitarre mehr einsatzbereit und Joseph verbrachte die letzten paar Minuten ohne Instrument auf der Bühne. Sah so ziemlich seltsam aus.
Es war eine geile Show, ich habe trotzdem ein paar gemischte Gefühle von diesem Abend. Vielleicht habe ich einfach zu viel erwartet. Ich sollte mich eigentlich glücklich schätzen, dass ich nach der Show 2010 mit der desaströsen Stimme von Jon wieder einen Jon Oliva mit starken Stimme auf der Bühne sehen durfte (ausgenommen „Gutter Ballet“ & "Festival").






