Peter Baltes braucht Geld

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leverkusen04
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Peter Baltes braucht Geld

#1

Beitrag von leverkusen04 »

Hallo zusammen,

ich bin etwas "verwirrt" :(

Folgenden Artikel habe ich gelesen (wahrscheinlich der ein oder andere bereits auch).
Spendenaufruf nach Hurricanverwüstung

Nun, wenn ich mich richtig erinnere, haben Peter Baltes und Accept bis Mitte/Ende der 80er. Jahre eine nicht unbeabchtliche Zahl an Platten verkauft, und die Konzerte fanden auch in wesentlich größeren Rahmen statt als heute.
Von daher bin ich etwas irritiert, jetzt einen Spendenaufruf zu starten. Ist die ganze Kohle weg?
Ok, sein "was kümmert mich mein Geschwätz von gestern, Hauptsache Kohle" Kumpel Udo :motz: arbeitet wohl nebenher, um über die Runden zu kommen.
Accept waren natürlich nie so groß wie Metallica, AC/DC oder Maiden. Aber das es finanziell soooo ausschaut hätte ich nicht gedacht.
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Kellerkind
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#2

Beitrag von Kellerkind »

Äh,

soweit ich mich erinnere hat Peter Baldes auch bei der Accept Reunion den Bass gezupft - bis vor ein oder zwei Jahren, als er sich mit Herrn Hoffmann verkrachte, da er kompositorisch nicht mehr mit einbezogen wurde - und hab dann irgendwo gelesen, daß er zu U.D.O. gestoßen ist.

Viel Geld wird in dem Busineß wohl nicht mehr verdient.

Den link von dir habe ich noch nicht gelesen - das mach ich jetzt gleich- wollte nur das vorab loswerden.

Ich durfte Peter Baldes zu Metal Heart Zeiten samt Udo Dirkschneider persönlich kennenlernen und fand den auch menschlich total klasse.
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leverkusen04
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Peter Baltes braucht Geld

#3

Beitrag von leverkusen04 »

NAtürlich ist er menschlich wirklich toll. Ich habe ihn bei der Reunion tour in Bad Arolsen backstage treffen dürfen.
Er war total natürlich, überhaupt nicht abgehoben und sehr lustig.

Unvergessen: Während des Gigs hat er sich mit der Security ausgetauscht, damit diese 2 Krawallbrüder aus der Halle werfen.

Es ging mir auch nicht um seine Person, sondern darüber, dass ich annahm, dass er über eine gewisse Reserve verfügen müsste..
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rocknrolf
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#4

Beitrag von rocknrolf »

Auch wenn Peter Baltes ein netter Kerl ist finde ich es doch (vorsichtig formuliert) etwas makaber, als "Rock Star" ein paar Tage nach einer Katastrophe direkt eine Spendenkampagne zu starten. Haben er oder seine Frau keine Rücklagen? Wenn er unterversichert ist, ist es an sich sein Problem. Vielmehr habe ich das Gefühl, dass er auf naive Fans hofft, die da sein Missmanagement ausgleichen sollen.
Scheinbar ist es heute leider immer mehr in Mode, nach Problem direkt eine Spendenkampagne in die Wege zu leiten, anstatt selbst nach Lösungen zu suchen.
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Kellerkind
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#5

Beitrag von Kellerkind »

Sodele,

ich hab den Artikel gelesen, hm - dem hats ja dort schon mehrfach die Hütte geplättet, da frage ich mich, warum muß man denn in derarte Gebiete ziehen und leben? Der ehemalige Nachrichtensprecher von RTL - komme gerade nicht auf den Namen- der bis vor einigen Wochen 37 Jahre lang die Nachrichten machte - ist ja auch dorthin gezogen.

Man kann sein Glück auch herausfordern!

Übrigens, weil du den Udo erwähnt hast - vor einigen Jahren war doch hierzulande die Katastrophe im Ahrtal - da hats bei dem sein Sohn auch alles weggespült (Tonstudio und Haus) - und wurde auch eine Spendenaktion gestartet. MIttlerweile spielt der wohl in der Band bei Udo und betreibt die Schießbude.

Ich bin mit ein paar "Rocklegenden" aus Deutschland befreundet - und was ich so hörte - ist das kein Geschäft, wo man heute mit reich werden kann.

Und da bewegen wir uns in den Top Ten Gefilden in den Charts, ähnlich wie mit Accept und UDO.

Selbst Peter Maffay klagte schon mehrmals, daß man in dem Busineß kaum noch was verdient seit dem Streaming.

Was man auch nicht vergessen darf - weil ich gerad gestern wieder hörte - fünfte Frau bei Maffay -
da´ß diese ganzen Musikerkarrieren und Leben auf der Straße alles andere als beziehungsfördernd sind und da Ehen reihenweise zu Bruch gehen - und das geht dann richtig ins Geld.

Maiden sind da ja wohl auch teilweise von betroffen - sowohl Bruce als auch Steve sind ja mehrfach verheiratet - und Steve hat obendrein richtig viel Kinder, das letzte was ich las waren 11!

Und auf Tour scheint man auch nicht mehr so abzusahnen wie früher mal - ich las gerade dieser Tage auf der Primal Fear Webseite, daß die Fans Verständniß haben sollen - daß man zwar so viele Konzerte wie möglich geben will - aber nicht mehr auftritt, wo man noch dafür bezahlen muß und drauflegt, weil man sich das nicht leisten kann.

Daß selbst sehr bekannte Musiker noch andere Jobs haben heute - um leben zu können- wie du bei Udo schilderst - ist keine Seltenheit.
Hab gerade letztens erst im Netz gelesen, daß beispielsweise Alex Beyrodt - unter anderem war der bei Primal Fear, Rock meets Classic, Voodoos Circle, Silent Force , Sinner und mehr - noch als Immobilienmakler arbeitet - und in einer TV Doku in der Mediathek sah ich , daß er auch noch Gitarreneffektgeräte aus dem Retro bereich vertreibt.

Ralf Scheepers von Primal Fear hat sogar eine eigene Webseite .- wo er Gesangscoaching anbietet - unter anderem hat das vor Jahren ein Freund von mir in Anspruch genommen, der mehrere Bandprojekte betreibt - darunter eine Judas Priest Coverband - obwohl er selber Musik studiert und klassische Gesangsausbildung hat.

Biff, der Saxon Sänger war ja auch mal Immobilienmakler nebenher. (oder isses noch?)

Bruce Dickinson nehme ich auch nich ab, daß er nur wegen dem Spaß an der Freude Bier kreiert und als Pilot rumgurkt. (zumal ja auch Scheidungen hinter sich und Mega Kosten für die Gesundheit) - an Paul Di Anno haben wir ja auch gesehen, wie die Krankheit seinen Geldbeutel leer fraß, obwohl er schuftete wie bekloppt.

Denke mal an den superberühmten Schauspieler Heinz Hoenig - für den war auch eine Spendenaktion nötig - wegen den Krankenhauskosten.

Und Geld ist wie Wasser, das rinnt einen zwischen die Finger durch, wenn man nicht irres Glück und diesbezüglich kompetente Leuts um sich hat.

Schau dir Nicolas Cage an, der da voll Pech mit seinem Manager hatte und alles verloren hat und dann jede Rolle nahm, die er nur kriegen konnte.

Selbst Dio war in den 80ern mal total pleite, wie ich damals im metal Hammer las und mußte eine US Tour abbrechen.

Abgesehen davon, ich kriege die Geschichte nicht mehr ganz zusammen, aber das ging damals durch die Presse - als Accept sich von Udo trennten und einen amerikanischen Sänger hatten, mir ist gerade der Name entfallen - waren die in USA auf Tour und brannte auch der ganze Club ab samt Equipment, ich meine damals gabs auch ne Spendenaktion - damit die wieder heimkommen können - da hätte man auch gemeint, die müssen Millionäre sein. Von wegen . Verdienen tun da wohl die Plattenfirmen und Veranstalter .

Accept waren in den 80ern hier weit mehr angesagt als Maiden!
Maiden füllten in Deutschland 1983 mit Michael Schenker als Vorgruppe die Ebert Halle in Ludwigshafen allenfalls zur Hälfte, als ich dort war, während die Halle bei Accept wenig später bald auseinandergebrochen ist. Ich meine Exodus hatten die im Vorprogramm. Die zogen in der Halle sogar mehr Leute als Dio mit Keel im Vorprogramm.

Bei Maiden vermute ich (wissen tu ich es nicht) daß zumindest der Steve Harris geschickt investete und mit Immobilien riesige Wertzuwächse verzeichnen konnte.

Ansonsten sind Maiden schon immer sehr geschickt in Merchandising gewesen und waren Vorreiter der Branche.

Auch dank Eddie!!!!

Ich bin 82 mit voller Maidenkluft und Maiden Nietenarmbändern rumgelaufen, war ein lebendes Werbeschild:)

Ich hoffe, der Peter Baldes kommt finanziell wieder auf die Hufe - und noch mehr hoffe ich, daß er wo hinzieht, wo es weniger gefährlich ist.
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#6

Beitrag von Quebec-weekend-warrior89 »

Ich verstehe den Reiz an Florida auch überhaupt nicht: Naturkatastrophen, Serienmörder, Alligatoren, sengende Hitze, massive Bevölkerung - da möchte ich wirklich nicht wohnen. Wenn eine Immobilie zerstört wird, dann sitzt man oft plötzlich auf Schäden in Millionenhöhe. Ich kann daher verstehen, dass da auch ein bekannter Musiker um Hilfe bittet. Allerdings würde ich solche Projekte niemals unterstützen, da ich mit mit meinem Gehalt mein eignes Leben finanzieren und möglichen zukünftigen Engpässen vorbeugen muss. Ich würde also jedem Fan raten sich ganz genau zu überlegen, ob solche Kampagnen wirklich unterstützt werden sollten.
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#7

Beitrag von chemicalwedding »

rocknrolf hat geschrieben:
24. Okt 2024 16:07
Wenn er unterversichert ist, ist es an sich sein Problem.
da liegt wahrscheinlich genau das Problem. Versicherungen sind in der USA irgendwie verpönnt, und weil wenig verbreitet vermutlich horend teuer. Das bekannteste Beispiel dafür ist die Krankenversicherung. Ein Grossteil der Amis sieht darin ja nichts positives, und meinen spöttisch das sei etwas unnötiges der "kommunistischen Europäer". Man spart sich also diese Kohle, gibt es für andere DInge aus, dann macht man die hohle Hand wenn etwas passiert. Schlussendlich selbstschuld! Selbst bei Todesfällen wird gerade in US-Musikerkreisen sofort eine Spendekampagne eröffnet.
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#8

Beitrag von chemicalwedding »

Kellerkind hat geschrieben:
24. Okt 2024 16:12
Und da bewegen wir uns in den Top Ten Gefilden in den Charts, ähnlich wie mit Accept und UDO.
nur bedeuten Top-10 Platzierungen heute fast nichts mehr, heute schafft es ja fast jede Schüler-Band für eine Woche in die Charts.
1990 bedeutete eine Top-10 Platzierung in der Schweiz mehrere 10'000 Stück in einer Woche verkauft, heute kommen Bands teils mit paar wenig 1000 in die Top-10

mit so tiefen Stückzahlen wird man logischerweise nicht mehr reich. Ausser man heisst Maiden oder Metallica. Die verkaufen auch viel weniger als vor 30 - 40 Jahren, aber immer noch mehr als genug.

Also Bands wie UDO oder Accept verdienen kaum riesige Vermögen mehr. Der Herr Baltes hat in den 80zigern mit Accept aber sicher ganz toll verdient. Irgendwie sollte da doch noch etwas davion existieren.
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Kellerkind
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#9

Beitrag von Kellerkind »

chemicalwedding hat geschrieben:
24. Okt 2024 20:04
nur bedeuten Top-10 Platzierungen heute fast nichts mehr, heute schafft es ja fast jede Schüler-Band für eine Woche in die Charts.
1990 bedeutete eine Top-10 Platzierung in der Schweiz mehrere 10'000 Stück in einer Woche verkauft, heute kommen Bands teils mit paar wenig 1000 in die Top-10

mit so tiefen Stückzahlen wird man logischerweise nicht mehr reich. Ausser man heisst Maiden oder Metallica. Die verkaufen auch viel weniger als vor 30 - 40 Jahren, aber immer noch mehr als genug.

Also Bands wie UDO oder Accept verdienen kaum riesige Vermögen mehr. Der Herr Baltes hat in den 80zigern mit Accept aber sicher ganz toll verdient. Irgendwie sollte da doch noch etwas davion existieren.
Na ja,

Senjutsu hat sich laut Wiki 327.000 Mal bis heute verkauft
https://de.wikipedia.org/wiki/Iron_Maiden
davon sollen dann 6 Leute leben seit etlichen Jahren - das reicht vorne und hinten nicht.

Ich schätze den Anteil für die Band als Mega Act bei um diel 2 Euro pro Tonträger.

Das ist schon sehr hoch - normal liegt das wohl so um die 50 cent, was mir erzählt wurde.

327 : 6 Leute : 3 Jahre seit Erscheinen gibt dann noch pro Jahr pro Member bei 2 Euro pro Verkaufseinheit (hoch geschätzt) - gut 36.000 Euro pro Mann pro Jahr -
das dann versteuern und dann die ganzen Kosten bei der Produktion/Werbung/Marketing/Webseite und vom Studio runterziehen- und die beschäftigten Angestellten runterrechnen usw,

wegen dem Geld sind Maiden wahrscheins wohl eher nicht mehr dabei, sondern wegen dem Spaß an der Sache .

Zum Glück kriegen die bestimmt immer noch Kohle aus den Verkäufen der alten Geschichten und können bestimmt auch auf Tour und mit Merchandising verdienen - aber man darf nie den Apparat und Wasserkopf dahinter vergessen - da hängen zahllose Beteiligte mit an der Kühlschranktür.

Maiden waren und sind fleißige Arbeitsbienen und nur so überlebt man in dem Busineß und kann sich beständig ernähren.

Die meisten Leute jedoch werden vom Erfolg überrannt - sei es Schauspieler/Musiker / Schriftsteller - und ändern dann den Lebensstil und können nicht mehr zurück oder kriegen kreativ nix mehr raus und es braucht sich auf.

Ist einfach so - daß es nicht so einfach ist, wie man es gerne hätte:)

Juute Nacht ihr Lieben!
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#10

Beitrag von Fayelander »

Interessant. Hätte nie gedacht dass der Gewinn so gering ist! Da wird ja letztendlich am Merch mehr verdient als mit der Musik selbst!?
Weiß jemand wieviel in etwa an einer Tour hängen bleibt?

Wie kommt eine Taylor Swift an ihre 1,6 Milliarden Dollar in verhältnismäßig kurzer Zeit? Vermutlich leben die „Stars“ im Höhenflug und verprassen mehr als sie einnehmen!
Ich hatte das Thema bezüglich Kindheit und Jugend der Künstler schon mal angesprochen. Kann mir durchaus vorstellen dass wenn man aus schlechten Verhältnissen kommt, nie viel besessen hat, mit dem plötzlichen Ruhm und Geld nicht klar kommt!
Chewie
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#11

Beitrag von Chewie »

Kellerkind hat geschrieben:
24. Okt 2024 16:12


Denke mal an den superberühmten Schauspieler Heinz Hoenig - für den war auch eine Spendenaktion nötig - wegen den Krankenhauskosten.

Und Geld ist wie Wasser, das rinnt einen zwischen die Finger durch, wenn man nicht irres Glück und diesbezüglich kompetente Leuts um sich hat.

na ja superberühmt, ich weiß nicht...

Es ist ja bekannt, dass der Heinz Hönig nie eine Krankenversicherung abgeschlossen hat um das Geld zu sparen.

Irres Glück würde ich es nicht nennen, sondern einfach auch mal gesunden Menschenverstand und eine vernünftige Lebensweise damit einem nicht die ganze Kohle flöten geht.

ich sehe das sehr ähnlich wie Rock´n Rolf
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Kellerkind
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#12

Beitrag von Kellerkind »

Morjen Chewie und Freunde,

ich möchte euch auf keinen Fall aufschwatzen die "Dummheit" - ich nenne es "Fehler" von Stars zu unterstützen -
ich wollte nur mal was zur Sache beitragen, da ich selbst mal versuchte in der Branche Fuß zu fassen und es dann sein ließ, da ich trotz stärkster Bemühungen keinen Weg sah da unterm Strich auch nur einen Cent zu verdienen - und nachdem ich da zehntausende investierte - ließ ich die Finger davon.

Bands wie Iron Maiden haben alles riskiert und mit Krediten aufgebaut - lange Jahre, bis da mal Geld reinkam und waren lange Jahre im Hauptberuf weiter tätig neben der Musik.

Eure Frage mit Taylor Swift (ich kenn den gar nicht) kann ich euch auch nicht beanworten, ich weiß nicht ob der oder die? (Mann oder Frau?) 1,6 Mrd. schwer ist.

In den frühen 80ern lernte ich eine Band kennen aus meiner Umgebung, die waren wirklich genausogut, wie Iron Maiden - was haben die sich den Hintern aufgerissen, in meinem Umkreis waren die megabekannt und füllten jede Konzerthalle, wie damals Maiden vor ihrer ersten Platte - jedes Wochenende hatten die Gigs und probten jede Woche mehrmals bis zum Umkippen - die Band hieß Tush. Ich war sehr gut befreundet mit denen.

Die kamen nie raus, weil sie keine seriösen Angebote bekamen. Den ihre Demobänder hatten eine saugute Qualität - und die Musiker hatte jeder einzelne 3 Mal mehr drauf, wie ich und alle meine Kumpels.

Naütürlich haben die auch erstmal voll investiert und sich ne eigene PA und Lightshow angeschafft und gemeinsam für damalige Verhältnisse riesige Kredite - aufgenommen, an denen man jahrelang abzahlen mußte und das Hauptberufsleben weiter geführt.

Auf den verkauften Auftritten kam nicht viel bei rum - freies Essen und Trinken und ein paar hunderter........ das war einfach so.

Anfangs der 80er war Metal nicht gerade der Burner im Wormser Umkreis.

Wie gesagt, selbst Iron Maiden hatte mittelgroße Hallen nur halbvoll gefüllt.
1983 kostete meine Eintrittskarte für Maiden mit Vorgruppe Michael Schenker um 20 DM! (also 10 Euro)

Laß da mal 2000 Leute gekommen sein.

Erst 10 Jahre später bekamen Tush einen Plattenvertrag , bei Mausoleum- und brachten dann eine einzige Scheibe raus, als ich die kaufte war ich schwer schockiert-
die Musik war nicht wieder zu erkennen, von ihren bekannten Liedern war nur ein Track drauf und der Sound war unerträglich nur ein einziger Hallmatsch wie in der Badewanne - kein einziges ihrer vielen Demos war ansatzweise so schlecht.

Ich glaube auf youtube gibts das Album heute noch zu hören: Waiting for the storm hieß das glaube ich von Tush, ich müßte nachsehen.
Live gibt es leider nur qualitativ sehr schlechte 80er Videos, die waren echt Knaller:


Hier von dem 92er Debütalbum:


Jedes deren Demos war 10 Mal besser - eines produzierte sogar in Frankfurt ein Tondruide - ich meine der war selber bei Craaft - und beackerte sonst Größen wie die Scorpions. Lange ist her - und dann kam dieser Mausoleumkram, was jahrzehntelange Arbeit wohl versickern ließ - vor allen Dingen das hochwertige Songmaterial wie Life is like a rising sun.

Übrigens der Sänger Hans Walter Gemroth oder Germroth war live einer der besten und fähigsten 3 Sänger, die ich jemals zu hören kriegte, ich würde gerne wissen, ob der noch lebt und ihn wieder treffen, ich hab ihn seit den späten 80ern aus den Augen verloren.

Viele Jahre später um 2007 nahm ich Kontakt mit dem Gitarristen Gerold Hirschler auf, die Band gabs schon lange nicht mehr, da kein Erfolg - weil er der beste Gitarrist war, den ich im Leben kennenlernte und er mir noch einiges beibringen oder bei meinem Projekt, daß ich gerade mit Mat Sinner am Laufen hatte - helfen und mitspielen sollte. Er gab mir einige Ratschläge- die sehr gut waren - brachte mir ein paar Sachen bei, die ich noch nicht wußte -
aber wollte nicht mehr aktiv spielen oder sich reinhängen - da bekam ich zu erfahren, daß die damals von einem Schlagerproduzenten den Sound auf dem floppenden Debüt gemacht bekommen haben, der keinen Plan gehabt haben soll.

Die haben jahrzehnte investiert und geschuftet - waren weltklasse - und nix außer verlorenes Geld .

Auch so geht es in dem Busineß.

Euer Verdacht, daß in erster Linie über Merchandising verdient wird, ist richtig, das erzählt mir eigentlich jeder, den ich in der Branche kennenlernte, ich meine der Sänger von Crematory (eine Band bei mir um die Ecke, auch sehr bekannt im metalbereich) hatte oder hat in Mannheim sogar einen Merchandise Shop - der Sänger meiner Band erzählte mir das früher und war da öfter, der Schlagzeuger hat ein sehr renommiertes und alt eingesessenes Versicherungsbüro im Wormser Raum.

Die Jungens sind ja nun auch schon über 30, wenn nicht 40 Jahre aktiv.

Vor Jahren las ich mal in der Wormser Zeitung, daß sie die Gelegenheit gehabt haben, Opener für Metallica zu machen und es ablehnten und wurden gefragt warum, die Antwort war, daß sie das sich schlichtweg nicht hätten leisten können, ich meine da war von 50.000 Euro die Rede.
Ja, viele Bands müssen heute zahlen - um auftreten zu dürfen- kein Wunder - es gab nie so viele Bands wie heute.

Andere hervorragende Acts wie Van den Plas (das sind echte Könner, Hut ab!) treten teilweise in Kneipen auf, wie mir mein Sänger erzählte, der wohl Konzerte mit einigen Dutzend Besuchern erlebte von denen.

Wenn man nicht alt eingesessen ist und von früher Kohle beiseite schaffen und gut anlegen konnte, halte ich es fast für ausgeschlossen, in der Branche so viel zu verdienen - daß man alleine davon gut leben könnte.

Und was Tourneen anbelangt, da haben selbst die ganz Großen schon schwer Federn lassen müssen oder gar abbrechen- wie Dio in den 80ern in USA.

Oder auch Accept, wenn stimmt, was ich damals in der Presse gelesen hab- nach Udos Ausstieg.

Derzeit bin ich befreundet mit einem studierten Musiker, der im Hauptberufsleben eine Optikerkette betreibt, um seine Musik zu finanzieren - aber auch hier war mit der eigenen Band und Kompositionen Rosen nach einem Album Schluß - ich hab das Album und finde es klasse -

während die Coverband Judas Priester (er ist der Sänger und kann sich wohl wirklich mit Halford messen) von ihm jedes Jahr auf Tournee ging und auch im Hammersmitth Odeon spielen, wo Maiden ihre Königstaufe mit Dickinson hatten.

Zuletzt hörte ich, er habe auch hingeschmissen - weil nix bei rumkommt.

Ich kann mir aber nicht vorstellen, daß er es lange ohne zu touren aushält:)

Ach was könnte ich euch erzählen - von außen stehend und ohne genaue Hintergründe, weiß man immer alles besser und die Presse erzählt viel, wenn der Tag lang ist und muß Sensationen verkaufen.

Und Fehler machen wir alle - wenn wir zurück blicken.

Und nein, ich werde kein Geld schicken im Fall des Threades, auch wenn ich ein Fan bin, weil daß man so stur sein kann dahin zu ziehen und die Hütte nach der dritten Katastrophe wieder aufbauen will und das von anderen bezahlt haben möchte - kann ich nicht nachvollziehen - und hätte ich kein gutes Gewissen bei. Würde er Geld für die Rücksiedlung nach BRD sammeln - und was draus gelernt haben, würde ich sofort spenden, denn Fehler machen wir alle.

Unterschied ist , ob ich draus lernen möchte oder immer wieder dieselben machen will.

Verdammen und verurteilen tue ich es auch nicht, ich trinke Alkohol, auch wenn ich weiß, daß es schädlich ist.

Wenigstend das Rauchen hab ich 2002 besiegt:)

Schönen Tag euch allen!
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#13

Beitrag von leverkusen04 »

Bezgl. der Aussage, dass Accept in den 80érn hierzulande mehr angesagt gewesen sein sollen, als Maiden:

Meine Erfahrungen: Maiden 83 in der Philipshalle Düsseldorf - nicht ausverkauft
Maiden 84 in der Sporthalle Köln - längst nicht ausverkauft
Maiden 86 in der Grugahalle Essen - ausverkauft oder verdammt nah dran.

Accept 85 in der Philippshalle Düsseldorf - ausverkauft oder verdammt nah dran
Accept 86 in der Sporthalle Köln - halb leer.
Danach war auch Schicht im Schacht!

Was mir aber keiner erzählen kann: Wie wenig man mit Live Auftritten verdienen soll.
Das sind alles selbstständige Unternehmer. Wenn sie mit Ihrem Business Minus machen, können sie diesen Verlustvortrag in das nächste Jahr mitnehmen.
Und Steuern werden eh erst nach Abzug aller Kosten bezahlt. Von daher werden zumindest Maiden mit ihren jetzigen Touren mit "einigen goldsäcken" nach hause gehen - wenn nicht, gehört der Manager gefeuert!

Also, dass Maiden das nur noch zum Spaß machen ist naiv gedacht. Das ist ein knallhart kalkulierendes Unternehmen, welches langsam dem Ende entgegensieht.
Was mir noch einfällt: Ich hatte vor knapp 10 Jahren ein interessantes Gespräch mit dem Eigentümer einer kleinen Konzerthalle (Fassungsvermögen ca. 2.000).
Er erzählte mir, dass er versucht hatte Airbourne für einen Gig während deren Tour zu bekommen - keine Chance. Deren Forderung war extrem. Wenn die wonders soviel bekämen, dann wären das tolle Einnahmen (für eine relativ kleine Band).

Aber es ist schon klar, dass 99,999 % aller Bands, von ihrer Musik nicht leben können.
Mille von Kreator, so habe ich mal gehört, verdient wohl etwas mehr als ein Durchschnittsverdiener in Deutschland - so pralle ist das nicht! Und das wohl auch erst seit ein paar Jahren!
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#14

Beitrag von rocknrolf »

Und man muss auch berücksichtigen, dass am meisten die Autoren der Songs verdienen. Hier gibt es ja GEMA oder sicherlich auch andere Lizenzverwalter in verschiedenen Ländern. Bei Maiden ist das klar Steve, dann folgen Adrian und Bruce. Bei Accept wurde doch die meisten Songs von Wolf und seiner Frau geschrieben.

Ich kann mich erinnern in der Maiden Bio gelesen zu haben, dass Adrian 1983 oder 1984 schon so viel Geld hatte, das Rod empfohlen hat es zu investieren. So hat er seinen Eltern ein Haus gekauft. Wenn Adrian da schon so viel Geld hatte, dann hatte Steve sicherlich noch mehr. Nicko und Dave haben sicherlich einen Anteil erhalten, der sie auch sicherlich zum Ende der 80er ebenfalls zu Millionären gemacht hat.

Die meisten Rockstars wurden aber sicherlich schlecht beraten oder waren naiv, dachten es geht immer so weiter mit dem Erfolg und haben sich wenig Gedanken gemacht.

Stefan Kaufmann, der ja auch lange bei Accept und UDO war und eher kaum durch Kompositionen auffiel, hatte dennoch genug Geld um in der Nähe von Pulheim ein Haus zu kaufen und in einem alten Bauernhof ein Tonstudio zu bauen, wo er auch andere Bands produziert hat, z.B. Majesty. Udo hatte Anfang der 90er Jahre in Pulheim einen CD- und Plattenladen, den er aber gegen die Wand fuhr.

Mir geht es eher mit meinem oberen Posting darum zu kritisieren, dass mittlerweile für eigene Verfehlungen eine Spendenaktion eröffnet wird, vor allem von vermeintlichen Stars. Gut er kann nichts für den Hurricane, aber das Risiko wird ihm bewusst sein. Und wenn er keine Versicherung hat oder keine Rücklagen, dann sollen diese Mittel nun die Spender aufbringen?
Und das diese Aktion wenige Tage nach dem Unglück erstellt wird, macht es auch nicht glaubwürdig. Vielleicht wurde Peter auch gehackt oder es beruht nicht auf seinem Mist, halte ich aber eher für unwahrscheinlich. Und er benutzt ganz klar seinen Namen und seine Fanbase, ansonsten hätte ja auch seine Frau die Aktion starten können.
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#15

Beitrag von chemicalwedding »

Kellerkind hat geschrieben:
24. Okt 2024 23:04
Senjutsu hat sich laut Wiki 327.000 Mal bis heute verkauft
https://de.wikipedia.org/wiki/Iron_Maiden
diese Zahl kann ich nicht glauben, auch die Verkaufzahlen der anderen Alben nicht. Diese sind viel zu tief. Maiden sollen angeblich 130 Mio Alben verkauft haben, weltweit. Wenn ich die Zahlen von Wiki.de zusammenzähle komme ich grad mal auf 13 Mio (nur knapp daneben, ist ja nur eine Komastelle ;) )

das sind vermutlich die Verkaufzahlen nur in Deutschland, nehm ich mal an. Vielleicht im deutschsprachigen Raum mit Österreich nund Schweiz zusammen.

Maiden verdienen sicher noch ganz gut mit Alben. Mit den Touren und Merch noch viel mehr. Der Anteil hat gewechselt. Früher verdiente eine Band vermutlich 2/3 durch Albumverkäufe und 1/3 mit Merch/Konzerte, heute ist es eher umgekehrt.
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