chemicalwedding hat geschrieben: ↑27. Sep 2024 20:55
ist mir neu, obwohl ich das Buch gelesen habe
die Schnauze voll hatte er erst gegen Ende der Tour 1985
echt? das wird spätestens seit 1987 (12 Wasted Years Video) immer so erzählt und habe die Story noch nie anders gehört
ich denke du hast da etwas missverstanden. Wenn ihm Maiden so egal gewesen wäre, hätte er die stressigen Tourneen in den 80zigern kaum durchgehalten, und wäre nicht super enttäuscht gewesen, als die Band seine Akustiknummern 1986 abgelehnt hat

echt, interessiert mich absolut nicht
für Scheidungen und Affären kauft man besser die Neue Revue, Glücks Post oder was es da alles so für journalistischen Müll am Kiosk gibt

sehe ich auch so
Guten Morgen und vielen lieben Dank deines ganzen Inputs!
Ich kriege so Einzelzitate leider noch nicht gebacken - daher nehme ich mal auf den Text in Gänze Bezug.
Es ist richtig, daß die Story, wie Bruce zu Maiden kam, seit den Ende der 80er mehr oder weniger so erzählt wird.
In früheren Interwiews in diversen Zeitschriften und ich meine auch in einem englischsprachigen Buch über Maiden - hieß damals glaube ich auch schon Run to the hills -
wurde es anders erzählt.
Da hieß es, daß Steve ein Riesenfan von Samson war, Bruce aber von Maiden noch nie was gehört hat.
Nach einem Samson Konzert suchte Steve den Bruce an einer Bar auf und sie kamen ins Gespräch. Zu der Zeit wäre, soweit ich mich erinnere Di Anno schon gefeuert gewesen, lange ists her.
Leider habe ich die Zeitschriften heute alle nicht mehr, ich sammelte früher jeden Schnipsel von Iron Maiden und tapezierte meine Zimmer und den Bandproberaum restlos damit zu - was sich änderte, als ich 89 meine Frau kennenlernte, die das nicht wollte, und mit Metal nix am Hut hatte.
OK, ob Bruce jetzt 1985 oder 84 die Schnauze voll hatte - ändert an dem Faktum nichts, daß es nach der World Slavery Tour war - und hätte ich so oder so nicht verkraftet, da wäre mein Weltbild in sich zusammengefallen - mein ganzes Universum drehte sich um Maiden:)
Hatte auch einige Freunde, die so drauf waren, als wir nach dem Konzert in Heidelberg in Oktober 84 die Jungens treffen durfen fiel mein damals bester Freund Norbert (ein Schrank von einem Mann) zitternd vor Bruce auf die Kniee und stammelte nur noch: Bruce you are god!
Bruce brauchte einige Zeit um ihn zu beruhigen, Norbi stand kurz vor der Ohnmacht und war selber Sänger in meiner Band.
Ein anderer verfolgte Adrian mit seinen 2 Freundinnen ans Taxi und rief solange: Maiden is religion !
bis Adrian sich lachend bereit erklärte doch Autogramme zu geben und sein Techtelmechtel mit den Damen zu unterbrechen.
Für mich waren Maiden der Beweis, daß man mit der Musik und Arbeit alles erreichen kann und so eine Art Gerechtigkeitsnachweis, daß man von ganz unten kommen und nach oben kommen kann - da ich ganz unten war - machte mir das ungeheuer Mut.
Damals war Heavy Metal in Deutschland noch sehr unbeliebt und man galt als Außenseiter, wenn man so was hörte, beispielsweise war die Halle in Heidelberg damals höchstens halb ausverkauft, während die Jungens im Ausland Stadien füllten.
Ich schätze, damals waren 2000 Leute zugegen.
1983 auf der World Piece Tour in Ludwigshafen sah es nicht anders aus. Zumal damals viele Leute sogar nur wegen der Vorgruppe kamen und danach gingen- das war die Michael Schenker Group.
Das erste Mal eine volle Konzerthalle bei Metal - ebenfalls Ludwigshafen - erlebte ich erst Jahre später auf Accepts Metal Heart Tour, wo ich damals half den Fanclub zu schmeißen.
Nächste Geschichte - ich meinte nicht, daß Bruce Maiden egal war- wenn ich das Buch so lese- nein, sondern daß er es nur als Job sah -
und er manche Dinge nicht ernst nahm und riskierte nicht auf dem Konzert erscheinen zu können und dann in letzter Minute durch glückliche Zufälle eintrudelte.
Ich an seiner Stelle hätte nie erwägt Maiden zu verlassen und meine Energie auf andere Dinge zu konzentrieren.
Was wäre erst aus Maiden geworden, wenn Bruce seine ganze Kreativität da reingehängt hätte?
Natürlich fand ich es bewundernswert , wie er sich 1982 trotz Ausfallerscheinungen und schwersten Schmerzen mit Bandscheibenvorfall der HWS durch die Tournee kämpfte oder Jahre später nach schweren Sturz vom Schlagzeugpodest runter mit geschundenen Knochen durch die Shows kämpfte, sowie auch mit schweren Durchfällen in mexiko mit Eimer hinter der Bühne usw.
Letzteres fand ja in der großen Maiden Flight 666 Doku schon mal Erwähnung.
Wenn ich das Buch lese, war Maiden für Bruce nur eine von vielen Sachen - und wenn ich die Seiten zähle wo er über Maiden berichtet und die Tiefe der Berichte- so erscheint es eher wie eine Nebensache.
Dafür massenweise Ausfürhungen über Flugzeuge, Technik, Kindheit und Verwandte und Bekannte usw.
die Teilnahme am musikalischen Großprojekt mit Tribuzy, daß auf der Bühne durch brasilien führte und wo er unter anderem mit meinem Freund Mat Sinner abrockte, findet nicht mal Erwähnung!
Dafür erfährt man wen er wann wie am Flugzeug ausbildete oder Management Seminare hielt oder in Kleinstradiosendern moderierte oder Biere abschmeckte.
Das sagt für mich viel aus über den Stellenwert der Musik .
Aber gibt für mich einen Schuh mit seiner Erklärung, daß ihn interessiert, wer man ist, und nicht, was man macht.
Ich sehe das alles nicht negativ, es erschüttert nur mein Weltbild über ihn.
Letztlich waren er , David und Steve und etwas später Mat Sinner, die großen Helden und Vorbilder in meinem Leben, mit letzterem darf ich dem Herrn sei Dank enger befreundet sein und Kontakt haben. Bruce Dave und Steve durfte ich leider nie näher kennenlernen - und alleine die Sprachbarriere hätte mir einen Riegel davor geschoben, ich sammelte damals alles von Maiden, da waren auch Interviewplatten dabei und Bootlegs - ich konnte reichlich wenig verstehen, von dem was geredet wurde, und meinen Freunden - darunter ein Englischlehrer - ging es nicht anders.
Heute wäre es einer meiner Träume mal Steve Harris oder Dave Murray ein paar Stunden treffen zu dürfen - mit Übersetzer.
Ach was hätte ich Fragen an die:)
Letztlich ist mein Empfinden immer noch so, daß die Jungens meine Familie sind, weil mit deren Musik und Drumrum verbrachte ich mehr Zeit, als mit meiner realen Familie.Und nur wegen denen machte ich ab 1982 selbst vertärkt Musik und gründete mehrere Rockbands - owbohl in meinem Umkreis kein Hahn danach krähte und verzichtete auf Führerschein, Moped usw. weil mir die Gitarre und Effektpedale wichtiger waren usw.
Was das 1982 für eine Zeit war, können sich nur die vorstellen, die das damals erlebten - im Vergleich zu heute - eine ganz andere Welt.
