leverkusen04 hat geschrieben: ↑7. Mai 2022 09:37
Ich gehöre noch zu denen, die ihr Taschengeld in D-Mark bekamen.
Eine Schallplatte kostete bei uns in Leverkusen (im "ELP" neben dem Hertie) 18 D-Mark.
Da musste ich immer mein Geld zusammenhalten um mir etwas kaufen zu können.
Meine Kinder haben es da einfach. Spotify an, anhören und speichern - fertig.
Sie werden von der Masse an Musik erschlagen. So etwas war für meine Generation undenkbar.
Wir hatten gar nicht das Geld, um uns diverse neue Bands zuzulegen. Es wurden Kassetten aufgenommen, das war´s.
Von daher finde ich die Streamingdienste genial. Aber ich bin auch kein Musiker, der davon leben muss.
Eines noch: Was ich als negativ empfinde, ist die totale Präsenz von Videos.
Ich war 1983 in Düsseldorf auf der "World Peace Tour" - mein erstes Konzert.
Ich hatte keine Ahnung, welche Songs gespielt werden. Es gab kein "Setlist.fm. Ich hatte Maiden noch nie Live auf Video oder im TV gesehen.
Der Metal Hammer erschien erst 2 Monate später - was war das für eine mediale Revolution!
Und so "erging" es mir und meinen Freunden all die Jahre, und es war Super. Ein Konzert war damals eine Überraschung.
Natürlich schaue ich mir mittlerweile die Setlist im Internet an und überlege mir bei einigen Bands, ob ich dorthin gehen soll.
Aber die totale Transparenz zerstört die "Romantik", die ich damals empfunden habe.
Heute setze ich mich ins Auto und fahre einfach zum Konzert. Damals habe ich meinen Vater gefragt ob er mich fahren kann. Wenn nicht, dann hat er weil er Wechselschicht machte, den Dienst getauscht um mich zu fahren.
Meine Vater lebt noch. Aber wenn er eines Tages nicht mehr da sein wird, werde ich immer an diese Situationen denken!!!
Konzerte waren für mich als Jugendlicher immer etwas Emotionales. Ein Konzert war viel mehr, als die 2 Stunden in der Halle.
Das es jetzt nicht mehr so ist, ist wohl der Lauf des Lebens.
Ich vermisse die Entcheidungsfreiheit mich in der Halle noch zu entscheiden, ob ich sitzen oder stehen möchte. Für uns alle stellte sich nie die Frage!
Ich vermisse den Wolkenverhangenden Innenraum, weil gefühlte 200.000 Menschen immer geraucht haben - obwohl ich Nichtraucher bin.
Ich vermisse die 120 DZ bei Konzerten, die mich beinahe umhauten.
Aber die Erinnerungen an diese Zeit sind lebendig!
Entschuldigt, wenn ich etwas vom Thema abgekommen bin.
Es kam beim Schreiben "so über mich".
Viele Grüße
Frank