Senjutsu

Moderator: Phantom

Welcher ist der beste Song?

Senjutsu
3
6%
Stratego
6
11%
The Writing On The Wall
5
9%
Lost In A Lost World
4
8%
Days of Future Past
6
11%
The Time Machine
1
2%
Darkest Hour
1
2%
Death of the Celts
0
Keine Stimmen
The Parchment
7
13%
Hell On Earth
20
38%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 53
Benutzeravatar
ZoSo_Capricorn
Trooper
Trooper
Beiträge: 1525
Registriert: 16. Aug 2011 11:02

Senjutsu

#31

Beitrag von ZoSo_Capricorn »

So, das hier wird meine Wall of Text, meine Writing on the Wall für den ersten Durchlauf des Albums. Der zweite ist natürlich während des Schreibens im Gang.

Ganz allgemeine Einschätzung: Wow, was für ein originelles, spielfreudiges Album und was für Bass + Schlagzeug-Monster! Ich liebe das Schlagzeug und den Bass auf diesem Album. Es gibt so viele tolle Bassläufe, unter anderem in „The Parchment“. Und das Schlagzeug klingt so super, es spielt ganz vorne mit. Dazu kommen diese schier unendlichen Melodien und Soli. Es gibt definitiv viele Stellen an denen andere Maidensongs zitiert werden. Für mich klingt es häufig wie die Vermengung der Reunionphase und den 90er-Maiden. Und das in einer guten Weise, aber ich schildere das vielleicht einfach mal anhand der Songs.

1. Senjutsu
Im Rückblick klingt der Song wie das Intro zu Stratego, weil es sehr atmosphärisch aufgebaut ist. In der Tat, die Trommeln im Hintergrund ziehen sich durch den Song, was auch ein durchgehendes Mid-Tempo mit sich bringt. Ich find“s super, sehr bedrohlich, schauerhaft und intensiv. Ein guter Einstieg in ein atmosphärisches Album, aber als einzelner Song eher sperrig. Aber wie gesagt, mir gefällt er sehr als Einstieg.

2. Stratego
Der Song lief nach dem Release bei mir in Dauerschleife. Ich liebe den Song mittlerweile und er passt super zu Senjutsu. Auch das Keyboard macht nun mehr Sinn im Albumkontext und das wertet den Song für mich nochmals auf. Für mich eine Top-Nummer.

2. The Writing on the Wall
Auch schon vorher bekannt. Ich finde den Song weiterhin gut. Die Country/Folk-Elemente kommen super zur Geltung und nerven kein bisschen. Der Song ist nicht so metallig, aber das stört mich nicht. Maiden kommt auch hier durch. Bruce singt absolut top und der Refrain ist ein Mitsinggarant!

4. Lost in a Lost World.
Vielleicht das softeste Intro was Maiden jemals eingespielt hat. Sehr meditativ und perfekt hinter „Writing on the Wall“ platziert. Und BÄM, hat es mich mit dem Auftakt in den Song aufgeweckt. Das Riff erinnert mich ganz stark an die Blaze Bayley- / 90er-Phase und das im positiven Sinne, weil ich vieles davon liebe. Und das zieht sich weiter durch den Song. Gerade mit der Melodie, die so nah an „Afraid to Shoot Strangers“ dran ist, … Wahnsinn. Könnte man negativ auslegen, aber ich finde es gelungen. So viel Melodien, genial. Und letztlich ist es auch textlich eine Weiterentwicklung und eine ernstere (textliche) Variante von „Run to the Hills“.

5. Days of Future Past
Ich hatte mir tatsächlich noch mehr Tempo erhofft, das muss ich gestehen. Aber der Song rockt. Er passt fantastisch ins Album und an diese Stelle. Im Kampf um den besten schnellen Song gewinnt für mich aktuell aber Stratego, den ich aber auch schon häufiger gehört habe. Hier brauche ich noch ein paar mehr Anläufe.

6. The Time Machine
Man hört sofort Janick raus. Das ist die große Stärke von Maiden, sie haben so viele unterschiedliche Songschreiber und jeder bringt was anderes mit und verarbeitet es in den Songs. In diesem Fall bringt Janick hier auf einmal eine ganz andere Stimmung in das Album. Wesentlich abenteuerlicher, positiver, heller. Dieses Lied klingt wie von der „Final Frontier“, ähnlich wie „The Talisman“. Zugegeben, im Gegensatz zu den anderen Songs fällt dieser für mich etwas ab.

7. Darkest Hour
Da ist sie. Die perfekte Adrian-Komposition. Ich hatte vorher ja mit einer Neuauflage von Paschendaele gerechnet, da der Song auf dem Film „Darkest Hour“ basiert (ich kann übrigens jedem empfehlen diesen Film zu sehen, Gary Oldman ist genial in dieser Rolle; der Film ist von 2017). Abgesehen davon, dass Darkest Hour auch so als geflügeltes Wort historisch verbürgt ist. Aber der Song jedenfalls ist eine Power-Ballade geworden. Und keine schlechte obendrein. Das Solo erinnert an „Coming Home“. Für mich ein absolut runder Song, der rundeste aller runden Songs. Das Wellen-Intro und Outro. Aber auch diese hohen Noten am Ende des Refrains geben dem Song eine spezielle Note. Gefällt mir gut!

8. Death of the Celts
Man hat es ja schon vorher in Review gelesen, dass dieser Song „The Clansman Nr. 2“ sei. Zugegeben hat sich das für mich bewahrheitet. Das Intro hat starke „Clansman“-Anleihen und begibt sich ganz bewusst in diese musikalischen Gefilde. Der etwas repetitive Gesangsteil hat mich im ersten Durchlauf nicht so begeistert; er läuft für mich eher vor sich hin. Doch dann entfaltet sich der Song ähnlich wie „Red and the Black“ und haut einen coolen Instrumentalpart raus. Zusammen mit „The Time Machine“ bietet dieser sicher die fröhlichsten Abschnitte. Es hat mich ein wenig an Grave Diggers „Highland Farewell“ erinnert. Was mir aber spätestens hier aufgefallen ist: Ich finde die Intros auf diesem Album einfach super. Sie klingen für mich nicht gezwungen und fügen sich sehr gut in die Songs ein. Und … ja klar. Irgendwo in mir schreit auch der Iron Maiden Fan, der kurze Songs hören will, aber diese Zeiten sind halt so gut wie vorbei.

9. The Parchment
Wow, das Ding fängt düster an und groovt sich aus dem Intro. Wieder diese Melodien. Die lassen dieses Album einfach nicht los. Und in diesem Song fängt mich die düstere, aber nicht zu düstere Stimmung voll auf. Ich liebe es. Ja, die orientalischen Anleihen sind hörbar und auch textlich schlägt es in Richtung „Powerslave“ aus. In diesem Song finde ich die Wucht wieder, die mir in den letzten beiden Songs ein bisschen gefehlt hat. Die Rhythmusabteilung leistet hier wieder richtig geile Arbeit und holt mich total ab. Und dann endet der Song eigentlich und man denkt: Jetzt ist Schluss. Und dann: BÄM! Zieht der Song so geil an und ich bin auf einmal VOLL drin. Richtig geiler Maidenmoment. Man kann über mich lachen, aber ich hab die „Ohohohs“ der Melodie direkt mitgezogen. „The Parchment“ übersteigt damit für mich definitiv „Death of the Celts“.

10. Hell on Earth
Zuletzt also „Hell on Earth“. Ich nehme es vorweg: Ein gigantischer (!) Song und jetzt schon für mich mindestens in den Top 10 der besten Reunion-Songs. Ich schreibe das hier ja ohne eure Beiträge vorher gelesen zu haben, aber mich hat dieser Song von Anfang an zu 100% emotional mitgenommen. Beim ersten Durchlauf konnte ich nicht fassen was hier höre, es hat mich ganz ehrlich zutiefst berührt. Das Intro ist fantastisch, auch technisch ganz weit vorn. Und dann bricht diese Melodie aus und steigert sich und steigert sich. Ich habe das wirklich nicht in dieser Form erwartet, aber das Lied hat mich ganz kalt erwischt. Es hört sich zwar stilistisch anders als die Songs von „AMOLAD“ oder „BNW“ an, aber es löst in mir Ähnliches aus wie bspw. „Brave New World“, „Ghost of the Navigator“, „Different World“, „These Colours Don’t Run“ oder grundsätzlich „AMOLAD“. Oder auch „When The Wild Wind Blows“. Vielleicht mag der Song dem einen oder anderen etwas sentimental vorkommen, aber scheiße, ich habe jede Sekunde gefühlt und ja, ich habe geheult. Und wenn ich ehrlich bin, dann hab ich auch annähernd so geheult wie ein Schlosshund. Und wenn ich doppelt ehrlich bin, dann habe ich den Song direkt noch ein zweites Mal angemacht, weil ich nicht fassen konnte wie genial er ist. Aber auch die Lyrics sind echt hart. Hart aber ehrlich. So wie bei „BNW“ und „AMOLAD“. Eigentlich weiß man ja, dass normalerweise ein Brecher zum Ende eines Maidenalbums kommt, aber trotzdem hat es mich aus den Socken gehauen. Dabei hat „The Parchment“ ja schon so hammermäßig geendet.


Fazit:
Im Vorfeld hatte ich mich total auf „Days of Future Past“ gefreut und war fast ein bisschen enttäuscht, dass es nicht ganz so nach vorne geht wie erhofft. Kein schlechter Song, aber ich hatte andere Erwartungen. Im Gegenzug hat Stratego bei mir nochmals aufgeholt und ich sehe mich diesen Song auch in Zukunft gerne immer und immer wieder hören. Im Gegensatz zur Single von „The Book of Souls“, also „Speed of Light“, welches ich nach anfänglicher Begeisterung gar nicht mehr so toll fand.
„Darkest Hour“ hingegen hat abgeliefert, aber auf einer ganz anderen Ebene als gedacht. Es ist ein guter Song. Die Befürchtung, dass die Harris-Epen langweilig werden würden hat sich allerdings in Luft aufgelöst. Gerade das Dreigestirn der Harris-Epen hat bei mir eine magische Wirkung entfacht. Insbesondere „Hell on Earth“ und „The Parchment“. Aber auch „Lost in a Lost World“ bietet fantastische Momente. Ich bin wirklich sehr zufrieden mit dem Album. Wo ich es einordne, das weiß ich noch nicht. Aber mir gefällt es!
Wenn ich einen Titel bestimmen sollte, der etwas hinter den anderen abfällt, so würde ich wohl „The Time Machine“ sagen.
Benutzeravatar
Fayelander
Trooper
Trooper
Beiträge: 1379
Registriert: 27. Mär 2020 10:05

Senjutsu

#32

Beitrag von Fayelander »

ZoSo_Capricorn hat geschrieben:
3. Sep 2021 23:48
…..
Sehr schöne Zusammenfassung von dir. Hat mir Spaß gemacht zu lesen und deckt sich mit meinem Empfinden! Ich habe sehr geschmunzelt wie du deine Emotionen hinein gepackt hast!

Ich habe mir das Album gerade nochmal angehört und finde es echt richtig stark! Hätte nicht gedacht das es IM schafft nochmal so einen Knaller zu bringen!
Den Bericht von stormbringer.at kann ich nicht nachvollziehen!
Benutzeravatar
chemicalwedding
Phantom of the Opera
Phantom of the Opera
Beiträge: 6874
Registriert: 19. Aug 2011 13:02
Wohnort: südlich von Deutschland

Senjutsu

#33

Beitrag von chemicalwedding »

Das Album habe ich nun erst zweimal komplett angehört. Erstes Fazit: sehr positiv! :super:

Für mich haben Maiden im Studio schon lange nicht mehr so gut gelungen. Die Produktion finde ich spontan die beste seit Fear of the Dark. Speziell hervorheben möchte ich den Schlagzeug-Sound und die endlich mal sorgfältig, den Möglichkeiten von Bruce entsprechenden mehrstimmigen Vocals. Sooo geil! Und zum Glück hat man Bruce endlich ein wenig «Seele» gegeben und er klingt nicht ständig so trocken wie eine Wüste. Abgesehen davon, Bruce singt auf einigen Songs so etwas von stark. Die Keys sind wie schon immer obereinfach, aber ziemlich effektiv eingesetzt. Passt mir so!

Zu «meckern» habe ich trotzdem etwas, der Sound ist nicht durchgängig gut. Zum Beispiel bei «Darkest Hour» schwächelt der Sound merklich und das Schlagzeug klingt teils schwach.

Auf die einzelnen Songs gehe ich noch nicht im Detail ein, brauche ein paar Durchläufe mehr:
Grossartig: Senjutsu (was für ein Hammersong) :pray: , The Parchment
Sehr gut: Days of Future Past, Hell on Earth, The Time Machine
gut: The Writting on the Wall, Stratego, Darkest Hour, Death of the Celts
OK: Lost in a Lost world

Zwischen sehr gut und gut kann es nach weiteren Durchgängen durchaus noch zu Rochaden kommen ;)
Konnt drauf an wie gut das Album altert.
Benutzeravatar
rocknrolf
Ehren-Admin
Ehren-Admin
Beiträge: 1035
Registriert: 15. Aug 2011 10:08
Wohnort: Port Royal

Senjutsu

#34

Beitrag von rocknrolf »

So ich habe das Album mittlerweile 12 mal komplett durchgehört, dazu einige Songs noch wiederholt und möchte hier mein detailliertes Review zum besten geben. Natürlich kann ich nicht 100% objektiv sein, dass können wir alle nicht bei Maiden ;). Dazu bin ich als Musiker vielleicht mit einigen Details etwas zu kritisch, die vielleicht 98% der Zuhörer gar nicht auffallen würden und vielleicht sehe ich es in 5 Jahren anders. Aber ich fange einmal an:


1. Senjutsu
Ich finde den Opener überraschend frisch. Bei den Drums zu Beginn bin ich mir nicht sicher, ob es sich vielleicht um einen Drum-Computer handelt, denn im Vergleich zum sonstigen Drumsound auf dem Album klingt dieser hier deutlich "fetter". Die Songführung ist untypisch, gefällt mir vielleicht gerade deshalb, dazu hat der Song immer wieder schöne Gitarren-Melodien, die hier toll mit den Vocals harmonieren. Dieser Song hätte als Fade Out am Ende auch gut als letzter Song des Albums gepasst. 8/10 Punkten

2. Stratego
Den Song kennen wir ja alle schon. Chorus und Pre-Chorus gefallen mir gut, bei mir fallen die Strophen und das Solo etwas ab. Die erste Strophe wirkt irgendwie verwaschen, die Rhythmusgitarren beißen sich leicht, hier hätte vielleicht ein simplerer Riff besser getan. Die mitgespielte Gesangsmelodie gefällt mir hier auch nicht 100%, da minimal dissonant mit den Vocals. 7/10 Punkten

3.The Writing on the Wall
Gefällt mir mittlerweile immer besser, da Maiden hier frisch wirken und etwas neues ausprobieren und es hier wirklich keinen Maiden Song vom "Reißbrett" gibt. Highlight auch das tolle Solo von Adrian, sein bestes Gitarren-Solo auf dem Album. Einzig aus dem Gesang hätte man hier und vielleicht etwas mehr rausholen können. 8/10 Punkten

4. Lost in a lost world
Das Intro mit dem dezenten Effekt auf den Vocals und dem Akustik-Riff finde ich wirklich interessant. Ich wünschte man hätte in diese Richtung weiter den Fortlauf des Songs gestaltet, denn danach wird er zum 08/15 Maiden Song mit X-Factor anleihen der leider kein Highlight mehr zeigen kann. Hier fallen mir auch Schwankungen im Sound und Timing auf. 7/10 Punkten

5. Days of the Future Past
Das Intro ist interessant, erinnert wirklich an Bruce seine Solowerke aus den mittleren 90ern. Ich finde hier wurde aber etwas Potential verschenkt, mit etwas mehr Tempo und einem fetteren Strophen-Riff (der Riff ist an sich klasse) wäre es ein Highlight gewesen. Im ruhigen Mittelteil finde ich die Keyboards wirklich sehr einfältig und total unpassend. 7,5/10 Punkten

6. The Time Machine
Der Song ist unerwartet mein Highlight des Albums geworden. Vom 08/15 Gers Intro Akustik-Riff sollte man sich nicht in die Irre leiten lassen, was danach folgt ist wieder etwas frisches und neues. Bruce singt toll, es kommen neue Melodien-Läufe die man vielleicht nicht so sehr aus alten Releases in Erinnerung hat. Aktuell mein Lieblingssong. 8,5/10 Punkten

7. Darkest Hour
Gefällt mir auch, neben den tollen Soli kann man sich einfach in diesen Song "hereinlegen", er hat etwas entspanntes obwohl das Thema eigentlich genau des Gegenteil beinhaltet. Der Song wirkt rund und gut arrangiert. 8/10 Punkten

8. Death of the Celts
Dieser Song ist für mich der Tiefpunkt des Albums. Ja der Song ist eine Clansman Kopie, aber dies muss ja nichts schlechtes heißen. Irgendwie wirkt es so, als stamme der Song aus einer anderen Aufnahme-Session oder ist eine Demo. Der Sound-Unterschied zu den anderen Songs ist wirklich hörbar, dazu gibt es im zweiten Gitarren Solo Clipping und bei Minute 8:03 verliert der Song auf einmal Power und wirkt 20db leiser. Keine Ahnung was da passiert ist im Aufnahme Prozess bzw. der Post-Produktion. Mir gefallen die Melodien nicht und der ganze Aufbau ist wie 100 mal gehört und kann mich nicht fesseln. 5/10 Punkten

9. The Parchment
Man sollte sich eher nicht vom mäßig eingespielten Bass-Intro irritieren lassen, danach beginnt für mich das 2. Highlight von Senjutsu. Ein grooviger Song, mit einer düsteren Stimmung und wieder etwas frischeren Ideen, da er nicht nur monoton einen Rhythmus durchgespielt sondern am Schluss sogar das einzige mal auf Senjutsu High-Tempo bietet. 8,5/10 Punkten

10. Hell on Earth
Dieser Song ist wirklich schwer zu bewerten. Der Song beginnt interessant, hat eine schöne Melodieführung, aber in Anbetracht, dass "Hell on Earth" vielleicht der letzte Iron Maiden Studio Song sein könnte, fehlt mir hier das Highlight. Der ruhige Mittelpart ist eher uninteressant, ich habe gehofft das nach dem Mittelpart eine atmosphärische Steigerung kommt a la Mariner oder 7th Son, aber leider kommt die Power nicht mehr zurück und der Song endet belanglos. Da habe ich mir wirklich mehr erhofft, auch wenn der Song nicht schlecht ist. 7,5/10 Punkten


Sonstige Bewertungen:

Cover: 8/10 Punkten, Hier fehlt mir etwas mehr Hintergrund und Tiefgang, der schwarze Hintergrund ist mir daher etwas zu eintönig. Eddie finde ich okay. An sich ein brauchbares Cover aus der Reunion Zeit. Den Maiden Schriftzug finde ich gelungen.

Produktion: 7,5/10 Punkten, das Thema ist heikel, aber ich bleibe dabei. Es wäre "noch" mehr möglich gewesen. Im Gegensatz zu TBOS und auch TFF ist der Sound wieder transparenter und auch druckvoller, allerdings schwankend. Manchmal etwas zu dumpf, manchmal dünn und dann wieder kraftvoll. Hervorheben möchte ich aber den guten Gesang, viele Doppelungen und Vocal Harmonien. Endlich klingt Bruce nicht mehr so trocken und "krank", also wie erkältet.

Pro / Contra

- Minus:

- The Parchment (Bass Intro Timing und Sauberkeit)
- Keyboard Sounds
- Teilweise Timing
- Sound Unterschiede der Songs (Death of the Celts, Clipping Solo 2, 8:03)
- Gitarren Soli von Gers
- Fehlt Up Tempo Nummer


+ Plus

- teilweise erfrischende Songideen
- Gitarren Soli von Adrian und tw. Dave haben hohes Niveau (aber kein Vergleich zu den tollen 80er Soli)
- Album wirkt homogen und flowig, kann man gut an einem Stück hören
- Mut zum Risiko :)
- Vocals besser ausgearbeitet (Doppelungen, Harmonien)


Fazit

In der Summe ein gutes Reunion Album, im Schnitt denke ich mal 7,5 von 10 Punkten, ohne aber an AMOLAD und BNW ranzukommen. Es rangiert also in der Mitte im Bereich um DOD, wobei es als Gesamtwerk besser als DOD ist, da es mehr aus "einem Fluss" wirkt. Ich bin dennoch zufrieden, ein "Über-Album" a la 7th Son hätte auch keiner mehr erwartet.
Benutzeravatar
The Trooper
Ancient Mariner
Ancient Mariner
Beiträge: 4834
Registriert: 14. Aug 2011 17:30
Kontaktdaten:

Senjutsu

#35

Beitrag von The Trooper »

Bin nun auch mehrfach durch. Wobei der allererste Durchlauf ganz aktiv war mit Booklet vor der Anlage auf Vinyl. Ohne Handy, ohne Ablenkung. Nur Maiden und ich (und eine Flasche Wasser; trinken ist wichtig :D ) Die weiteren Durchläufe habe ich dann nebenher durchgeführt.

Großer Pluspunkt ist die Homgenität des Albums. Es wirkt wie aus einem Guss und hat eine tragende Grundstimmung. Die Produktion gefällt besser als bei TBOS und TFF. Wobei ich auch sagen muss, dass ich bei dem Aspekt recht wenig Ahnung habe. Es klingt für mich jedoch alles besser und feiner als bei den Vorgängern.
Musikalisch sind Maiden auch im Jahr 2021 nach wie vor in der musikalischen Oberliga. Die einzige Band an welcher sie sich messen müssen, ist sich selbst. Das was Maiden fabriziert haben und noch fabrizieren, davon träumen heutzutage junge, aufsteigende Bands. Aber auch alte Bands wie Running Wild, U.D.O., Accept, etc., welche heute noch verzweifelt Ihren Erfolgen der 80er Jahren hinterherlaufen.

ANYWAY: Senjutsu ist großartig. Ich liebe die langen, getragenen Epen von Maiden ohne große Lyrische Wiederholungen, sondern Lieder, welche eine Geschichte erzählen und von Ihrem Aufbau und der Musik leben. Genau das liefert Senjutsu in vielen Punkten. Das Album ist wirklich rund und man kann es sehr gut durchhören. Wirkliche durchhänger gibt es nicht (TBOS hatte hiervon den einen oder anderen). Auch die Reihenfolge der Songs passt sehr gut zusammen. Es wird nie langweilig und beim fünften Durchlauf entdeckt man immer wieder etwas neues.
Das lange warten hat sich wirklich gelohnt. Ja, es sind nicht mehr Maiden aus den 80ern. Dem hinterher zu trauern wird den musikalischen Stil der Band auch nicht ändern. Außerdem macht Trauer nur unglücklich :D Musik lebt davon, dass Sie sich weiterentwickelt. Und Maiden haben sich meiner Ansicht nach sehr positiv entwickelt. Die letzten 6 Alben der Jungs kann ich nach wie vor uneingeschränkt empfehlen. Aber das ist natürlich subjektiv. Und über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten (hat man mir mal gesagt ;) )
Benutzeravatar
fck-andi
Journeyman
Journeyman
Beiträge: 466
Registriert: 15. Aug 2011 19:25

Senjutsu

#36

Beitrag von fck-andi »

So würde ich die Songs bewerten:

1. Senjutsu (Smith/Harris) 8:20 6,5/10
2. Stratego (Gers/Harris) 4:59 7,5/10
3. The Writing On The Wall (Smith/Dickinson) 6:13 9,0/10
4. Lost In A Lost World (Harris) 9:31 8,0/10
5. Days Of Future Past (Smith/Dickinson) 4:03 7,5/10
6. The Time Machine (Gers/Harris) 7:09 5,0/10
7. Darkest Hour (Smith/Dickinson) 7:20 7,5/10
8. Death Of The Celts (Harris) 10:20 8,0/10
9. The Parchment (Harris) 12:39 6,5/10
10. Hell On Earth (Harris) 11:19 7,0/10

Album gesamt: 7,2/10
Benutzeravatar
ZoSo_Capricorn
Trooper
Trooper
Beiträge: 1525
Registriert: 16. Aug 2011 11:02

Senjutsu

#37

Beitrag von ZoSo_Capricorn »

Bei mir wächst insbesondere Lost in a Lost World momentan. Ich finde es ist ein super Beispiel für einen Song der viele alte Strukturen aufweist, aber mit (für Maiden) neuen Elementen aufgewertet wird. Das Intro, die Bridge und der Effekt über dem Gesang stoßen bei mir auf Anklang.
Benutzeravatar
Ed von Schleck
Invader
Invader
Beiträge: 107
Registriert: 12. Okt 2014 16:05

Senjutsu

#38

Beitrag von Ed von Schleck »

Ich habe hier ewig nichts gepostet, doch aber mitgelesen. Letztlich kann ich meine Freude über das Album nicht zurückhalten und werde auch mal ein paar Worte los:

Meines Erachtens nach haben Iron Maiden seit A Matter of Life and Death nicht mehr so ein rundes, flüssiges und konsistentes Album veröffentlicht. The Book of Souls finde ich nach wie vor super, bei einigen Songs zog es sich jedoch ein bisschen. Das ist hier zu keiner Sekunde der Fall! Das Album fühlt sich an wie eine epische Reise, teils schon soundtrackartig. Die Atmosphäre bleibt eine durchweg düstere, die teilweise durch die knackigen Songs (Stratego, Writing on the Wall, Days of Future Past) aufgelockert wird. Großartig finde ich auch schon den über Anlage und Kopfhörer besonders deftig klingenden Opener, der die Platte perfekt einleitet. Dass die Spielzeit pro Song zum Ende hin immer länger wird, stört mich keineswegs. The Parchment (der mich übrigens mehr an To Tame a Land als an Powerslave erinnert) hat eine Wahnsinnsatmosphäre und macht süchtig. Hell on Earth kommt mir interessanterweise kaum länger vor als die kurzen Songs auf dem Album und hat von seiner Struktur auch nichts mit Harris-Baukasten zu tun, außer dass das Intro am Ende erneut aufgegriffen wird, aber so what. Für mich einer der besten Songs in der Karriere der Band. Mit Darkest Hour haben wir hier übrigens die beste Ballade seit Blood Brothers. Auch Lost in a Lost World gefällt mir - trotz X-Factor Parallelen - wirklich gut, vor allem das Intro strahlt eine unglaubliche Atmosphäre aus. Auch The Time Machine bringt mit 70s Prog-Rock Anleihen frischen Wind in Maidens Sound. Wenn es überhaupt eine Schwäche auf dem Album gäbe, wäre das vielleicht der tatsächlich etwas repetitive Death of the Celts - dennoch habe ich auch an dieser Nummer einigen Spaß.

Zum Sound: für mich ebenfalls die beste Arbeit seit A Matter of Life and Death. Über Kopfhörer sogar ein besonderer Genuss, auf CD über eine gute Stereoanlage ebenfalls klasse. Mit den richtigen Einstellungen kann das Album richtig knallen, was vermutlich auch mit der Glanzleistung von Nicko zu tun hat, der hier so frisch klingt wie lange nicht. Perfekt ist der Sound dennoch nicht, das war er bei den Reunion-Alben meines Erachtens nur auf Brave New World und A Matter of Life and Death. Da mein Hörgenuss jedoch gänzlich unbeeinträchtigt bleibt, ist das für mich kein Abstrich.

Insgesamt ist das Album für mich ein großartiges Kunstwerk, das beste Maiden-Album seit 2006 und wahrscheinlich auch das beste Album überhaupt seit 10+ Jahren. Zugegebenermaßen konnte ich mit den meisten Metal-Releases der letzten Jahre - gerade von neueren Interpreten, die retro klingen - wenig anfangen. Ein Maiden-Album löst dagegen jedesmal etwas aus, was vielleicht einerseits nicht ganz objektiv sein mag. Andererseits gibt es sicher einen Grund, warum ich nicht aufhören kann, dieses Album rauf und runter zu hören und immer wieder neu Gänsehaut und Glücksgefühle bekomme.

So, wie viele Punkte kann man diesem Album geben? Wenn ich das Ding von vorne bis hinten höre, bin ich durchgehend begeistert und würde ganz subjektiv und in meiner Superfan-Begeisterung und Euphorie sicherlich die Höchstpunktzahl geben. Da sich das Album aber noch über die Zeit beweisen muss, gebe ich einfach gar keine konkrete Bewertung ab und genieße die ersten Tage, Wochen und Monate, in denen ich dieses Album so oft wie möglich hören werde.

Meine Highlights: Hell on Earth, Days of Future Past, Stratego, Senjutsu - aber eigentlich muss man hier nahezu alle Songs nennen.
Benutzeravatar
Ed von Schleck
Invader
Invader
Beiträge: 107
Registriert: 12. Okt 2014 16:05

Senjutsu

#39

Beitrag von Ed von Schleck »

Ich habe hier ewig nichts gepostet, doch aber mitgelesen. Letztlich kann ich meine Freude über das Album nicht zurückhalten und werde auch mal ein paar Worte los:

Meines Erachtens nach haben Iron Maiden seit A Matter of Life and Death nicht mehr so ein rundes, flüssiges und konsistentes Album veröffentlicht. The Book of Souls finde ich nach wie vor super, bei einigen Songs zog es sich jedoch ein bisschen. Das ist hier zu keiner Sekunde der Fall! Das Album fühlt sich an wie eine epische Reise, teils schon soundtrackartig. Die Atmosphäre bleibt eine durchweg düstere, die teilweise durch die knackigen Songs (Stratego, Writing on the Wall, Days of Future Past) aufgelockert wird. Großartig finde ich auch schon den über Anlage und Kopfhörer besonders deftig klingenden Opener, der die Platte perfekt einleitet. Dass die Spielzeit pro Song zum Ende hin immer länger wird, stört mich keineswegs. The Parchment (der mich übrigens mehr an To Tame a Land als an Powerslave erinnert) hat eine Wahnsinnsatmosphäre und macht süchtig. Hell on Earth kommt mir interessanterweise kaum länger vor als die kurzen Songs auf dem Album und hat von seiner Struktur auch nichts mit Harris-Baukasten zu tun, außer dass das Intro am Ende erneut aufgegriffen wird, aber so what. Für mich einer der besten Songs in der Karriere der Band. Mit Darkest Hour haben wir hier übrigens die beste Ballade seit Blood Brothers. Auch Lost in a Lost World gefällt mir - trotz X-Factor Parallelen - wirklich gut, vor allem das Intro strahlt eine unglaubliche Atmosphäre aus. The Time Machine bringt mit 70s Prog-Rock Anleihen frischen Wind in den Sound der Band. Wenn es überhaupt eine Schwäche auf dem Album gäbe, wäre das vielleicht der tatsächlich etwas repetitive Death of the Celts - dennoch habe ich auch an dieser Nummer einigen Spaß.

Zum Sound: für mich ebenfalls die beste Arbeit seit A Matter of Life and Death. Über Kopfhörer sogar ein besonderer Genuss, auf CD über eine gute Stereoanlage ebenfalls klasse. Mit den richtigen Einstellungen kann das Album richtig knallen, was vermutlich auch mit der Glanzleistung von Nicko zu tun hat, der hier so frisch klingt wie lange nicht. Perfekt ist der Sound dennoch nicht, das war er bei den Reunion-Alben meines Erachtens nur auf Brave New World und A Matter of Life and Death. Da mein Hörgenuss jedoch gänzlich unbeeinträchtigt bleibt, ist das für mich kein Abstrich.

Insgesamt ist das Album für mich ein großartiges Kunstwerk, das beste Maiden-Album seit 2006 und wahrscheinlich auch das beste Album überhaupt seit 10+ Jahren. Zugegebenermaßen konnte ich mit den meisten Metal-Releases der letzten Jahre - gerade von neueren Interpreten, die retro klingen - wenig anfangen. Ein Maiden-Album löst dagegen jedesmal etwas aus, was vielleicht einerseits nicht ganz objektiv sein mag. Andererseits gibt es sicher einen Grund, warum ich nicht aufhören kann, dieses Album rauf und runter zu hören und immer wieder neu Gänsehaut und Glücksgefühle bekomme.

So, wie viele Punkte kann man diesem Album geben? Wenn ich das Ding von vorne bis hinten höre, bin ich durchgehend begeistert und würde ganz subjektiv und in meiner Superfan-Begeisterung und Euphorie sicherlich die Höchstpunktzahl geben. Da sich das Album aber noch über die Zeit beweisen muss, gebe ich einfach gar keine konkrete Bewertung ab und genieße die ersten Tage, Wochen und Monate, in denen ich dieses Album so oft wie möglich hören werde.

Meine Highlights: Hell on Earth, Days of Future Past, Stratego, Senjutsu - aber eigentlich muss man hier nahezu alle Songs nennen.
iron-markus
Journeyman
Journeyman
Beiträge: 420
Registriert: 28. Dez 2011 14:12

Senjutsu

#40

Beitrag von iron-markus »

Man hat dabei etwas potenzial liegen lassen aber auch 2 bis 3 unnötige Songs dabei.

Wird des die (letzte) neue Richtung für die Jungs?
FIRST STRIKE! STRIKE HARD! NO MERCY!
Chewie
Moderator
Moderator
Beiträge: 6261
Registriert: 11. Aug 2011 16:21

Senjutsu

#41

Beitrag von Chewie »

Bild

was haltet ihr von diesem Alternativ Cover.

Ausm Deaf Forever Forum

https://forum.deaf-forever.de/index.php ... 7/page-910

In dem "Alte Weiße Männer mit Bärten Forum" wird die Scheibe ziemlich abgefiert
Benutzeravatar
bratmann
Journeyman
Journeyman
Beiträge: 464
Registriert: 19. Aug 2015 22:46

Senjutsu

#42

Beitrag von bratmann »

Der Eddie ohne die blutigen Wildschweinhauer gefällt mir hier deutlich besser!
Bild
Into the valley of death fear no evil. We will go forward no matter the cost
Benutzeravatar
The Trooper
Ancient Mariner
Ancient Mariner
Beiträge: 4834
Registriert: 14. Aug 2011 17:30
Kontaktdaten:

Senjutsu

#43

Beitrag von The Trooper »

https://box.ironmaiden.com/

Für alle die die Box bestellt haben, und bei denen im Senjutsu Digi Pack anstatt des korrekten Booklets das TWOTW Booklet ist
Benutzeravatar
ZoSo_Capricorn
Trooper
Trooper
Beiträge: 1525
Registriert: 16. Aug 2011 11:02

Senjutsu

#44

Beitrag von ZoSo_Capricorn »

Gerade nochmal The Parchment gehört. Der Song ist für mich ganz groß. Die Instrumentalparts klingen super, der Gesang ist nicht ganz so zentral wie bei den anderen Songs, was eine tolle Abwechslung ist. Und ich kann nicht fassen wie geil der letzte Up-Tempo Part ist, auch die Soli. Es ist so göttlich. Ich hoffe die bringen den Live! :bang:
Benutzeravatar
Melvd
Prowler
Prowler
Beiträge: 30
Registriert: 9. Sep 2015 19:46

Senjutsu

#45

Beitrag von Melvd »

Kann es sein, dass "Hell on Earth" das erste Maiden-Lied ist, das per Fade Out endet?
Antworten