Beastival Bericht Teil 3
(der magische) Samstag:
Bornholm:
Alles fing mit Bornholm an, die um 13:10 gespielt haben und Black Metal geboten haben. Sehr gut anzuhören, weil es nicht so Blast Beat-lastig ist, was ich nicht so gern hab. Das war einfach unglaublich schwere Musik. Ist ein kleiner Geheimtipp.
Excrementory Grindfuckers:
Eigentlich haben wir sie nicht gesehen, sondern nur auf dem Weg zur Tanke über den Festivalplatz nebenbei mitbekommen. Aber das hat uns schon genügt. Einfach nur schlecht, Punkt aus. Das eigentlich Witzige, war, dass wir zwei von denen dann später am Tag an der Tanke getroffen haben und uns mit einem unterhalten haben. Wir haben ihm gesagt, dass wir sie nicht besonders gut fanden, was er verstanden hat und im Gesprächsverlauf weiter Witze über sich und die Band gemacht hat. Auch wenn die Musik schlecht ist, zumindest der Eine war wirklich in Ordnung.
Dust Bolt:
Auch eine der Entdeckungen des Festivals für uns. Sehr geiler Thrash Metal, der manchmal auch gar nicht so thrashig ist, aber trotzdem hart bleibt. Die Jungs sind relativ neu, glaube ich und sind auf der Bühne richtig gut. Spielen ordentlich und hauen echt einen raus. Sie gehen einfach nach vorne und das merkt man. Auf youtube kann man sich auch einige anhören. Tut das !
Enforcer:
Ähnlich wie Vanderbuyst haben uns Enforcer auch gefallen. Mir persönlich hat Vanderbuyst aber noch ein bisschen mehr gefallen. Trotzdem der sehr 80er lastige Heavy Metal kommt super rüber. Sie hatten einen recht schwachen Song im Set, aber im Großen und Ganzen war es sehr hörenswert. Auch hier eine Empfehlung.
Asphyx:
Für mich die Band des Festivals. Die sollte man sich echt geben. Das ist für mich Death Metal in Reinform. Die Band nimmt immer wieder Fahrt auf und haben dann geniale langsame Passagen. Ich fand sie einfach nur geil. Brachial, brutaler Angriff auf die Nackenmuskeln.

Nummer Eins!
Korpiklaani:
Ja, ist halt auch so eine Pagan Band, die mit ihrem besten „Vodka“ ein Party Lied hat. Nichts besonderes, aber die Leute waren ganz sympathisch und man konnte sie sich auch gut anhören. Kann man sich geben.
Dark Tranquility:
Stand zuerst nicht auf meiner Liste, aber weil wir Zeit hatten, haben wir sie uns doch angesehen. Ich werd vermutlich kein großer Fan werden, aber live bringen die echt gute Musik. Also dafür, dass ich mit nicht so großen Erwartungen hingekommen bin, haben sie mich überzeugt. Wenn die mal auf nem Festival spielen sollten, könnt ihr sie euch ruhig geben. Auch wenn ich mir vorstellen kann, dass einige hier die Band sowieso gut finden. Die Musiker waren auch sehr sympathisch.
Satyricon:
Auch wenn ich sie gar nicht sehen wollte, habe ich sie mir einfach mal zugeführt. Naja, sagen wir so: Mich haben sie nicht überzeugt. Der Funke ist nicht übergesprungen. Weiß nicht, da fehlt das gewisse Etwas.
Sabaton:
Warum um Gottes Willen die Schweden der größte Headliner des Festivals (und damit sogar noch vor Kreator) waren, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. 2010 in der Markthalle waren sie noch sympathisch und irgendwie natürlich. Da hat es auch nicht so gestört, dass die Songs nicht so ausgereift waren. Jetzt sind die Songs auch nicht gerade besser geworden und die Show ist größer geworden. Pyro und Feuereffekte haben wirklich was her gemacht und beeindruckt. Auch Joakim ist von der Frontsau zum Entertainer aufgestiegen. Erstaunlich wie er abgenommen hat und jetzt das Publikum in der Hand hat. Aber er hat echt zuviel gelabert. Dafür hätten sie locker noch einen Song spielen können. Wie gesagt, da die Band jetzt mehr aus Berufsmusikern besteht als aus Freunden wirkt die Show eher gestellt und nicht so natürlich. Auch wenn die Musiker allesamt auf der Bühne abgegangen sind wie sonst nichts, was ich ja bekanntlich immer extrem geil fand, blieb ein saurer Beigeschmack. Naja, soviel zu Sabaton.
Attic:
Und jetzt zum zweiten Sieger des Festivals. Attic hat mich einfach umgehauen. Ich hab mir ja schonmal Studioaufnahmen angehört, aber so richtig gut fand ich es nicht, wegen der hohen Stimme. Aber live hat mich das wirklich umgehauen. Ich war geschockt wie gut mir das gefallen hat. Ich stand vor der Bühne und konnte die Genialität der Band nicht fassen. Insbesondere „Join the Coven“ und „Edyln“ (der allerdings live besser ist, als auf Platte, wie ich herausgefunden habe) waren spitzenmäßig. Weil der Auftritt nach Sabaton war, waren nur sehr wenig Leute da, aber die haben die Band auch gefeiert. Krass wie sauber sie spielen und der Sänger singt. Schade das sie sogar vor 2:00 Schluss gemacht haben, weil sie wohl angepisst waren, dass kaum einer da war. Tschüss gesagt haben sie auch nicht. Naja, was solls.
Generell zum Festival:
Das Festival ist nicht besonders groß gewesen. Offiziell 6000 Leute, aber es war nur bei den großen Acts viel los vor der Bühne, was aber hauptsächlich am Wetter lag, würde ich vermuten. Es hat schließlich fast 3 Tage lang durchgeregnet. Der Camping Ground ist sehr nah am Festival Gelände, aber sehr abschüssig. Wer eine gerade Fläche erwischt hat konnte sich glücklich schätzen. Das hat beim Schlafen ein wenig genervt. Aber ist ja nicht so wild. Weil die Halle und alles drumherum zu einer Autobahnraststätte gehört, gab es viele Läden, wie z.B.: Shell-Tankstelle, Burger King, McDonalds, KFC, einen Erotikfachhandel, etc. Die Tanke hat uns am besten gefallen, weil wir so in den Genuss von Bier gekommen sind, dass wir leider nicht mitbringen konnten, weil wir per Zug angereist sind.
Die Zuganreise hat sich als sehr schwerlich herausgestellt, weil wir ab „Kitzingen“ einen Shuttle Bus um 17:30 nehmen mussten. Zum Glück hat es bei uns geklappt. Aber das war der einzige Bus am Mittwoch. Und an den darauffolgenden Tagen gab es nur einen Bus um 10:30 und am Abreisetag zwei Busse um 9 und 11. Das war viel zu wenig. Extrem schlecht geplant. Man musste das Busticket sogar vorher online bestellen und konnte es nicht im Bus lösen. Deswegen sind auch einige nicht mitgekommen, die dort am Bahnhof standen. Fächer zum Einschließen wären wünschenswert gewesen. Auch insgesamt war das Festival nicht besonders gut geplant. Man hat den Aspekt „Metal“ zuerst irgendwie nicht so ganz berücksichtigt. Zuerst wurden vielen Leuten die Kutten abgenommen, wegen der Nieten

Wer denkt, mit dem Auto wäre es besser gewesen. Im Gegenteil, die mussten all ihr Zeugs ca. 500m bis 1km weit vom Auto bis zum Camping Ground tragen. Da ist einigen mehrmals die Puste ausgegangen.
Noch einmal kurz zur Geschichte, warum wir nicht Destruction und Sodom gesehen haben:
Wir waren am Mittwochabend nach Justice zurück zum Zelt gegangen und da war auf einmal ein Typ in meinem Zelt, der sich nackt in meinen Schlafsack gelegt hat. Nachdem wir ihn nett darum gebeten haben sein eigenes Zelt zu suchen, wurde er ziemlich aggressiv, sodass die Security kommen musste. Dann hat er meinem Bruder mit Stahlkappenschuhen an die Stirn getreten und einen Security Mann ins Auge getreten, der folglich ins Krankenhaus eingewiesen wurde. Es hat sich herausgestellt, dass er unter Drogen stand. Trotzdem, das entschuldigt nichts. Meinem Bruder geht’s aber gut. Wie es um den Security Mann steht, weiß ich nicht, sah aber übel aus. Unfassbar, da find ich keine Wort für.
Naja, und deswegen waren wir am Donnerstag fertig, weil wir die Nacht durchmachen "mussten". Und bei Destruction und Sodom hat es gegossen wie aus Kübeln und wir waren gerade im Zelt und haben uns ein bisschen erholt.