So, dann werde ich jetzt mal noch einen Bericht zum Konzert in Prag abgeben, was bisher auf jeden Fall das außergewöhnlichste Konzert war, was ich erlebt habe. Leider war es auch mein letztes auf der Maiden England-Tour. :neutral:
Wir kamen gegen 13.00 Uhr in Prag an, da war es noch sonnig. Dann saßen wir eine Weile in einem Café, viele Maiden-Shirts, bla bla bla...
17.00 war Einlass. Nach langer Suche fanden wir ca. 17.05 einen Parkplatz, ca. einen Kilometer von der Arena entfernt. Zum Glück war genau dort auch eine Haltestelle für die ("etwas") überfüllte Straßenbahn. Da allerdings alle Insassen Maiden-Fans waren, war das toll.
Dann am Merchandise-Stand. Ganz ehrlich: Irgendjemand im Maiden-Management hat einen Vollschaden! 800 czk für ein Tour-Shirt, das sind 32€ und für die (nicht gerade gutverdienenden) Tschechen eine Frechheit! Dann hab ich gefragt, ob ich auch in Euro bezahlen kann, da sagt der zu mir: "Yes. Every shirt 40€.", was nicht mal der korrekte Preis ist. Da hab ich gefragt, ob er mich verarscht, dann hat er gesagt nein, woraufhin ich gelacht hab und wieder gegangen bin. Ich zahle doch keine 40€ für ein ganz normales T-Shirt! Das ist genau so viel wie die Eintrittskarte!
Dann waren wir in der Arena, ein Fußballstadion für 30.000 Leute. 19.30 (!!) fingen Voodoo Six an, da bin ich nochmal raus, um "einen Strahl in die Ecke zu stellen".

Da waren auch die ersten Blitze zu sehen. Voodoo Six waren 20.13 fertig und 20.15 fing es an zu regnen. Erst leicht und dann mit einem mal richtig heftig. So einen Wolkenbruch hab ich lange nicht erlebt. Innerhalb von 2 Minuten war ich komplett durchnässt. Aber genau dieser Regen, machte den Abend so besonders: Als es richtig anfing zu schütten, schauten sich alle ein paar sekunden blöd an, und dann fingen alle an zu jubeln, und zu singen "OLÉ OLÉ OLÉ OLÉ MAIDEEEEN MAIDEEEEEN". Der Regen schweißte einfach alle zusammen. Leider überlegten die Organisatoren, das Konzert abzubrechen, weil es auch genau über der Arena blitzte. Allerdings wurde jedes mal, wenn einer ins Publikum schaute angefangen zu jubeln, und wenn 25.000 Leute das Wetter bejubeln macht das sicherlich Eindruck. Nach 20 Minuten war das ganze vorbei, und 10-15 Leute kehrten minutenlang das Wasser von der Bühne. Dabei hatten sie die ganze Zeit ein lächeln im Gesicht, weil wir sie anfeuerten und bejubelten. Sie haben sich dann auch entsprechend feiern lassen, als sie fertig waren. Ein paar Lichter waren am oberen Bühnenrand ausgefallen und das erste Backdrop hatte mehrere riesige Wasserflächen, aber das interessierte keinen.
Kurz vor um 9 fingen Maiden dann auch an. Es war noch hell, weswegen Doctor Doctor und das Intro nicht so toll rüberkamen. Anscheinend waren manche Besucher schon müde, denn bei Moonchild schob ich mich in einer Minute ca. 5 Reihen vor. Leider konnte ich mich selbst beim mitsingen hören, weil ich jetzt die langweiligsten Leute in der Arena neben und vor mir hatte. Ich hatte viel zu viel Platz, keiner hat mit gedrängelt oder mal irgendwie Anstalten gemacht, zu springen...

Ich muss dazu allerdings sagen, ich stand nicht wie in Berlin 5. Reihe, sondern ca. 20 Meter von der Bühne weg, weil ich diese Show auch nochmal genießen wollte, weil es eben meine letzte Maiden England-Show war.
Beim Intro von The Prisoner wurde es zum ersten mal richtig laut, weil Bruce gleich 3 mal "sCREAM FOR ME PRAGUE!" schrie. Ab 2MTM stand mein Bruder zum Glück neben mir, der auch mitsprang und -schrie. Und ich muss sagen, dass die Stimmung um mich rum und das Konzert selbst mit jedem Lied besser wurde. Es wurde dunkler und lauter und es fing (zum Glück) auch wieder an zu regnen. Bei 2MTM waren auch wieder Blitze zu sehen, worüber sich Bruce lustig machte:
"Before the concert, they said it's too dangerous. I saw a flash one minute ago, but somehow it isn't dangerous now... Who knows...". Und dann hob er hervor, dass Leute aus ganz Europa da waren: Serben, Tschechen, Deutsche, Bulgaren, Rumänen, Kroaten usw.
Es ging weiter mit Aftaid to shoot Strangers, was umwerfend gespielt wurde, außerdem war es das erste Lied in völliger Dunkelheit. Trooper knallte unheimlich laut und auch bei TNOTB kam auf ein mal eine riesige, kräftige Soundwand auf einen zu. Der Sound war absolut großartig, alles und jeder war deutlich zu hören. Ich stand allerdings auch zentral, 5-6 Meter vor dem Mischpult.
Weiter ging es mit POTO, worauf ich die letzten Tage hin gefiebert hatte, weil dieses Lied in Berlin für mich der Höhepunkt war. Aber nicht an diesem Abend, Bruce vergaß den Text im Refrain, was mich zwar nicht ärgert (ich fand es eher lustig), aber generell war das Lied nicht so genial wie in Berlin, keine Ahnung warum. Es war trotzdem schön, es nochmal zu hören, vielleicht war es das letzte mal...
Zu RTTH und WY muss ich nix sagen. Die Stimmung war mittlerweile am Höhepunkt und alle waren als große Maiden-Familie vereint.
Und dann kam 20-25 Minuten lang, diese "ultrale Geilheit", die in der Shoutbox erwähnt wurde.
Seventh, The Clairvoyant und Fear of the Dark waren besser als je zuvor. Der Regen machte die 3 Lieder unheimlich dramatisch und besonders Seventh Son war einfach nur göttlich. Besser als alles Andere. Besser hätte ein letztes mal nicht sein können. Es ist nicht in Worte zu fassen, wie geil das aussah, als Bruce vor dem Eddie stand und der Regen auf die Bühne nieder schüttete. Auch bei The Clairvoyant sah es so genial aus und das Lied ging auch richtig ab. Ebenfalls besser als Denver und Berlin. Und auch Fear of the Dark war so dramatisch und mit so einer Energie gespielt. Bruce sang beim Intro:
"A little anxious when it's dark.
Fear of the Dark...
PRAGUE... In the Dark"
Dafür gab es natürlich viel Applaus, und das Schöne ist eben, dass man sich bei FOTD immer drauf verlassen kann, dass JEDER in der Arena mitmacht.
Iron Maiden war wie immer der Abschluss, und es war eine sehr geile Performance. Noch nie hab ich so laut "IRON MAIDEN!!!" geschrien, wie an diesem Abend.
Aces High haute auch wieder mit voller Kraft rein und jeder sang mit. Evil that Men Do war auch geil, Bruce sagte beim Einzählen zu seiner Fliegermütze "Speak to me", da gab es erst mal lautes Gelächter. Klang lustiger, als es sich liest. Running Free war wieder der typische Abschluss, Brcue sagte "Prague, you've been an AMAZING crowd tonight." (was auch stimmt) und weg waren sie. Nicko war mal wieder der Letzte.
Insgesamt war die Zugabe in Berlin aber besser, hatte irgendwie mehr Kraft. Außerdem war The Evil That Men Do in Berlin ÜBERRAGEND!!
Mich freut es, dass ich 2 völlig unterschiedliche Konzerte erleben drufte. Pure Spielfreude, geniale Stimmung und absolute Kraft, dafür ein weniger guter Sound und keine perfekte Band in Berlin. Dafür perfekte Sound, perfekte Performance und perfekte Show in Prag, mit außergewöhnlichen Fans und Wetter. Nur war das Publikum um mich herum an diesem Abend nicht so genial, wie der Rest der Arena.
Insgesamt sind alle 3 Konzerte, die ich auf der Maiden England-Tour erlebt habe, genial gewesen und ich muss Maiden danken, dass sie diese Show nochmal aufgezogen haben!
UP THE IRONS!