Was wäre mit Maiden ohne die Reunion passiert?

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rocknrolf
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Was wäre mit Maiden ohne die Reunion passiert?

#1

Beitrag von rocknrolf »

Hallo,

ich eröffne mal diesen Spekulationsthread. Was wäre mit Maiden eurer Meinung passiert, wenn es die Reunion 1999 nie gegeben hätte, weil sich z.B. Bruce nicht mit Steve geeinigt hätte oder Steve seinen Fehler mit Blaze nicht einsehen wollte usw?

Meine zum Glück (fiktionalen Szenarien):

Szenario 1:

Steve hätte aufgrund von fehlender Selbstkritik nach der Virtual XI weiter an Blaze fest gehalten und es hätte überhaupt keine Gespräche mit Bruce gegeben. Man weiß ja heute, dass Teile des Managements und der Band spätestens 1998 unzufrieden mit Blaze waren, daraus resultierte dann 2000 ein Streit wegen dem Nicko die Band verläßt (er war ja der größte Blaze Kritiker in der Band). Maiden holen einen neuen Drummer und bringen mit Blaze Ende 2000 ein neues Maiden Album heraus, dass wieder nicht besonders gut ankommt. Die Tour 2001 wird ähnlich schwach besucht wie die Tournee davor und das Interesse an Maiden ebbt immer weiter ab. Blaze schmeißt dann nach negativen Kritiken 2001 hin und verlässt die Band. Maiden kontaktieren daraufhin Bruce, der aber ablehnt, da seine Solo Karriere aktuell sehr erfolgreich ist. Steve macht daraufhin eine Pause und startet ein Soloprojekt und Maiden werden auf Eis gelegt und lösen sich daraufhin einige Jahre später leider endgültig auf.

Szenario 2:

Maiden entlassen Blaze Ende 1998, es gibt aber keine Einigung mit Bruce. Daraufhin wird die Sängersuche neu gestartet und Auditions durchgeführt und Mitte 2000 ein neuer Sänger vorgestellt. Mit diesem neuen Sänger, der deutlich jünger ist und ähnlich wie Bruce klingt, wird 2001 das neue Album veröffentlicht, was praktisch ein Brave New World ohne die Songs von Adrian und Bruce ist. Die Kritiken sind okay, aber die Tour wird doch eher im kleineren Rahmen sein. Maiden bringen über die Jahre immer wieder neue Alben heraus und gehen auf Tour, doch werden sie nie den Status erreichen, denn Maiden in den 80er haben. Maiden machen bis heute weiter und sind heute vom Status mit Bands wie Def Leppard, Hammerfall oder Motörhead vergleichbar und haben häufige Line Up Wechsel, außer Steve und Dave sind 2020 keine aktuell bekannten Mitglieder mehr in der Band.

Szenario 3:

Das schlimmste Szenario. Der Krach innerhalb der Band wird so groß, dass Maiden sich 1999 auflösen und Nicko und Dave daraufhin mit Bruce und Adrian eine neue Band gründen, die dem Pfad von Bruces Soloprojekt folgt. Blaze und Steve machen eine Solokarriere, Jan Gers steigt bei Deep Purple ein und es kommt nach einigen hin und her 2010 zu einer Maiden Reunion mit dem 80er Line Up, die aber nicht so erfolgreich wird wie die "echte Reunion" und nach einer Tour wieder beendet wird.
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John Wayne
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Re: Was wäre mit Maiden ohne die Reunion passiert?

#2

Beitrag von John Wayne »

Bei Szenario 3 ist eineziemliche Unwahrscheinlichkeit drin. Steve Morse war 1999 bereits Gitarrist bei Deep Purple. Ansonsten hätte ich die Spekulation 1 + 2 in der Reihenfolge für sehr wahrscheinlich gehalten. Ist aber müßig. Blaze hat Maiden nicht zur Frischzellenkur verholfen, es hätte etwas passieren müssen, wenn man das Flaggschiff Iron Maiden wieder auf Kurs wollte. Und da hat sich auch gezeigt, dass Steve über seinen Schatten springen kann, denn als große Kumpels waren Steve und Bruce eigentlich nicht bekannt. Wenn ich mich recht entsinne, war ja insbesondere Adrian nach der Welttournee zu SSOASS ziemlich ausgebrannt und Steve ihm keine Atempause gönnen wollte, weil sich ja alles maiden unter zu ordnen hatte. Damals hätte ein jahr Pause schon etwas bewegen können. Steve wollte aber immer weiter machen und wer Maiden nicht mehr wollte oder zumindest den Anschein erweckte, war raus. Ich Glaube Steve musste erst dieses Desaster mit Blaze erleben, um nicht den endgültigen Stempel beratungsresistent aufgedrückt zu bekommen. Beratungsresistent ist er bei der Produktion der Alben zwar immer noch, aber ansonsten scheint er insgesamt umgänglicher zu sein, was sein eigenes Projekt z.B.betrifft, da er rund um die Erkrankung von Bruce zuerst mit ihm darüber sprach. Ich bin mir absolut sicher, dass Steve der alleinige Schlüssel für alle wenns und abers und hättes ist ...
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rocknrolf
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Re: Was wäre mit Maiden ohne die Reunion passiert?

#3

Beitrag von rocknrolf »

Es gab ja sogar mal im Sommer 2000 Gerüchte, dass sich Steve und Bruce wieder gestritten hätten und einen Bogen umeinander machen, so hatte es damals zumindest die Presse lanciert. Zum Glück waren es wohl nur Gerüchte.

Ich denke Steve hat mit der Musik seine Ablenkung gesucht bzw. es war sein Leben, vielleicht sieht er das seit der Reunion etwas entspannter oder ist wirklich offen für andere Meinungen geworden.
Wenn man ausgebrannt ist, wie z.B. Bruce 1985 nach der World Slavery Tour oder Adrian 1988, dann geht das auch zu Lasten der Kreativität, und die braucht man zwangsläufig als Musiker. Ich bin mir sicher das Adrian 1988/1989 finanziell ausgesorgt hatte und nicht mehr auf Maiden angwiesen war. Wenn man nun natürlich so einen Job zum Leben braucht ist es schwer, dann aus solchen Gründen zu kündigen und in eine ungewisse (finanzielle) Zukunft zu blicken.
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Irenicus
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Re: Was wäre mit Maiden ohne die Reunion passiert?

#4

Beitrag von Irenicus »

rocknrolf hat geschrieben:Maiden kontaktieren daraufhin Bruce, der aber ablehnt, da seine Solo Karriere aktuell sehr erfolgreich ist.
Bruce's Solokarriere hatte ja de facto keinen großen Erfolg. Er hat ja in kleinen Hallen oder Clubs gespielt und die Alben haben sich meines Wissens auch nicht sehr gut verkauft. Daher wäre diese Begründung also wenig realistisch. Aber er könnte genauso gut ablehnen, weil er kein Interesse mehr an Maiden hat oder vielliecht auch bei einer anderen erfolgreichen Band einsteigt. Sonst sind das schon realistische Szenarien.
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Morten
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Re: Was wäre mit Maiden ohne die Reunion passiert?

#5

Beitrag von Morten »

Ich denke, dass ohne die Reunion über kurz oder lang das Ende für Maiden gekommen wäre. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Interesse des Publikums nicht noch weiter geschrumpft wäre, wenn insbesondere Bruce (der als Sänger mehr Aushängeschild war/ist als Adrian) nicht wieder eingestiegen wäre. Im Metal ist man ja meiner Erfahrung nach sehr auf Tradition bedacht, da hätte es auch ein wirklich guter neuer Fronter schwer gehabt, zumal die Band nach dem Reinfall mit Blaze von ziemlich weit unten auf der Imageleiter hätte beginnen müssen. Zum Glück hat Bruce sein Interesse an klassischem Metal zurückgewonnen, da lag es nahe statt unter eigenem Namen vor einigen hundert Zuschauern lieber woeder die ganz großen Bühnen zu bespielen, die Aufnahme einiger Maiden Klassiker in die Setliste war da sicherlich auch ein Signal an das Maiden Camp. Auch wird man auf beiden Seiten gemerkt haben, dass das was man gemeinsan erreichen kann, sich erarbeitet hat, mehr ist als einem Künstler üblicherweise 2x im Leben zuteil wird. Auch musikalisch. So sehr ich AoB von Dickinson mag, die Band (Drums, Bass) klingen zwar toll, aber auch austauschbar. Ausnahmemusiker mit einem wirkkich eigenen Sound, die wachsen halt nicht an jeder Straßenecke aus dem Boden. Insofern halte ich die Reunion für fast zwangsläufig, die Trennung wird beiden Seiten die Augen bezüglich des Werts der anderen Partei geöffnet haben. Eine gewisse (altersbedingte)Abgeklärtheit wird ihr übriges getan haben.
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Re: Was wäre mit Maiden ohne die Reunion passiert?

#6

Beitrag von Quebec-weekend-warrior89 »

Es ist insgesamt schon gut so, wie es derzeit ist. Ich glaube kaum, dass da viele Leute widersprechen würden. Klar, man hätte gerne öfters ein neues Album als alle fünf Jahre, aber Iron Maiden touren immer noch durch die Weltgeschichte und sind für ihr Alter in bestechender Form. Zudem scheint es menschlich zwischen den Bandmitgliedern zu passen, denn das Line-Up ist inzwischen seit einundzwanzig Jahren stabil.

Die Szenarien sind allesamt sehr interessant. Das erste halte ich für am realistischsten. Wäre Steve Harris stur gewesen, dann wäre Nicko McBrain, damals der grösste Kritiker des Line-Ups, vermutlich bald ausgestiegen. Mit einem neuen Schlagzeuger hätte man uns dann ein Album serviert, das man sich wie eine Mischung aus Brave New World und Silicon Messiah von Blaze Bayley vorstellen könnte. Obwohl das Album sicherlich besser geworden wäre als Virtual XI, hätten sich wegen des Line-Ups Fans weiter von der Band abgewandt. Blaze Bayley hätte alsbald hingeschmissen, weil er es nicht hätte ertragen können von sogenannten Fans auf Konzerten in immer kleinerem Rahmen beleidigt und bespuckt zu werden. Iron Maiden hätten dann einige Zeit auf Eis gelegen und sich möglicherweise bis zu einer späteren Reunion aufgelöst. Wir hätten dann keine grossartigen Alben wie Brave New World, Dance of Death und A Matter of LIfe and Death bekommen, dafür aber eben ein letztes Album mit Blaze Bayley am Gesang und einem neuen Schlagzeuger, einige richtig starke Soloalben von Bruce Dickinson mit Adrian Smith an Bord, einige der qualitativ hochwertigen Soloalben von Blaze Bayley und vielleicht ein paar weitere Alben von Steve Harris Nebenprojekt, das aktuell ja immer besser in Fahrt kommt und so vielleicht schon vor fünfzehn Jahren ganz gut funktionniert hätte. Der grösste Haken an der Sache ist, dass viele Fans der jüngeren Generation wie ich selbst Iron Maiden nie live gesehen hätten. Zudem hätte der Einfluss der Band auf die Wiedererstärkung der Metalszene um die Jahrtausendwende gefehlt. So wären statt der traditionellen Heavy/Power-Szene andere und modernere Subgenres wie Gothic, Industrial und Nu Metal noch einflussreicher geworden.
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Re: Was wäre mit Maiden ohne die Reunion passiert?

#7

Beitrag von rocknrolf »

Ja die Stimmung Live war schon 1995 im Kölner E-Werk irgendwie komisch, habe das aber damals gar nicht mitbekommen da es mein erstes Maiden bzw. sogar erstes Metal Konzert war. Kann mich nur damals in der Schlange beim Einlass erinnern, dass viele Kuttenträger und gefühlt Maiden Fans der ersten Stunde über Maiden bzw. Blaze herzogen. Ich hätte eigentlich eine ganz andere Stimmung erwartet, quasi gute Laune und wie auf einem Festival.
Natürlich fand ich den Gig damals super, hatte ja keinen Vergleich. Die Stimmung war aber mau und unterkühlt.

1998 in Düsseldorf war ich schon etwas skeptischer, vor allem da ich Accident of Birth liebte und Virtual XI mau fand und ich auch die ganze Maiden Discographie kannte, vor allem die Götteralben der 80er mit Adrian und Bruce. Der Gig war auch irgendwie mies, auch die Vorband Helloween war an dem Tag schwach. In den Songpausen wurde Blaze bei Ansprachen zum Publikum zwischenzeitlich ausgebuht, hat mir da echt leid getan. Einige Fans machten sich auch über seine Tonsur lustig als Blaze seine Kappe auszog und ich hatte eher das Gefühl, bei einem Fußballspiel zu sein, wo der Gegner beleidigt wird.

Ich denke Blaze hätte das auch nicht mehr viel länger durchgehalten, eine erneute Live Demütigung hätte ihn wohl schwer getroffen. Vielleicht war ja der spontane Abbruch der Virtual XI Tour Ende 98 nicht durch eine Allergie verursacht, sondern er hat da schon quasi hingeworfen.
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chemicalwedding
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Re: Was wäre mit Maiden ohne die Reunion passiert?

#8

Beitrag von chemicalwedding »

rocknrolf hat geschrieben:Es gab ja sogar mal im Sommer 2000 Gerüchte, dass sich Steve und Bruce wieder gestritten hätten und einen Bogen umeinander machen, so hatte es damals zumindest die Presse lanciert. Zum Glück waren es wohl nur Gerüchte.
Davon habe ich damals nichts mitbekommen.

Ich habe aber kürzlich einen Artikel im fränzösischen RockHard gelesen. Da war Steve offenbar beim Videodreh zu The Wicker Man völlig schräg drauf und ging anscheinend im speziellen Bruce aus dem Weg. Bruce spielte die Vorfälle im Interview dann runter mit "Steve hatte schon immer so mentale Phasen, da muss man ihn einfach in Ruhe lassen". Wenn ich nun von diesen Gerüchten lese, war damals aber vielleicht mehr dahinter.

Später sagte Ross Halfin (der jahrelang Hoffotograph von Maiden) einmal, die Stimmung zwischen Bruce und Steve sei in Rio während einem Fotoshooting einen Tag nach der Rio 2001 Show völlig mies gewesen. Er hätte den Eindruck gehabt, Bruce habe jede Gelegenheit genutzt um Steve auf die Nerven zu gehen. Beide seien sichtlich genervt gewesen.

Zum Glück hat sich da nichts ernsthaftes daraus entwickelt. Heute scheinen sich Steve und Bruce ja besser zu verstehen.
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Re: Was wäre mit Maiden ohne die Reunion passiert?

#9

Beitrag von chemicalwedding »

Irenicus hat geschrieben:Bruce's Solokarriere hatte ja de facto keinen großen Erfolg. Er hat ja in kleinen Hallen oder Clubs gespielt und die Alben haben sich meines Wissens auch nicht sehr gut verkauft.
Jein, der grosse Erfolg ist Bruce tatsächlich ausgeblieben. Aber der Erfolg war mit The Chemical Wedding am ansteigen. Hätte Bruce mit den gleichen Schritten weitergemacht, hätte er glaube ich Maiden mit Blaze bald einmal einholen können. Live war Bruce eine Wucht und Maiden eher eine Enttäuschung. Das hat sich rumgesprochen. Man muss auch wissen, dass Bruce mit Accident of Birth fast nur als Vorgruppe auf Tour war. Mit der Chemical Tour ist er zum ersten Mal als Hauptgruppe durch Europa getourt. Und auf dieser Tour hat er eine starke Duftmarke setzen können. Wie erfolgreich Bruce Solo wirklich hätte werden können, wissen wir heute nicht. Er hat seine Solokarriere ziemlich abrupt aufgegeben, für eine noch grössere Karriere bei Maiden. Und das ist mir lieber so. Auch wenn ich es toll gefunden hätte, wenn er parallel zu Maiden seine Solokarriere nicht komplett aufgegeben hätte.
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Re: Was wäre mit Maiden ohne die Reunion passiert?

#10

Beitrag von rocknrolf »

Ja genau, man muss aber auch sagen, dass Bruce nach seinen Ausstieg bei Maiden mit der Balls to Picasso und Skunkworks keine großen Erfolge hatte. Liegt sicherlich an dem fehlenden "Metal", der damaligen "Anti Metal Stimmung Mitte der 90er" und auch das Bruce anscheinend selbst nicht genau wusste, was er musikalisch eigentlich wollte. Er hat zu der Zeit ja irgendwie viel probiert, mal poppig, mal etwas alternative bzw. sogar Grunge.

Ich denke wenn nach Chemical Wedding 2000 noch ein gutes Solo Album erschienen wäre, hätte Bruce sicherlich eine große Solo Karriere zusammen mit Adrian und dem sehr wichtigen Roy Z einschlagen können. Roy Z war sehr wichtig, nicht nur als Produzent sondern auch als Gitarrist und Songwriter. Aber dem Anschein nach war Roy Z gar nicht bereit für eine große "Rock-Karriere", denn 1998 bei der Tour in Europa war er gar nicht dabei sondern wurde von seinem Gitarrentechniker vertreten. Vielleicht war das auch eine der Gründe, warum Bruce zurück zu Maiden gegangen ist, weil er wusste das er mit Roy keine große Band mit langen Tourneen aufbauen kann und Roy wohl eher ein Studio-Musiker ist, der nur begrenz Touren möchte.
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Re: Was wäre mit Maiden ohne die Reunion passiert?

#11

Beitrag von eddie666 »

Irenicus hat geschrieben:Bruce's Solokarriere hatte ja de facto keinen großen Erfolg. Er hat ja in kleinen Hallen oder Clubs gespielt und die Alben haben sich meines Wissens auch nicht sehr gut verkauft.
Hat er überhaupt groß bei uns getourt? Ich hab Ihn 2 mal Live gesehn. 1996 als Support von Helloween. Skunkworkszeit, war irgenwie grausam. Sein Outfit schon allein zu dieser Zeit. Kein Vergleich mehr mit dem Bruce aus den 80er. Ich glaub von Maiden hat er damals Prisoner, Bring you Daughter... und Powerslave gespielt. Und dann nochmal 2002 in Wacken. Hat er die Tattoo Millionaire, Accident of Birth, Chemical Wedding und Tyranny of Souls auch eigens betourt? Dann wär das irgendwie an mir vorbei gegangen.
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Re: Was wäre mit Maiden ohne die Reunion passiert?

#12

Beitrag von Quebec-weekend-warrior89 »

Ich muss einfach mal sagen, dass sogenannte Fans, die auf Konzerten über die Band herziehen, diese beschimpfen und manche Mitglieder gar bespucken, einfach nur asoziales Pack sind, die eine solches Konzert gar nicht verdient haben. Ich hätte Iron Maiden gerne mal live mit Blaze Bayley oder auch Paul Di'Anno gesehen, aber dafür bin ich halt zu jung. Schade, dass es aus beiden Phasen kein vernünftiges offizielles Livealbum gibt.
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Re: Was wäre mit Maiden ohne die Reunion passiert?

#13

Beitrag von chemicalwedding »

eddie666 hat geschrieben:Hat er überhaupt groß bei uns getourt? Ich hab Ihn 2 mal Live gesehn. 1996 als Support von Helloween. Skunkworkszeit, war irgenwie grausam. Sein Outfit schon allein zu dieser Zeit. Kein Vergleich mehr mit dem Bruce aus den 80er. Ich glaub von Maiden hat er damals Prisoner, Bring you Daughter... und Powerslave gespielt. Und dann nochmal 2002 in Wacken. Hat er die Tattoo Millionaire, Accident of Birth, Chemical Wedding und Tyranny of Souls auch eigens betourt? Dann wär das irgendwie an mir vorbei gegangen.
Ja, da ist offenbar etwas Grösseres unerkannt an dir vorbeigehuscht ;-)
Es scheint, du hast Bruce zwei mal in nicht optimaler Konstellation gesehen. Mit Skunsworks war er schnell mal unzufrieden und spielt offenbar viele recht schlechte Shows. Ausserdem war Skunkswork vielleicht eine gute Alternativ-Rock-Band, aber die Maidensongs konnten sie nicht richtig gut spielen. Fast mit gleicher Besetzung spielte er ja dann 2002 noch ein paar Festivals. Aber eben, mit dieser Band klang das gnaze nur halbgar.

Mit Accident of Birth war die Band als Vorgruppe von Lynyrd Skynyrd in Europa unterwegs.
Hier die mir bekannten Duetschland Gigs:
06.07.97 Lahr
08.10.97 Essen
09.10.97 Offenbach
10.10.97 Lichtenfels
11.10.97 Hannover
13.10.97 Berlin
14.10.97 München

Je nach Ort spielte er die folgenden Maidensongs: 2 Minutes to Midnight, Run to the Hills, Powerslave, The Prisoner, Flight of Icarus

1998 war die Band dann mit Chemical Wedding als Hauptgruppe ausgedehnt in Europa unterwegs, ich glaube so um die 40 Konzerte total.
11.08.98 Frankfurt
04.11.98 Hamburg
06.11.98 München
07.11.98 Köln
08.11.98 Frankfurt
10.11.98 Hannover

Soviel ich weiss spielte er auf der ganzen Tour „nur“ jeweils diese drei Maidensongs: 2 Minutes to Midnight, Powerslave, Flight of Icarus (ich kann nur sagen, das war genial! 2 Minutes to Midnight endlich wieder einmal korrekt gespielt und grossartigen Gesang. Und mit Powerslave und Icarus zwei der für mich besten Maidensongs, die die Band jahrelang nicht mehr gespielt hat. Ich hatte schon fast Tränen in den Augen vor Freude). Die Maidenshow ein paar Wochen vorher danach wie weggewischt. Bruce & Co waren dann für mich definitiv die neuen Maiden. Ich weiss wirklich nicht, ob ich ein weiteres Maiden Album mit Blaze überhaupt noch angehört hätte, wenn parallel dazu Bruce in dieser Konstellation und Qualität weitergemacht hätte. Tut mir leid, aber Maiden waren damals im direkten Vergleich einfach schwächer. Bruce hatte 1998 schon zum Überholen angesetzt. Heute sehe ich das etwas entspannter, im Grundsatz aber immer noch gleich.

Tyranny of Souls hat er leider nie betourt.

Hier noch eine grossartige Version von Flight of Icarus mit Bruce als Gastsänger:


Ich meine noch Fragen? Bei solchen Auftritten war klar, dass Blaze angezählt ist. Was nicht heisst, dass ich es gut heisse, wenn Musiker ausgepfiffen oder sogar nagespuckt werden. Ich finde solches Verhalten beschämend und ich kann nicht verstehen, dass man an ein Konzert geht und dann Musiker anpöpelt. Speziell auf der Virtual XI Tour mussten den „alten“ Hasen ja schon klar gewesen sein wie Blaze live klingt. Warum geht man dann noch schauen wenn es nicht passt?
Morten
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Re: Was wäre mit Maiden ohne die Reunion passiert?

#14

Beitrag von Morten »

Nicht nur unverständlich, sondern auch respektlos gegenüber den Zuschauern die zu so ejnem Konzert gehen, Geld bezahlt haben, sich auf die Show gefreut haben, und denen der Abend versaut wird. Im Kino wie im Konzert etc gilt für mich: finde ich es wirklich schlecht, dann gehe ich.
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Re: Was wäre mit Maiden ohne die Reunion passiert?

#15

Beitrag von Quebec-weekend-warrior89 »

Ich mag die Soloalben von Bruce Dickinson auch ganz gerne, besonders The Chemical Wedding. Für mich sind aber auf diesen Alben keine Lieder des Kalibers ''Sign of the Cross'', ''Virus'' oder ''The Clansman'' drauf, die Iron Maiden zeitgleich veröffentlicht haben. Vielleicht waren die Konzerte schwach, das kann ich nicht beurteilen, da ich nicht dabei war, aber es ist nicht so, dass Iron Maiden plötzlich keine gute Musik mehr gemacht hätten.
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