Secrecy
Moderator: Chewie
Secrecy
Ich möchte Euch mal eine echt geniale Deutsche Band etwas näher bringen.Leider giebt s die Band seit 1993 nicht mehr aber sie haben uns 2 sehr geile Metal Alben hinter lassen.Für jeden der jetzt etwas mehr über Secrecy wissen möchte hier die Band History
Wie alles begann.....
Manny beginnt im Frühjahr 1980 mit 12 Jahren E Gitarre zu spielen. Noch bevor er das Ding überhaupt richtig stimmen kann, schreibt er seine ersten Texte und Songs. Im Alter von 13 beginnt er eine Rockoper im Stile von Tommy / The Who zu schreiben mit dem Titel: "Stevie, the Outsider", sie bleibt aber unvollendet. Da er keinen Lehrer hat, geht er sehr autodidaktische Wege. So spielt er keine regulären Akkorde, sondern experimentiert auf dem Griffbrett und merkt sich was gut klingt. Hieraus entwickeln sich später die eigenständige Harmonik und Melodik von Secrecy.
Trödel wird als Sascha Alexander Trödel geboren und heißt mütterlicherseits Zasso. Also sind sowohl Alec Zasso, wie auch Trödel ein und dieselbe Person. Er trommelt schon früh auf Möbeln und allen möglichen Gegenständen herum. Später wird er für sein außerordentlich energiereiches Drumming bekannt.
Am 03.03.1983 begegnen sich Manny und Trödel im Gemeinschaftszentrum Oberviehland in Bremen zum ersten Mal. Obwohl Trödel mit einer anderen Band jammt, und Manny kurzfristig noch in eine andere Band als Sologitarist einsteigt (was einzig an der Attraktivität der Sängerin liegt), erkennen die beiden im zarten Alter von 15 Jahren, dass sowohl Wurzeln, sowie Vision und Ziel so sehr übereinstimmen, dass dieser Tag als Geburtsstunde von Secrecy gesehen werden muss.
Beide sind nicht vom deutschen, sondern stark vom internationalen Musikmarkt geprägt und haben alle großen Vorbilder in Übersee. Auch ist die musikalische Palette weit gefechert und geht weit über den Metalbereich hinaus. So ist Manny auch stark von Künstlern wie Kate Bush, Ryuichi Sakamoto, sowie von klassischen und Soundtrackkomponisten, u.v.a. beeinflusst. Es herrscht sofort Übereinstimmung, sich nur an weltklasse Bands zu messen und ein absolut professionelles Level anzustreben.
Die Sweet Cheater Jahre
Man beginnt gemeinsam zu proben und findet bald in Peer Schmidt auch einen zweiten Gitarristen. Im Oktober 83 geht Manny (auf der heimlichen Suche nach weiteren Musikern) zu einem Gitarristencasting einer anderen Bremer Metalband (den späteren Victory / Invader) und lernt dort den Sänger Björn Bargsteen kennen. Dieser steigt im Frühjahr '84 bei Manny und Trödel ein, die sich mittlerweile "Sweet Cheater" nennen – nach vielen Überlegungen bekommt diese Idee von Trödel den Zuschlag, sich nach dem gleichnamigen Ratt-Song zu benennen. Manny entwirft dazu in langweiligen Schulstunden das Original Logo auf einem Karoblatt. Andere Vorschläge waren u.a. "Monroe" und "Meccyca" (Mesceika gesprochen), den Manny wenig später zu seinem Künstlernamen macht. Seinen Vornamen "Manny" zu schreiben ist durch den Nazareth Gitarristen Manny Carlton inspiriert. Trotz des anderen Namens und diverser Umbesetzungen ist es für Trödel und Manny immer ein und dieselbe Band, die sie vorantreiben. In Olaf Rodek hat sich mittlerweile ein technisch versierter Basser gefunden, der aber leider durch seinen unsteten Lebenswandel ein permanentes Risiko darstellt. Auch trennt man sich von Peer und verpflichtet Mik Sebastian von der Bremer Band "Steel", den Manny schon 81 in einem Gitarrenladen kennen gelernt hatte. Ein erster, eher chaotischer, Gig findet wenige Wochen nach Björns Einstieg im Gemeinschaftszentrum statt.
Die Band zieht sich danach erstmal in den Proberaum zurück und schreibt einige passable Songs, von denen einige später auch veröffentlicht werden. Weitere Gigs folgen 85 in lokalen Clubs und Mini-Festvals wobei sich gute Resonanzen einstellen und eine Bremer Fangemeinde wächst. Trotzdem sind Manny und Trödel innerlich unzufrieden und befinden sich noch meilenweit vom Stil und Qualitätslevel entfernt, den sie anstreben. Mit Andy M. Jones wird ein zuverlässiger (wenn auch leider nicht so versierter) Bassist verpflichtet, der sich nach seinem großen Idol John Paul Jones von Led Zeppelin benennt.
Mit diesem Line up wird im Mai 85 das erste Demo "Messenger of Fear" aufgenommen, wodurch man einen Deal mit Flametrader / Semaphore bekommt. Extra für dieses Label wird im Herbst 85 noch ein (weitaus besseres) inoffizielles Demo mit 6 weiteren Songs aufgenommen. Hier sind auch schon einige, später neuverwertete, Riffs von "Acting with intellect" zu hören. Leider sind die Bänder gänzlich abhanden gekommen, sodass dieses Demo verloren scheint.
Schließlich wird im März/April 86 die erste LP "Immortal Instant" eingespielt. Hieraufhin überstürzen sich die Ereignisse. Zum einen ist die Band vom gesamten Layout der LP sehr enttäuscht. Auf der Innenhülle befinden sich z.B. mehr Bilder von Freunden der Band, als von der Band selbst!!!
Außerdem versucht Semaphore die Scheibe in den USA zu vertreiben und startet zu diesem Zweck eine kleine Umfrage, die ergibt, dass scheinbar kein Amerikaner den Namen Sweet Cheater mit Heavy Metal in Verbindung bringen kann. So tritt Flametrader im Mai an die Band heran mit der dringlichen Bitte sich schnellstens umzubenennen. Aus einer Nacht und Nebel Aktion mit vielen Vorschlägen, Debatten und Argumenten geht die Band mit einem neuen Namen hervor:
SECRECY
Der einschneidenste Schritt besteht aber darin, dass Trödel und Manny die Konsequenzen ziehen und sich vom gesamten Rest der Band trennen. Die beiden sind sich einig, dass es keinen Weg gibt das jetzige Potenzial der Band so auszubauen, dass man wirklich die Art von Musik spielen kann, die in ihren Herzen bereits seit Jahren spielt. So trennt man sich von guten Freunden und geht konsequent seinen Weg...
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Die Jahre dazwischen....
Da die Bremer Musikerszene abgegrast ist (nie wieder wird nach 85 ein Musiker aus Bremen fest verpflichtet) schaltet man Anzeigen auf nationaler Ebene. Da ein Plattenvertrag vorliegt gehen in den nächsten Monaten dutzende von Bewerbungen ein. Gesucht wird ein Sänger der lange getragene Melodiebögen über Power Metal Backgrounds singen kann, ein Bassist, der Gitarrensoli mitspielt und schlichtweg ein zweiter Gitarrenvirtuose! Es dauert 4 Jahre !! so ein Line up zusammen zu stellen. Dies gibt Trödel und Manny aber auch Zeit sich weiter zu entwickeln. So stellt Manny seine gesamte Solotechnik nach "Immortal Instant" vollkommen um.
Viele, viele Gitarrencastings scheitern im Proberaum schon an der nicht ausreichenden Rhythmusarbeit der Bewerber, bevor auch nur ein Ton Sologitarre gespielt ist. Auch haben viele Probleme, selbst entwickelte Akkorde von Manny zu spielen, die über 6 Bünde gegriffen werden! So werden aus Casting Bewerbern häufig Gitarrenschüler, womit Manny sein gesamtes Equipment und teilweise seinen Lebensunterhalt finanziert. Mindestens 6 Gitarristen werden in dieser Zeit aufgenommen, erweisen sich aber doch als nicht passend.
Im Laufe der Castings kommt es zu vielen interessanten Begegnungen. Obwohl Trödel und Manny ihre Songs ja nur zu zweit (Drums und Gitarre) vorspielen können, sind einige Bewerber so begeistert, dass sie sich noch spontan im Proberaum entscheiden, ihren Wohnsitz nach Bremen zu verlegen und Secrecy beizutreten. So scheint in Carlos Ferrer, ein spanisch-stämmiger Sänger aus Baden Würtenberg, ein möglicher Vocalist gefunden zu sein - mit ihm spielt man ein Demo (noch für Flametrader) ein, auf dem man einige Secrecy Nummern noch in gänzlich anderen Konstelationen und Arrangements hören kann. Da die musikalischen Vorstellungen aber doch zu weit entfernt liegen, trennt man sich nach einigen Monaten wieder.
Als erster neuer Mann wird im Frühjahr 87 Steve Kerby als endgültiger fester Bassist von Secrecy angegiert. Durch Gene Simmons und dem Intro von "100.000 Years" inspiriert, entscheidet sich Steve schon früh Bass zu spielen.
Als nächster stößt Peter Dartin hinzu, den man über Beziehungen findet. Secrecy bekommt eine unvergleichliche Stimme.
Außerdem ist Pete ein excelenter Gitarrist. Dennoch sucht man weiter einen festen zweiten Hauptgitarristen, da anders die Songs live nicht zu spielen sind und die Band will, das Peter sich ganz auf seinen Gesang konzentrieren kann. Nur bei wenigen markanten Passagen greift Pete live zur Klampfe und Secrecy stehen als Gitarrenarmee auf der Bühne.
Auch ergeben sich hieraus viele Spielereien und Gimmicks auf der Bühne, da man vorhat den Fans neben außergewöhnlichem Metal auch eine außergewöhnliche Liveshow zu bieten. So spielt Peter z. B. sein Solo bei "A new beginning" immer auf Manny Gitarrenhals (kann man auf einigen Galeriebildern gut erkennen). Bei Inside you schließlich wechseln alle 5 Musiker im Song die Instrumente und spielen in anderer Besetzung weiter (Manny z.B. spielt Drums, Trödel singt...), um kurz drauf wieder zurückzuwechseln.
Aus Mannys eigenständigen Kompositionen und Melodien und Peters Stimme entsteht ein sehr eigener Stil, den die Band selbst gar nicht als so progressiv empfindet, wie die Presse später immer behauptet. Jedes Arrangement ist die konsequente Entwicklung der einzelnen Riffs und Melodien und erklärt sich in den Augen der Band selbst. Verspielter Power Metal lautet die Selbstbeschreibung der Band.
Da also immer noch nicht der richtige Gitarrist gefunden ist, sind Secrecy an den Proberaum gefesselt, was ihnen viel Zeit gibt an den Kompositionen zu feilen. Auch Steve integriert sich in dieser Zeit mit seinen Ideen in die bereits bestehenden Songs. Auch das nächste Demo kann man gut vorbereiten: "Like burning one's boats". Der Titel verdeutlicht für die Band einen ganz neuen Abschnitt, in den man endlich die Wege gehen kann, die schon immer gewollt waren. Quasi als Nebenidee wird das überdimensionalgroße Cover entwickelt, damit man auch Platz für Bilder und Lyrics hat. Ein alter Schulfreund von Trödel steuert den Secrecy Schriftzug bei. Sowohl Musik als auch Cover werden großartig von der Öffentlichkeit aufgenommen. Einer der Ersten Begeisterten ist Frank Hinz, der RTL Mosh und bei Radio Bremen 4 eine Metalsendung moderiert. Er übernimmt spontan das Management der Band. Den Erinnerungen der Band zufolge treten als Konsequenz mindestens acht Companys mit Plattenverträgen an Secrecy heran. Da man sich in der Zwischenzeit schon lange von Flametrader getrennt hat, ist die Band nicht mehr vertraglich gebunden. Auch landet "Lbob" auf Platz 3 der internationalen Demos im Rock Hard und wird später von vielen als eines der herausragendsten Demos bezeichnet, das je aus deutschen Landen gekommen ist.
Schließlich findet man durch Kontakte von Steve endlich in Jörn Erikson / Schlüter den so dringend benötigten 5ten Mann und 2ten Gitarristen, der alle Anforderungen erfüllt. Diese waren unter anderem "muss lange Haare haben" und "darf keinen Schnurrbart tragen" (!!) - schön früh hatten Manny und Trödel klare Vorstellungen davon, wie Secrecy sich präsentieren sollte. Da nach dem Demorelease die Anfrage nach Liveauftritten der Band erheblich anstieg, hatte Jörn nur 9 Tage Zeit, um sich das gesamte Material draufzuschaffen, bis Secrecy erstmals in dieser Besetzung im Januar '89 im Bremer Aladin auf der Bühne standen.
Jörn kam von der Bremervörder Band Judgement, die Steve 18 Monate zuvor wegen Secrecy verlassen hatte. Obwohl ihm das von Seiten seiner Ex-Judgements sehr übel genommen wurde, konnte sich auch Jörn nach dem Demo der Versuchung nicht mehr erwehren, sich der Herausforderung zu stellen.
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Art In Motion
Nach diversen Verhandlungen war dann schließlich der Vertrag mit Noise unter Dach und Fach. Noise schlugen für das Debutalbum Harris Johns und sein Berliner MUSIC LAB-Studio vor. Die Recordings begannen im Sommer '90. Die Aufnahmen verlaufen sehr harmonisch. Um das große Pensum (vor allen der vielen Gitarrenspuren) zu schaffen, nehmen Secrecy zeitweise nachts alleine auf. Dies geschah mit absoluter Zustimmung von Harris, der sofort das Potential von Secrecy erkannte und sich noch Jahre später lobend über die Zusammenarbeit mit der Band äußerte. Die Aufnahmen sind das Resultat der vorangegangenen Jahre akribischer Arbeit, die sich nun auszahlt. Schweren Herzens entscheidet die Band Ancient Dream nicht mit auf Art in Motion zu veröffentlichen - es erscheint später auf einem Noise Sampler.
Art in Motion erscheint und erntet durchweg überaus positive Kritiken:
"Das selbstbetitelte Debutalbum wird ein Werk der Sonderklasse und fasziniert durch progressiv-hypnotischen Metal mit fesselnden Melodien". Stefan Glas, Underground Empire
"Wow, was für eine Überraschung! Ich lege das Advance-Tape ein und bin wie vor den Kopf geschlagen. SECRECY sind ein Hammer! Durch diverse Demo-Veröffentlichungen (teilweise unter dem alten Namen Sweet Cheater) deutete sich schon das Potential dieser Band an, aber das Endprodukt "Art In Motion" übertrifft die Erwartungen deutlich. SECRECY gelingt es meisterlich, Melodie mit gesunder Härte zu kombinieren, so daß die fünf Bremer keine reine Speed-Band sind, sondern vielleicht die neue Hoffnung teutonischer Metal-Träume. Hauptmerkmal des SECRECY-Stils ist die wundersame Paarung melodischer Gesangslinien mit härtesten Speed-Riffs, was der Band von vornherein eigene Konturen verschafft. "Art In Motion" verrät Eigenständigkeit und fachliches Können, aber auch spielerische Freude". Frank Trojan, Rock Hard
"Viele der Demotracks wurden verwendet, allerdings in neuen Versionen und teilweise umbenannt. Ich war damals wegen der neuen Arrangements und der Produktion erst enttäuscht, da ich das Demo wirklich beinahe gefressen hatte. Nach einer Eingewöhnungsphase muss ich aber zugestehen, dass die Band immer noch völlig einzigartig klingt. Die Songs sind teilweise verschachtelt arrangiert, was aber nicht in Aneinanderreihungen technischer Kabinettstückchen gipfelt. Vielmehr ist das eigenwillige Songwriting gemeint. Das hier klingt verdammt eigenständig und es gibt bis heute nicht eine einzige mir bekannte Band, die nur annähernd wie SECRECY klingt! Sänger Peter Dartin ist auch so ein Streitpunkt. Seine weinerliche, jugendliche Stimme wird viele mit Sicherheit von vorne abschrecken. Gebt dem Mann eine Chance, denn er ist originell - eben nicht der typische Metalshouter! Die breakfreudigen Songs sind allesamt mehr als beeindruckend und ich möchte keinen besonders herausheben. Hier gilt es eine der coolsten deutschen Metalacts überhaupt zu entdecken". Ralf vom Metal Observer.
Auf der anschließenden Tour mit FATES WARNING und SANCTUARY können die Norddeutschen ihr Können unter Beweis stellen. Leider wird die Konzertreise frühzeitig abgebrochen.
Der Veranstalter gibt später an, die Tour hätte wegen mangelnder Ticketverkäufe abgebrochen werden müssen. Dies war aber eine Schutzbehauptung um die katastrophale Organisation zu rechtfertigen. Die Bands sahen sich jeden Tag vor neue Abenteuerlichkeiten gestellt. An einer Lokation betrat man die Halle und fand eine ca 3 x 4 m große "Bühne" vor, die aus mehreren zusammengeschobenen Tischen bestand - der Gig wurde abgesagt. Nach nur 12 Gigs cancelten die Amis schließlich vollkommen entnervt die gesamte Europatour und flogen wieder nach hause. Mehr Infos zu der damaligen Tour findet Ihr in dem Tourtagebuch, welches damals Jörn und Trödl verfassten und im Rock Hard abgedruckt wurde.
Raging Romance und die späten Jahre
Trotz der guten Erfahrung mit Harris Johns entscheidet man ein paar neue Dinge auszuprobieren und produziert deshalb Raging Romance zusammen mit Ralf Krause im Sky Trak Studio.
Manny, Peter und Jörn hatten nach den Aufnahmen zu Art in Motion ihren Rhythmusgitarrensound etwas verändert. Ralf Krause bestätigt dies und nennt ihn "den besten Gitarrensound, den ich bei einer Aufnahme je am Start hatte". Dennoch erweist sich die Arbeit mit Ralf als problematisch - es treten Spannungen auf und letztendlich werden einige Passagen von Raging Romance nicht so produziert wie von Secrecy geplant, was für die Band eine künstlerische Enttäuschung darstellt.
Den Kritiken nach der Veröffentlichung tut dies aber keinen Abbruch:
"Secrecy haben jetzt mit "Raging Romance" ein weiteres Juwel veröffentlicht. Schon gleich der Opener macht deutlich, daß SECRECY eine gehörige Portion gelernt haben, und jetzt auch im songtechnischen Bereich ein As nach dem anderen aus dem Ärmel ziehen. "Observer From Above" ist ein Klasseopener, ein megascharfes Riff, ein tödlichbrutaler Rhythmus, und trotzdem das Gespür für eine Klassemelodie, eben also kein pures Gebolze. Dies ist denn auch der große Pluspunkt, der "Raging Romance" so bemerkenswert macht. Trotz härtester Riffs und brutaler Soundpassagen haben SECRECY ein Ohr für wiedererkennbare Melodien, satte Arrangements und eine feine Umsetzung. So kann man denn die Liste endlos fortsetzen, ob "Embrace", "All Effort's Aim" oder "Ideology", es gelingt der Truppe aus Bremen immer wieder, einen hochkarätigen Song nach dem anderen herauszuschütteln und mit "Masquerade" eine völlig unkonventionelle Klasseballade als Höhepunkt anzubieten. Reife Leistung". Frank Trojan, Rock Hard
"Das Vinyl ist etwas straighter gehalten, jedoch haben SECRECY nichts von ihrer Virtuosität eingebüßt". Stefan Glas, Underground Empire
Das Cover ist ursprünglich als Bodypainting auf den 5 Bandmitgliedern geplant - da dies schwer zu realisieren ist, entschließt man sich, Bilder von einem Gerüst auf die am Boden liegende (fast nackte Band) zu projezieren. Letztendlich wird dann aus einer Vielzahl von Bildern ein Ausschnitt von Mannys Gesicht ausgewählt - so kommt es, dass er allein auf dem Cover abgebildet ist.
Die Zeit um Raging Romance stellt sich aber auch in vielerlei anderer Hinsicht als dramatischer Wende- und Endpunkt in der Geschichte von Secrecy heraus - dies wird in Kürze noch näher beschrieben....
Am 13.11.1993 laden SECRECY letztendlich alle ihre ehemaligen Mitglieder in den Bremer Freiraum und geben ihr Abschiedskonzert.
Für die einzelnen Bandmitglieder folgen diverse musikalische Projekte und Bands, die im Folgenden beschrieben sind:
1996 tauchen die Namen zweier SECRECY-Musikers wieder auf: Basser Steve Kerby gründet zusammen mit Bernd Nullmeyer (g), der bereits in der letzten SECRECY-Besetzung gespielt hatte und auf dem '92er Demo zu hören war, die Formation TALK, die in Form von »Deal With The Consequences« eine eigenproduzierte CD veröffentlichen.
http://www.secrecy-music.de/
Art In Motion
Raging Romance
Wie alles begann.....
Manny beginnt im Frühjahr 1980 mit 12 Jahren E Gitarre zu spielen. Noch bevor er das Ding überhaupt richtig stimmen kann, schreibt er seine ersten Texte und Songs. Im Alter von 13 beginnt er eine Rockoper im Stile von Tommy / The Who zu schreiben mit dem Titel: "Stevie, the Outsider", sie bleibt aber unvollendet. Da er keinen Lehrer hat, geht er sehr autodidaktische Wege. So spielt er keine regulären Akkorde, sondern experimentiert auf dem Griffbrett und merkt sich was gut klingt. Hieraus entwickeln sich später die eigenständige Harmonik und Melodik von Secrecy.
Trödel wird als Sascha Alexander Trödel geboren und heißt mütterlicherseits Zasso. Also sind sowohl Alec Zasso, wie auch Trödel ein und dieselbe Person. Er trommelt schon früh auf Möbeln und allen möglichen Gegenständen herum. Später wird er für sein außerordentlich energiereiches Drumming bekannt.
Am 03.03.1983 begegnen sich Manny und Trödel im Gemeinschaftszentrum Oberviehland in Bremen zum ersten Mal. Obwohl Trödel mit einer anderen Band jammt, und Manny kurzfristig noch in eine andere Band als Sologitarist einsteigt (was einzig an der Attraktivität der Sängerin liegt), erkennen die beiden im zarten Alter von 15 Jahren, dass sowohl Wurzeln, sowie Vision und Ziel so sehr übereinstimmen, dass dieser Tag als Geburtsstunde von Secrecy gesehen werden muss.
Beide sind nicht vom deutschen, sondern stark vom internationalen Musikmarkt geprägt und haben alle großen Vorbilder in Übersee. Auch ist die musikalische Palette weit gefechert und geht weit über den Metalbereich hinaus. So ist Manny auch stark von Künstlern wie Kate Bush, Ryuichi Sakamoto, sowie von klassischen und Soundtrackkomponisten, u.v.a. beeinflusst. Es herrscht sofort Übereinstimmung, sich nur an weltklasse Bands zu messen und ein absolut professionelles Level anzustreben.
Die Sweet Cheater Jahre
Man beginnt gemeinsam zu proben und findet bald in Peer Schmidt auch einen zweiten Gitarristen. Im Oktober 83 geht Manny (auf der heimlichen Suche nach weiteren Musikern) zu einem Gitarristencasting einer anderen Bremer Metalband (den späteren Victory / Invader) und lernt dort den Sänger Björn Bargsteen kennen. Dieser steigt im Frühjahr '84 bei Manny und Trödel ein, die sich mittlerweile "Sweet Cheater" nennen – nach vielen Überlegungen bekommt diese Idee von Trödel den Zuschlag, sich nach dem gleichnamigen Ratt-Song zu benennen. Manny entwirft dazu in langweiligen Schulstunden das Original Logo auf einem Karoblatt. Andere Vorschläge waren u.a. "Monroe" und "Meccyca" (Mesceika gesprochen), den Manny wenig später zu seinem Künstlernamen macht. Seinen Vornamen "Manny" zu schreiben ist durch den Nazareth Gitarristen Manny Carlton inspiriert. Trotz des anderen Namens und diverser Umbesetzungen ist es für Trödel und Manny immer ein und dieselbe Band, die sie vorantreiben. In Olaf Rodek hat sich mittlerweile ein technisch versierter Basser gefunden, der aber leider durch seinen unsteten Lebenswandel ein permanentes Risiko darstellt. Auch trennt man sich von Peer und verpflichtet Mik Sebastian von der Bremer Band "Steel", den Manny schon 81 in einem Gitarrenladen kennen gelernt hatte. Ein erster, eher chaotischer, Gig findet wenige Wochen nach Björns Einstieg im Gemeinschaftszentrum statt.
Die Band zieht sich danach erstmal in den Proberaum zurück und schreibt einige passable Songs, von denen einige später auch veröffentlicht werden. Weitere Gigs folgen 85 in lokalen Clubs und Mini-Festvals wobei sich gute Resonanzen einstellen und eine Bremer Fangemeinde wächst. Trotzdem sind Manny und Trödel innerlich unzufrieden und befinden sich noch meilenweit vom Stil und Qualitätslevel entfernt, den sie anstreben. Mit Andy M. Jones wird ein zuverlässiger (wenn auch leider nicht so versierter) Bassist verpflichtet, der sich nach seinem großen Idol John Paul Jones von Led Zeppelin benennt.
Mit diesem Line up wird im Mai 85 das erste Demo "Messenger of Fear" aufgenommen, wodurch man einen Deal mit Flametrader / Semaphore bekommt. Extra für dieses Label wird im Herbst 85 noch ein (weitaus besseres) inoffizielles Demo mit 6 weiteren Songs aufgenommen. Hier sind auch schon einige, später neuverwertete, Riffs von "Acting with intellect" zu hören. Leider sind die Bänder gänzlich abhanden gekommen, sodass dieses Demo verloren scheint.
Schließlich wird im März/April 86 die erste LP "Immortal Instant" eingespielt. Hieraufhin überstürzen sich die Ereignisse. Zum einen ist die Band vom gesamten Layout der LP sehr enttäuscht. Auf der Innenhülle befinden sich z.B. mehr Bilder von Freunden der Band, als von der Band selbst!!!
Außerdem versucht Semaphore die Scheibe in den USA zu vertreiben und startet zu diesem Zweck eine kleine Umfrage, die ergibt, dass scheinbar kein Amerikaner den Namen Sweet Cheater mit Heavy Metal in Verbindung bringen kann. So tritt Flametrader im Mai an die Band heran mit der dringlichen Bitte sich schnellstens umzubenennen. Aus einer Nacht und Nebel Aktion mit vielen Vorschlägen, Debatten und Argumenten geht die Band mit einem neuen Namen hervor:
SECRECY
Der einschneidenste Schritt besteht aber darin, dass Trödel und Manny die Konsequenzen ziehen und sich vom gesamten Rest der Band trennen. Die beiden sind sich einig, dass es keinen Weg gibt das jetzige Potenzial der Band so auszubauen, dass man wirklich die Art von Musik spielen kann, die in ihren Herzen bereits seit Jahren spielt. So trennt man sich von guten Freunden und geht konsequent seinen Weg...
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Die Jahre dazwischen....
Da die Bremer Musikerszene abgegrast ist (nie wieder wird nach 85 ein Musiker aus Bremen fest verpflichtet) schaltet man Anzeigen auf nationaler Ebene. Da ein Plattenvertrag vorliegt gehen in den nächsten Monaten dutzende von Bewerbungen ein. Gesucht wird ein Sänger der lange getragene Melodiebögen über Power Metal Backgrounds singen kann, ein Bassist, der Gitarrensoli mitspielt und schlichtweg ein zweiter Gitarrenvirtuose! Es dauert 4 Jahre !! so ein Line up zusammen zu stellen. Dies gibt Trödel und Manny aber auch Zeit sich weiter zu entwickeln. So stellt Manny seine gesamte Solotechnik nach "Immortal Instant" vollkommen um.
Viele, viele Gitarrencastings scheitern im Proberaum schon an der nicht ausreichenden Rhythmusarbeit der Bewerber, bevor auch nur ein Ton Sologitarre gespielt ist. Auch haben viele Probleme, selbst entwickelte Akkorde von Manny zu spielen, die über 6 Bünde gegriffen werden! So werden aus Casting Bewerbern häufig Gitarrenschüler, womit Manny sein gesamtes Equipment und teilweise seinen Lebensunterhalt finanziert. Mindestens 6 Gitarristen werden in dieser Zeit aufgenommen, erweisen sich aber doch als nicht passend.
Im Laufe der Castings kommt es zu vielen interessanten Begegnungen. Obwohl Trödel und Manny ihre Songs ja nur zu zweit (Drums und Gitarre) vorspielen können, sind einige Bewerber so begeistert, dass sie sich noch spontan im Proberaum entscheiden, ihren Wohnsitz nach Bremen zu verlegen und Secrecy beizutreten. So scheint in Carlos Ferrer, ein spanisch-stämmiger Sänger aus Baden Würtenberg, ein möglicher Vocalist gefunden zu sein - mit ihm spielt man ein Demo (noch für Flametrader) ein, auf dem man einige Secrecy Nummern noch in gänzlich anderen Konstelationen und Arrangements hören kann. Da die musikalischen Vorstellungen aber doch zu weit entfernt liegen, trennt man sich nach einigen Monaten wieder.
Als erster neuer Mann wird im Frühjahr 87 Steve Kerby als endgültiger fester Bassist von Secrecy angegiert. Durch Gene Simmons und dem Intro von "100.000 Years" inspiriert, entscheidet sich Steve schon früh Bass zu spielen.
Als nächster stößt Peter Dartin hinzu, den man über Beziehungen findet. Secrecy bekommt eine unvergleichliche Stimme.
Außerdem ist Pete ein excelenter Gitarrist. Dennoch sucht man weiter einen festen zweiten Hauptgitarristen, da anders die Songs live nicht zu spielen sind und die Band will, das Peter sich ganz auf seinen Gesang konzentrieren kann. Nur bei wenigen markanten Passagen greift Pete live zur Klampfe und Secrecy stehen als Gitarrenarmee auf der Bühne.
Auch ergeben sich hieraus viele Spielereien und Gimmicks auf der Bühne, da man vorhat den Fans neben außergewöhnlichem Metal auch eine außergewöhnliche Liveshow zu bieten. So spielt Peter z. B. sein Solo bei "A new beginning" immer auf Manny Gitarrenhals (kann man auf einigen Galeriebildern gut erkennen). Bei Inside you schließlich wechseln alle 5 Musiker im Song die Instrumente und spielen in anderer Besetzung weiter (Manny z.B. spielt Drums, Trödel singt...), um kurz drauf wieder zurückzuwechseln.
Aus Mannys eigenständigen Kompositionen und Melodien und Peters Stimme entsteht ein sehr eigener Stil, den die Band selbst gar nicht als so progressiv empfindet, wie die Presse später immer behauptet. Jedes Arrangement ist die konsequente Entwicklung der einzelnen Riffs und Melodien und erklärt sich in den Augen der Band selbst. Verspielter Power Metal lautet die Selbstbeschreibung der Band.
Da also immer noch nicht der richtige Gitarrist gefunden ist, sind Secrecy an den Proberaum gefesselt, was ihnen viel Zeit gibt an den Kompositionen zu feilen. Auch Steve integriert sich in dieser Zeit mit seinen Ideen in die bereits bestehenden Songs. Auch das nächste Demo kann man gut vorbereiten: "Like burning one's boats". Der Titel verdeutlicht für die Band einen ganz neuen Abschnitt, in den man endlich die Wege gehen kann, die schon immer gewollt waren. Quasi als Nebenidee wird das überdimensionalgroße Cover entwickelt, damit man auch Platz für Bilder und Lyrics hat. Ein alter Schulfreund von Trödel steuert den Secrecy Schriftzug bei. Sowohl Musik als auch Cover werden großartig von der Öffentlichkeit aufgenommen. Einer der Ersten Begeisterten ist Frank Hinz, der RTL Mosh und bei Radio Bremen 4 eine Metalsendung moderiert. Er übernimmt spontan das Management der Band. Den Erinnerungen der Band zufolge treten als Konsequenz mindestens acht Companys mit Plattenverträgen an Secrecy heran. Da man sich in der Zwischenzeit schon lange von Flametrader getrennt hat, ist die Band nicht mehr vertraglich gebunden. Auch landet "Lbob" auf Platz 3 der internationalen Demos im Rock Hard und wird später von vielen als eines der herausragendsten Demos bezeichnet, das je aus deutschen Landen gekommen ist.
Schließlich findet man durch Kontakte von Steve endlich in Jörn Erikson / Schlüter den so dringend benötigten 5ten Mann und 2ten Gitarristen, der alle Anforderungen erfüllt. Diese waren unter anderem "muss lange Haare haben" und "darf keinen Schnurrbart tragen" (!!) - schön früh hatten Manny und Trödel klare Vorstellungen davon, wie Secrecy sich präsentieren sollte. Da nach dem Demorelease die Anfrage nach Liveauftritten der Band erheblich anstieg, hatte Jörn nur 9 Tage Zeit, um sich das gesamte Material draufzuschaffen, bis Secrecy erstmals in dieser Besetzung im Januar '89 im Bremer Aladin auf der Bühne standen.
Jörn kam von der Bremervörder Band Judgement, die Steve 18 Monate zuvor wegen Secrecy verlassen hatte. Obwohl ihm das von Seiten seiner Ex-Judgements sehr übel genommen wurde, konnte sich auch Jörn nach dem Demo der Versuchung nicht mehr erwehren, sich der Herausforderung zu stellen.
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Art In Motion
Nach diversen Verhandlungen war dann schließlich der Vertrag mit Noise unter Dach und Fach. Noise schlugen für das Debutalbum Harris Johns und sein Berliner MUSIC LAB-Studio vor. Die Recordings begannen im Sommer '90. Die Aufnahmen verlaufen sehr harmonisch. Um das große Pensum (vor allen der vielen Gitarrenspuren) zu schaffen, nehmen Secrecy zeitweise nachts alleine auf. Dies geschah mit absoluter Zustimmung von Harris, der sofort das Potential von Secrecy erkannte und sich noch Jahre später lobend über die Zusammenarbeit mit der Band äußerte. Die Aufnahmen sind das Resultat der vorangegangenen Jahre akribischer Arbeit, die sich nun auszahlt. Schweren Herzens entscheidet die Band Ancient Dream nicht mit auf Art in Motion zu veröffentlichen - es erscheint später auf einem Noise Sampler.
Art in Motion erscheint und erntet durchweg überaus positive Kritiken:
"Das selbstbetitelte Debutalbum wird ein Werk der Sonderklasse und fasziniert durch progressiv-hypnotischen Metal mit fesselnden Melodien". Stefan Glas, Underground Empire
"Wow, was für eine Überraschung! Ich lege das Advance-Tape ein und bin wie vor den Kopf geschlagen. SECRECY sind ein Hammer! Durch diverse Demo-Veröffentlichungen (teilweise unter dem alten Namen Sweet Cheater) deutete sich schon das Potential dieser Band an, aber das Endprodukt "Art In Motion" übertrifft die Erwartungen deutlich. SECRECY gelingt es meisterlich, Melodie mit gesunder Härte zu kombinieren, so daß die fünf Bremer keine reine Speed-Band sind, sondern vielleicht die neue Hoffnung teutonischer Metal-Träume. Hauptmerkmal des SECRECY-Stils ist die wundersame Paarung melodischer Gesangslinien mit härtesten Speed-Riffs, was der Band von vornherein eigene Konturen verschafft. "Art In Motion" verrät Eigenständigkeit und fachliches Können, aber auch spielerische Freude". Frank Trojan, Rock Hard
"Viele der Demotracks wurden verwendet, allerdings in neuen Versionen und teilweise umbenannt. Ich war damals wegen der neuen Arrangements und der Produktion erst enttäuscht, da ich das Demo wirklich beinahe gefressen hatte. Nach einer Eingewöhnungsphase muss ich aber zugestehen, dass die Band immer noch völlig einzigartig klingt. Die Songs sind teilweise verschachtelt arrangiert, was aber nicht in Aneinanderreihungen technischer Kabinettstückchen gipfelt. Vielmehr ist das eigenwillige Songwriting gemeint. Das hier klingt verdammt eigenständig und es gibt bis heute nicht eine einzige mir bekannte Band, die nur annähernd wie SECRECY klingt! Sänger Peter Dartin ist auch so ein Streitpunkt. Seine weinerliche, jugendliche Stimme wird viele mit Sicherheit von vorne abschrecken. Gebt dem Mann eine Chance, denn er ist originell - eben nicht der typische Metalshouter! Die breakfreudigen Songs sind allesamt mehr als beeindruckend und ich möchte keinen besonders herausheben. Hier gilt es eine der coolsten deutschen Metalacts überhaupt zu entdecken". Ralf vom Metal Observer.
Auf der anschließenden Tour mit FATES WARNING und SANCTUARY können die Norddeutschen ihr Können unter Beweis stellen. Leider wird die Konzertreise frühzeitig abgebrochen.
Der Veranstalter gibt später an, die Tour hätte wegen mangelnder Ticketverkäufe abgebrochen werden müssen. Dies war aber eine Schutzbehauptung um die katastrophale Organisation zu rechtfertigen. Die Bands sahen sich jeden Tag vor neue Abenteuerlichkeiten gestellt. An einer Lokation betrat man die Halle und fand eine ca 3 x 4 m große "Bühne" vor, die aus mehreren zusammengeschobenen Tischen bestand - der Gig wurde abgesagt. Nach nur 12 Gigs cancelten die Amis schließlich vollkommen entnervt die gesamte Europatour und flogen wieder nach hause. Mehr Infos zu der damaligen Tour findet Ihr in dem Tourtagebuch, welches damals Jörn und Trödl verfassten und im Rock Hard abgedruckt wurde.
Raging Romance und die späten Jahre
Trotz der guten Erfahrung mit Harris Johns entscheidet man ein paar neue Dinge auszuprobieren und produziert deshalb Raging Romance zusammen mit Ralf Krause im Sky Trak Studio.
Manny, Peter und Jörn hatten nach den Aufnahmen zu Art in Motion ihren Rhythmusgitarrensound etwas verändert. Ralf Krause bestätigt dies und nennt ihn "den besten Gitarrensound, den ich bei einer Aufnahme je am Start hatte". Dennoch erweist sich die Arbeit mit Ralf als problematisch - es treten Spannungen auf und letztendlich werden einige Passagen von Raging Romance nicht so produziert wie von Secrecy geplant, was für die Band eine künstlerische Enttäuschung darstellt.
Den Kritiken nach der Veröffentlichung tut dies aber keinen Abbruch:
"Secrecy haben jetzt mit "Raging Romance" ein weiteres Juwel veröffentlicht. Schon gleich der Opener macht deutlich, daß SECRECY eine gehörige Portion gelernt haben, und jetzt auch im songtechnischen Bereich ein As nach dem anderen aus dem Ärmel ziehen. "Observer From Above" ist ein Klasseopener, ein megascharfes Riff, ein tödlichbrutaler Rhythmus, und trotzdem das Gespür für eine Klassemelodie, eben also kein pures Gebolze. Dies ist denn auch der große Pluspunkt, der "Raging Romance" so bemerkenswert macht. Trotz härtester Riffs und brutaler Soundpassagen haben SECRECY ein Ohr für wiedererkennbare Melodien, satte Arrangements und eine feine Umsetzung. So kann man denn die Liste endlos fortsetzen, ob "Embrace", "All Effort's Aim" oder "Ideology", es gelingt der Truppe aus Bremen immer wieder, einen hochkarätigen Song nach dem anderen herauszuschütteln und mit "Masquerade" eine völlig unkonventionelle Klasseballade als Höhepunkt anzubieten. Reife Leistung". Frank Trojan, Rock Hard
"Das Vinyl ist etwas straighter gehalten, jedoch haben SECRECY nichts von ihrer Virtuosität eingebüßt". Stefan Glas, Underground Empire
Das Cover ist ursprünglich als Bodypainting auf den 5 Bandmitgliedern geplant - da dies schwer zu realisieren ist, entschließt man sich, Bilder von einem Gerüst auf die am Boden liegende (fast nackte Band) zu projezieren. Letztendlich wird dann aus einer Vielzahl von Bildern ein Ausschnitt von Mannys Gesicht ausgewählt - so kommt es, dass er allein auf dem Cover abgebildet ist.
Die Zeit um Raging Romance stellt sich aber auch in vielerlei anderer Hinsicht als dramatischer Wende- und Endpunkt in der Geschichte von Secrecy heraus - dies wird in Kürze noch näher beschrieben....
Am 13.11.1993 laden SECRECY letztendlich alle ihre ehemaligen Mitglieder in den Bremer Freiraum und geben ihr Abschiedskonzert.
Für die einzelnen Bandmitglieder folgen diverse musikalische Projekte und Bands, die im Folgenden beschrieben sind:
1996 tauchen die Namen zweier SECRECY-Musikers wieder auf: Basser Steve Kerby gründet zusammen mit Bernd Nullmeyer (g), der bereits in der letzten SECRECY-Besetzung gespielt hatte und auf dem '92er Demo zu hören war, die Formation TALK, die in Form von »Deal With The Consequences« eine eigenproduzierte CD veröffentlichen.
http://www.secrecy-music.de/
Art In Motion
Raging Romance
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Re: Secrecy
Kenne ich nicht, gibt es irgendwo Tracks zum Hören?
Anscheinend auch eine talentierte deutsche Band, die es nicht geschafft hat richtig Erfolg zu machen.
Ich denke dafür kann man mal einen eigenen Thread aufmachen.
Anscheinend auch eine talentierte deutsche Band, die es nicht geschafft hat richtig Erfolg zu machen.
Ich denke dafür kann man mal einen eigenen Thread aufmachen.
Re: Secrecy
Ich hatte leider vergeßen Links zu den Songs zu posten,sorry.Wird sofort nach gereicht
Re: Secrecy
die Band ist mir damals total durch die Lappen gegangen :red:
Re: Secrecy
Chewie hat geschrieben:die Band ist mir damals total durch die Lappen gegangen :red:
Das ging leider den meisten so.Ich hör die Alben,ganz besonders Art In Motion heute noch sehr gerne.War echt schade das damals nach 2 Alben Schluß war.Die Jungs haben echt super Songs gemacht die es verdienen das man sie auch heute noch hört
Re: Secrecy
das Dingen ist von 1990 und auf Noise erschienen
wieso ist mir das damals durch die Lappen gegangen

wieso ist mir das damals durch die Lappen gegangen
Re: Secrecy
Das kann ich Dir leider auch nicht beantworten warum es Dir durch die Lappen ging.Gestern hab ich zum Glück eine CD bei Evilbay geschossen!Auf das Teil freu ich mich echt!Hoffentlich wird die CD bald geliefert
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Re: Secrecy
DAS kann ich beim besten Willen nicht verstehen!!!Chewie hat geschrieben:die Band ist mir damals total durch die Lappen gegangen :red:
Muß ich mir Sorgen machen?


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Re: Secrecy
Danke für diesen Thread! Musste gleich meine Sammlung durchwühlen und die beiden CDs wieder einmal in den Player schieben. Die Band ist wirklich stark. Anfänglich hatte ich wegen dem Sänger so meine Mühe. Aber ist schon ziemlich einzigartig was die Jungs gemacht haben.
Secrecy und einige andere harte technisch/progressive Bands wie z.B. auch Coroner waren mit ihrem Sound Ende der 80ziger/anfangs der 90ziger Jahre der Zeit um einige Jahre voraus. Für viele war der Sound wohl zu anspruchsvoll.
Secrecy und einige andere harte technisch/progressive Bands wie z.B. auch Coroner waren mit ihrem Sound Ende der 80ziger/anfangs der 90ziger Jahre der Zeit um einige Jahre voraus. Für viele war der Sound wohl zu anspruchsvoll.
Re: Secrecy
Ja gerne doch
Ich bin hald der Meinung das man diese geniale Band nicht ganz vergessen sollte.Mit dem Sänger Peter Dartin hatten wohl die meisten ihre Probleme.Ich übrigens auch
Aber nachdem ich mich eingehend mit den Alben befasst habe muß ich sagen der Gesang von Peter past perfekt.Die geniale Musik in Verbindung mit Peters Gesang,genau as macht es aus bei Secrecy.Die beiden Alben Art in Motion und Raging Romance sind wirklich sehr zu empfehlen
Re: Secrecy
Den Thread habe ich irgendwie uebersehen...
Ich habe ja schon oefter ueber Secrecy gelesen und auch immer Lob fuer Art in Motion gehoert und Anfang des Jahres habe ich dann in nem Plattenladen in Erfurt die Art in Motion fuer 6€ gefunden und natuerlich sofort eingetuetet! Wirklich ein sehr feines Album, muss ich mir bald mal wieder rauslegen
Ich habe ja schon oefter ueber Secrecy gelesen und auch immer Lob fuer Art in Motion gehoert und Anfang des Jahres habe ich dann in nem Plattenladen in Erfurt die Art in Motion fuer 6€ gefunden und natuerlich sofort eingetuetet! Wirklich ein sehr feines Album, muss ich mir bald mal wieder rauslegen




