Samstag
Orden Ogan
Ach ja, Orden Ogan...

Eine schöne unterhaltsame Metal-Band für 40 Minuten, nicht mehr und nicht weniger. Die Songs klangen alle relativ ähnlich, dementsprechend aber auch alle ganz gut, die Bühnenoutfits waren bescheuert und die Band war ein echt lustiger Haufen - oder ein hässlicher, wie der Sänger sagte: "Wir sind dann da drüben am Merch-Stand, da könnt ihr unser Zeug kaufen, Autogramme geben wa auch und Fotos könnt ihr auch mit uns machen - Ich weiß, wir sind ein hässlicher Haufen, aber die Leute machen das trotzdem immer ganz gerne."
Sepultura
Nur die ersten drei Songs überstanden. Gefiel mir gar nicht; was für ein Gedräsche... Kamen auch nicht so gut an.
Saxon
Puuh... Das war nicht wirklich was... Auf Saxon hatte ich mich eigentlich gefreut, auch wenn ich mir noch nie einen Song angehört hatte... Ich stellte mich gleich in die zweite Reihe (selbe Taktik wie am Vortag - bei der Hauptband auf jeden Fall ganz vor!), aber die Stimmung war total flach... Viele im Publikum waren schon etwas älter, nur ganz wenige vor mir sangen mal mit... Auch die Band war nicht so toll drauf, ausgenommen die Gitarristen. Die waren wirklich stark. Stimmung kam nur bei "Wheels of Steel" und "Denim or Leather"(?) auf, sonst war das nix... Hab dann noch ein Plek gefangen, worüber die neben mir (ein ganz nett aussehender weiblicher Saxon-Fan) nicht gerade begeistert war... Sollte sich noch ändern.
KREATOR!!!!!!!
Kreator mussten jetzt also für den sonst recht flachen Samstag entschädigen... Und das taten sie!!
Es war so ein Konzert wie vorher nur Skull Fist in Berlin und Maiden in Prag... Ab der ersten Sekunde war diese Magie da; ich wusste einfach, dass es großartig wird. Bei Kreator stand ich neben einem richtig coolen Typen, endlich mal einer, der richtig mit abging! Los ging's mit zwei Songs von der "Phantom Antichrist", bevor es dann gleich nach dem Circle Pit nach Song drei zu den Klassikern ging: "Endless Pain" und das erste richtige Highlight "Pleasure To Kill"! Was für eine Granate, was für ein perfekter Thrash Metal-Song! Die Stimmung war gigantisch, Mille hat sehr viel mit dem Publikum geredet, die Songauswahl war grandios, und die Show war die Beste des Wochenendes - Feuer, Rauch, Konfetti, alles dabei! Zwischendrin warf Sami Yli-Sirniö ein Plek ins Publikum, ca. drei Meter neben mich und meinen Nachbar. Daraufhin haben wir uns vehement beschwert, was Eindruch hinterließ... Es folgte ein weiterer Klassiker, "Riot of Violence"! Ventor singt den Song ja bekanntlich und danach gab es vom Zelt ein "HAPPY BIRTHDAY LIEBER VENTOR!". Mille dazu: "Sehr schön... Ja, 28 Jahre alt ist er heute geworden."

Überhaupt war Mille ein richtig sympathischer Typ, weiß nicht was manche hier gegen ihn haben...
Nach dem zehnten Song "Phobia" kam dann die sieben Lieder lange Zugabe, gespickt mit Klassikern und einem genialen Akustik-Solo von Sami. Ich war total sprachlos... jedenfalls bis 5 Sekunden später "United In Hate" anfing. Als Letztes kam dann nach langer Rede über Michael Jackson, Judas Priest, den Härtsfeldsee und 1985 der Song, der in diesem Jahr geschrieben wurde: Mein Lieblings - "IT'S TIME... TO RAISE... THE FLAG... OF... HAAAAATE!!!!!". Was für eine Granate, ein gigantischer Song, mein Genick schmerzte, ich bekam so Kopfschmerzen vom Headbangen und vom Schreien, aber diese Performance war gigantisch! Es folgte wie immer die Überleitung in "Tormentor" und der Abschied.
Und zum Thema Plektrum: Wie gesagt, Sami hat mitbekommen, dass wir gern eins hätten und hat uns extra angeschaut und wer hat es gefangen?... ICH!!

Grandios, jetzt habe ich von zwei meiner Lieblings-Gitarristen ein Plek - Dave Murray und Sami Yli-Sirniö.
Da ich mein Kreator-Plektrum hatte und das von Saxon nicht unbedingt brauchte, gab ich es dem bereits erwähnten weiblichen Fan. Sie hat sich vor Freude um meinen Hals geworfen, was doch ganz erfreulich war.

So habe ich sogar noch eine gute Tat getan.

Nach dem Konzert war ich der Allerletzte im Zelt, ausgenommen die Bühnenarbeiter, Security-Typen und Feuerwehr-Männer. Auch zum See bin ich in schüttendem Regen nochmal gelaufen und habe mich sozusagen verabschiedet.
Die ganze Nacht regnete es, aber ich konnte eh nicht schlafen - zu laut war der Tinitus, zu begeistert mein Kopf. Am nächsten Morgen wurde es trotzdem problematisch - die Dorf-Traktoren waren schon angerückt um die Autos mitten auf dem Feld aus dem Schlamm zu ziehen... Uns war's egal, wir standen sowieso am Ausgang.
Bleibt festzuhalten:
Rock am Härtsfeldsee ist ein nettes Festival mit netten Menschen und Umgebung, Kissin Dynamite sind eine der Bands, denen die Zukunft gehört, W.A.S.P. können an einem guten Tag auch eine wirklich gute Live-Band sein und Kreator haben Dischingen zerstört.
WE ARE LEGION, UNITED IN HATE!