Seit einiger Zeit haben mich Opeth absolut in ihren Bann gezogen und ich komme einfach nicht mehr von dieser Band los. Eine derartige musikalische Vielseitigkeit findet man selten und kaum eine andere Band schafft es, 10-Minuten Songs von Anfang bis Ende so spannend zu machen wie Opeth.
Insgesamt ist der Stil von Opeth, wie die meisten hier wahrscheinlich wissen, eine Kreuzung aus Death Metal und Progressive Rock/Metal. Die ersten beiden Alben sind noch sehr Death Metal-lastig und weisen teilweise auch Black Metal Elemente auf. Ich finde die Scheiben zwar gut, jedoch bringen sie noch nicht das rüber, was Opeth so besonders macht. Die Vielseitigkeit späterer Werke ist hier noch nicht gegeben. Diesen beiden Alben würde ich wahrscheinlich 7,5 bis 8 Punkte geben.
Die folgenden Alben verdienen eine detailliertere Beschreibung:
1998 - My Arms, Your Hearse

Auf diesem Album ist erstmals erkennbar, wohin es bei Opeth gehen soll. Zu typischen Death Metal Riffs werden progressive Ansätze und spannende Arrangements hinzugefügt. Ein interessantes Album!
Anspieltipps: April Ethereal, Demon Of The Fall
Wertung: 8,5/10
1999 - Still Life

Das möglicherweise progressivste Opeth-Album (übrigens ein Konzeptalbum) glänzt durch eine wunderbar düstere und melancholische Atmosphäre. Besondere Erwähnung verdienen auch die ruhigeren Stücke, bei welchen Mikael Akerfeld seine grandiosen Sangeskünste unter Beweis stellt.
Anspieltipps: The Moor, Benighted
Wertung: 9,5/10
2001 - Blackwater Park

Hier geht es wesentlich härter, rifflastiger und eingänger zu als noch auf Still Life, was sich auf dieser Platte aber positiv auswirkt. Zu keiner Stelle wird hier an Atmosphäre eingebüßt und die ruhigen Parts sind trotz allem weiterhin vorhanden. Besonders hervorzuheben ist auch die Produktion des Albums (Steven Wilson!), die hier erstmals perfekt ist.
Anspieltipps: The Leper Affinity, Bleak
Wertung: 9,5/10
2002 - Deliverance

Dieses Album setzt in Puncto Härte nochmal einen drauf und geht zu größten Teilen auf die Zwölf. Ruhige Parts gibt's nur noch ab und zu, aber wenn dann richtig. Alles, wie auch schon bei den Vorgängern auf höchstem Niveau. Deliverance ist wahrscheinlich das düsterste Opeth-Album.
Anspieltipps: Deliverance, Master's Apprentices
Wertung: 9,5/10
2003 - Damnation

Diese Platte wurde während der Delivarence-Sessions aufgenommen und ich würde sie als kleinen Ausgleich sehen. Hier gibt es 9 Songs und 9 Balladen. Verzerrte Gitarren sind eine absolute Seltenheit, von Grunz-Parts ganz zu schweigen. Da Opeth an und für sich auch großes Talent in Bezug auf ruhige Stücke aufweisen können, ist Damnation allenfalls eine gute Scheibe. Jedoch kann ich mir das Teil auch nicht immer anhören, da mir dann doch auf Dauer der Metal Anteil fehlt.
Anspieltipps: Windowpane, Hope Leaves
Wertung: 8/10
2005 - Ghost Reveries

Ghost Reveries ist wieder ein typisches Opeth-Album, welches die Perfekte Mischung aus Death Metal, Progressive und ruhigen Parts darstellt. Es wurde auch noch eine ordentliche Portion Psychedelic Rock hinzugfügt, was der Musik auf dieser Platte endgültig zur Perfektion verhilft. Hier sitzt jeder Ton an der richtigen Stelle und kein Song weist auch nur ansatzweise Schwächen auf! Mit Ghost Of Perdition ist hier übrigens mein Lieblingssong der Band vertreten.
Anspieltipps: Ghost Of Perdition, Reverie/Harlequin Forest
Wertung: 10/10
2008 - Watershed

Dieses Album besteht fast zur Hälfte aus ruhigen Parts, was aber durchaus positiv zu vermerken ist. Mit Burden haben Opeth hier eine der großartigsten und emotionalsten Balladen aller Zeiten abgeliefert. Hier sitzt, wie auch schon beim Vorgänger, jeder Ton an der richtigen Stelle. Knapp hinter Ghost Reveries bei mir auf Platz 2.
Anspieltipps: The Lotus Eater, Burden
Wertung: 10/10
Das letzte Album, Heritage, ist für mich eine Riesenenttäuschung. Nicht dass ich etwas gegen Stilwechsel hätte (dieses Album ist eigentlich ein reines Psychedelic Rock Werk), jedoch ist es bei Opeth einfach nur traurig. Hier wurde Vielseitigkeit und Abwechslung gegen eine bereits in den 60ern und 70ern totgespielte Musikrichtung (die ich an und für sich sehr schätze!) eingetauscht. Man könnte schon fast von Regressive sprechen. Außerdem schaffen es Opeth auch nicht, den Songs vernünftige Arrangements zu verpassen und es kommt regelmäßig Langeweile auf. Die wenigen guten Ansätze (beispielsweise bei The Devil's Orchard) verhelfen dem Album dann auch nicht mehr zu hoher Qualität. Keine Ahnung wieviele Punkte ich da geben würde. Hoffen wir mal, dass die Band wieder zu ihrem eigentlichen Stil zurückkehrt.
Meine Rangfolge der Alben sähe ungefähr so aus:
1. Ghost Reveries
2. Watershed
3. Blackwater Park
4. Deliverance
5. Still Life
6. My Arms, Your Hearse
7. Damnation
8. Morningrise
9. Orchid
10. Heritage
Und hier nochmal einige der für mich besten Opeth Songs zum anhören:
Ghost Of Perdition
Burden
The Lotus Eater
Reverie/Harlequin Forest
The Leper Affinity
Deliverance
The Moor








