Aktuell arbeiten sie wieder an einem Album und ich freu mich auf 2013. Dann gibt es diesen Sound auch wieder live

<p>THUNDER AND LIGHTNING aus Berlin avancieren mit "Purity" zu dem deutschen Geheimtipp in Sachen klassischer Heavy Metal.</p>
Kaum hat das großartige SYNASTHASIA-Album meinen Player (vorerst) verlassen, schon habe ich das aktuelle Werk des nächsten Geheimtipps aus dem deutschen Heavy-Metal-Underground im Ohr. Es tut sich was an der Basis, Freunde! THUNDER AND LIGHTNING kommen sogar aus unserer schönen Hauptstadt Berlin, in letzter Zeit nicht unbedingt ein Metal-Mekka. Meine Aufmerksamkeit und mein Wohlwollen hatten sich diese Jungs bereits vor zwei Jahren verdient, als sie in Form von "Written In Stone" in Eigenregie ein sehr beachtliches Debüt-Album vorlegten. Mit "Purity" legen sie nun nach und zeigen auf diesem Longplayer eine erneut bemerkenswerte Weiterentwicklung. Zunächst einmal ist die Truppe um Gitarrist und Mastermind Marc Wüstenhagen kompositorisch klar gereift. Die Spannungsbögen der Songs funktionieren noch eine Ecke besser als früher, die Melodien finden schneller den Weg ins Ohr und verweilen dort länger, die Arrangements sind flüssiger und kompakter. Als Gewinn erweist sich die Rekrutierung von Steve Mittag am Schlagzeug, der zuvor bei den Death-Metallern ORTH aktiv war und akzentuiert und präzise wie ein Uhrwerk trommelt. Die einschneidenste Veränderung ist aber ganz klar im Gesangsbereich zu verzeichnen. Der neue Frontmann Norman Dittmar verfügt über eine melodischere, flexiblere und wärmere Stimme als sein Vorgänger Jörn Brodersen, was den neuen Songs ein dickes Plus an Charisma und Tiefe verleiht.
THUNDER AND LIGHTNING machen weiterhin keinen Hehl daraus, dass sie große Fans sind von PRIEST, MAIDEN, SAXON, METALLICA, GAMMA RAY und wie sie nicht alle heißen. Wer schrägen Vögeln bei der Neuerfindung des metallischen Rades zuhören will, schafft sich folglich besser eine andere Platte an. Qualitätsbewussten Edelstahl-Jüngern sei "Purity" allerdings wärmstens ans Herz gelegt, denn die Platte findet stets die angenehmste Balance zwischen Härte und Aggression auf der einen und Melodie und Eingängigkeit auf der anderen Seiten. Das Kapital von "Purity" besteht aus treffsicheren Riffs, herrlichen (Doppel-)Leads und Hooklines, die tatsächlich so etwas wie Magie verströmen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein wahrer Metalhead bei Sahnestücken wie dem flotten, mächtig rockenden 'Legend In The Making', dem atmosphärisch dichten 'Ancient Arrival' oder der hitverdächtigen Band-Hymne 'Thunder And Lightning' ruhig sitzen bleiben kann. Besonders erwähnenswert ist zudem das etwas düsterer und komplexer daher kommende 'Grey Scale Harmony' – ein sehr gelungener Schritt hin zur Erweiterung des musikalischen Spektrums. Könnte mir gut vorstellen, dass THUNDER AND LIGHTNING sich in ein solche Richtung weiter bewegen.
Fazit: Diese Jungs sind reif für einen ordentlichen Plattenvertrag und für die großen Bühnen dieser Welt. Wer auf ehrlichen, traditionellen Heavy Metal mit Stil und Klasse abfährt, sollte sich "Purity" auf keinen Fall entgehen lassen. Eventuelle Nörgeleien über mangelnde Originalität darf die Zielgruppe getrost ignorieren. Wer in Sachen Songwriting so viel auf dem Kasten hat, wird am Ende immer auf der Seite der Gewinner stehen. Beiden Daumen hoch für THUNDER AND LIGHTNING!
Quelle: http://powermetal.de/review/review-Thun ... 13140.html
THUNDER AND LIGHTNING "Dimension"

Schon bei meinem letzten Zusammentreffen mit THUNDER AND LIGHNING beim Vorgängeralbum "Purity" war ich mir sicher, dass ein Labelvertrag für die Berliner nur eine Frage der Zeit ist. Und wie ich nun sehe, ist meine Vermutung eingetroffen, denn "Dimension" erscheint nun über Hammersound.
Auch wenn im Promoflyer die Rede von Thrash Metal ist, würde ich THUNDER AND LIGHNING doch überwiegend im traditionellen Heavy Metal einordnen. Thrashige Einflüsse sind natürlich nicht zu überhören, insgesamt ist der Sound aber sehr vielseitig und mitunter auch recht melodisch. Dass sich in Stücken unterschiedlich intensive Abschnitte treffen, ist keine Seltenheit. Es zeichnet die Songwritingkunst der Jungs aus, dass sie vor komplexeren Strukturen und aufwendigeren Arrangements nicht zurückschrecken. Dennoch ist die Musik druckvoll und geradlinig genug, um sich schnell in die Gehörgänge zu spielen.
"Taken To Rest" ist solch ein Song, der genau die Eigenheiten, die ich im Vorabsatz beschrieben habe, beinhaltet: Ein durchdachtes, abwechslungsreiches Konstrukt, wechselnde Intensitäten und interessante Instrumentalarrangments, aber dennoch eine eingängige und melodische Hookline, die gut ins Ohr geht. Ähnlich strukturiert – vielleicht noch etwas melodischer und mit emotionalerem Touch – ist "Horizon". "6.17" knallt dann mit unverhohlenem Old-School-Feeling ordentlich. "Gismerøya" ist ein thrashiger Song, der aber nicht auf Geschwindigkeit sondern mehr auf musikalisches Ausdrücken der Energie setzt. Er erinnert mich so ein wenig an METALLICA in ihrer Mittelphase. Bei "Afterlife Pt.II – Back To Life" bauen die Berliner wieder stark auf unterschiedliche Intensität. Von ganz gefühlvollen Klängen, was sie übrigens auch gut meistern, bis zu dynamisch-energetisch ist alles vertreten. Durch die Leads kommt bei "Sixty Towels" ein wenig der Eindruck auf, druckvollen ICED EARTH zu lauschen. Wirklich cool ist hier der melodische Höhepunkt. "One Track Mind" setzt dagegen voll auf thrashige Elemente, und bei "Lost And Gone" lässt man der Emotionalität freien Lauf.
Man merkt angesichts meines Berichts schon, dass THUNDER AND LIGHTNING auf Abwechslung bedacht sind und den Hörer durch diese Vielseitigkeit auch bei Laune halten können. Dazu ist das Songwriting durchweg gelungen. Wirkliche Schwächen gibt es nicht. Was ich noch etwas vermisse, sind ganz große Hits, die deutlich über den Albumschnitt ragen. Die Berliner komponieren zwar auf gleichbleibend gutem Niveau, die echten Kracher fehlen aber noch. Technisch gibt es nichts zu mäkeln. Im instrumentalen Bereich geben sich TNL richtig professionell. Und Norman Dittmar hat ein variables Organ, das sich der Intensität eines Stückes gut anpassen kann, Höhepunkte gut ausreizt und den Song dadurch gekonnt rüberbringt. Ein paar mal hätte ich mir lediglich noch mehr Stimmpower gewünscht.
FAZIT: THUNDER AND LIGHTNING liefern mit "Dimension" ein abwechslungsreiches und druckvolles Metal-Album ab, das außerdem von einer Weiterentwicklung im Songwriting zeugt. Ob man das Werk nun als melodischen Thrash Metal oder thrashigen Heavy Metal bezeichnet – es ist auf jeden Fall ein Reinhören wert.
Quelle: http://www.musikreviews.de/reviews/2010 ... Dimension/

