
Wie in Stein gemeisselt steht es da, ihr Debüt aus dem Jahr 1985. Natürlich klingt die Band von westlichen Künstlern wie Scorpions, Iron Maiden oder Judas Priest, aber man hat durch die russische Sprache einen ganz eigenen Charme und eine besondere Atmosphäre. Die Band schöpft ihr Talent hier bereits voll aus. Man offeriert uns teils epische, vertrackte, atmosphärische Lieder wie "Volunteer", dann Nackenbrecher à la "Torero" bis hin zu industriell angehauchten, leicht futuristisch klingenden Stücken wie "America is behind". Man liefert uns viel Abwechslung und doch passt alles genial zusammen. 9,5/10
Nach dem vielleicht besten Album der Band folgt im nächsten Jahr dann gleich das schwächste. Das Album lässt sich zwar gut in einem Rutsch hören, klingt aber meist einfach nach russischen Kopien von Lieder der Scorpions, Judas Priest und Iron Maiden ("Will and reason", "Without you"). Man wirkt hier kommerzieller und weniger abwechslungsreich, zudem wurde der Metalgehalt auch ein wenig zurückgeschraubt. Am Interessantesten ist vermutlich das Basssolo "Memory of...", aber auch das kennt man schon ähnlich von Metallica. 7/10

Nur ein Jahr später kommt die Band mit diesem sowjetischen Metal-Meilenstein ums Eck. Man hat an Härte zugelegt, experimentiert aber auch mit überlangen Songs, die durchaus mal über acht Minuten gehen können. Es ist das russische Pendant zu Iron Maidens "Powerslave" und mit dem melodischen "Rose street" und dem knackigen Titelsong "Hero of asphalt" hat man zwei Hymnen für die Ewigkeit geschaffen, während epische Sachen wie "Ballad about an ancient Russian warrior" noch heute für Staunen und Gänsehaut sorgen. 9,5/10

Für viele Experten ist dies das definitive sowjetische Heavy Metal Album. Natürlich gibt es auch hier tolle Hymnen wie den unvergesslichen Titelsong "Play with fire", der zu dem besten zählt, was die Band je hervorgebracht hat. Das hymnische "Kick some ass!" und progressivere "What have you done to your dream?" sind weitere Highlights und Anspieltipps. Mein Problem mit der Scheibe ist, dass die Lieder weniger schnell zünden und die Energie des Vorgängers zurückgeschraubt wurde. Die Härte und Eingängigkeit ist einer ruhigeren udn progressiveren Stimmung gewichen, was an und für sich ja nicht schlecht klingt, aber die vorherige Scheibe beihaltete eigentlich nur klasse Songs während sich hier etwas Füllmaterial findet. Wenn man die vorherige Scheibe mit Iron Maidens "Powerslave" vergleicht, so ist dies hier das Pendant zu "Seventh son of a seventh son". 8/10

Kurz vor dem entgültigen Zerfall der Sowjetunion bringt die Band dieses Album heraus, das eine Mischung aus den letzten beiden Werken darstellt. Progressivere von Iron Maiden beeinflusste Songs wie "Don't want - don't believe me", der erneut sehr epische Titeltrack namens "Blood for blood" und das düstere, leicht symphonische "Antichrist" überzeugen und die Band klingt ausgeklügelter und erwachsener als zuvor. Dennoch sind wieder einige Filler mit dabei und man orientiert sich wieder etwas zu stark an seinen Idolen. 8/10

Ein Blick auf das Cover genügt um festzustellen, wo sich Iron Maiden für ihr "Dance of death" Cover inspiriert haben. Tatsächlich sind es hier endlich mal die Russen, die fortschrittlich und eigenständig klingen und ihren Idolen nun weniger hinterher hinken. Zwar klingen "Paranoia" oder "Slavery of illusions" klar nach Iron Maidens "Fear of the dark", aber man versucht sich auch an originellen Sachen. Die beiden Balladen "Angel Dust" und "Take my heart" sind vielleicht die besten der Bandgeschichte, während die episch-orchestrale Schiene mit dem Titelsong "Night is shorter than the day" fortfährt. 8,5/10

Endlich hat die russische Legende ihren ganz eigenen Sound gefunden. Neben Heavy Metal Hymnen mit leichtem modernen Touch wie dem knackigen Opener "Behold!" oder dem etwas komplexeren "Deserter" liefert man auch einige überraschenden Experimente ab. "Torture with silence" hat Jazzeinflüsse und bedient sich bei Loungesounds und arbeitet viel mit ruhigeren Elementen. "Sunset" schämt sich nicht Akustikgitarren und Violinen einzusetzen. Trotz der grossen Abwechslung klingt alles aus einem Guss und dieses ziemlich unbekannte und unterschätzte Album hat sicherlich mehr Aufmerksamkeit verdient. 9/10

Die Band startet ins neue Jahrtausend mit einer Rückkehr zu den Heavy Metal Wurzeln ähnlich wie Iron Maiden mit "Brave new world", auch wenn sich die beiden Scheiben dieses Mal nicht wirklich vergleichen lassen. Mit dem Titelsong "Chimera" hat man einen echten Knaller dabei und bei der Ballade "The Calm" konnte man sich auf der Singleversion die Dienste von Accepts Udo Dirkschneider sichern. Das Lied wurde auch von dem Duo Lindemann/Kruspe gecovert. Insgesamt klingt das Album aber irgendwie zu sehr nach kalkulierter Routine und obwohl man nun weiterhin eigenständig klingt, ist man dieses Mal weniger experimentierfreudig und hat auch einiges an Füllmaterial mit auf das Album gepackt. 7,5/10

Dieses Album ist ein Neustart für die Band, die nach dem letzten Alben fast komplett auseinanderging. Während der ehemalige Sänger Kipelov eine neue Band nach sich selbst benannt hat und noch schnell ein paar Musiker der ehemaligen Band mitnahm, machet die Band weiter und fand mit Artur Mikheev einen neuen charismatischen Sänger, der sowohl die Klassiker toll performt, als auch selbst dem neuen Material der Band gut tut. Man klingt auf diesem Album frisch und liefert soliden Heavy Metal mit Energie und ohne Kalkül oder Kompromisse. Die Hitsingle "Colisseum", der epische Titelsong "Baptizing with fire" oder die Ballade "There high above" klingen ach den Achtzigern und dennoch nicht altbacken. Das Konzept wird mit ein paar kleineren Experimenten wie dem teils psychedelischen "The battle" abgerundet. Definitiv eines der stärksten reinrassigen Heavy Metal Alben des Jahrzehntes. 9/10

Auch dieses Album hält den Geist des Heavy Metals am Leben, wie der tolle Opener "Last sunset" sofort unter Beweis stellt. Gleichzeitig experimentiert man wieder gut und erfolgreich, mal mit asiatischen Klängen in "Guard of empire", dann mit moderneren Elementen wie auf der Single "Alien". Wer soliden Heavy Metal sucht, sollte an diesem Album seine helle Freude haben. 8,5/10








