Die Band spielt Heavy und Doom Metal und wird hin und wieder auch als japanische Black Sabbath bezeichnet. Die Band ist seit 1987 aktiv und wurde von den Freunden Wajima Shinji (Gitarre und Gesang) und Suzuki Kenichi (Bass und Gesang) gegründet. Die beiden sind seit der Gründung dabei, lediglich die Position des Schlagzeugers hat sich einige Male verändert. Seit 2004 ist Nakajima Nobu (Schlagzeug und Gesang) dabei.
Ningen Isu bedeutet so viel wie ''Der menschliche Stuhl'' und basiert auf einer Horrorgeschichte von Edogawa Rampo, der vom Stil her ähnlich wie Edgar Allan Poe oder Sir Arthur Conan Doyle schreibt. Dieser Schriftsteller hat auch zahlreiche Regisseure inspiriert, beispielsweise Ishii Teruo, von dem ich einige Werke daheim stehen habe. Die Band Ningen Isu ist dementsprechend auch oft von literarischen Werken und besonders den Genres Horror und Fantasy inspiriert.
Die Band hat diese Woche ihr zweiundzwanzigstes Album namens Kuraku veröffentlicht. Oftmals sagt man ja, dass die Spätwerke vieler Bands nicht mit den frühen Alben mithalten können. Bei Ningen Isu ist das aber absolut nicht der Fall. Im Gegenteil, die Band hatte kurz vor der Pandemie sogar Erfolg in der westlichen Welt, spielte unter Anderem Konzerte in Berlin, Bochum und London.
Viele Leute fragen immer nach einem guten Einstieg zur Band. Diese Frage ist bei zweiundzwanzig grösstenteils hochklassigen Studioalben wirklich schwer. Im Zweifelsfall kann man sich vom starken Debütalbum Ningen Shikkaku (''Nicht mehr menschlich'', basierend auf einem Roman von Dazai Osamu, dem bis heute zweitmeistverkauften Roman in Japan) hocharbeiten oder eben mit dem aktuellsten Album starten.
Wer auf eine Kompilation beharrt, sollte sich die Greatest Hits von 2014 besorgen, prall gefüllt mir 28 Liedern, darunter vier richtig tollen brandneuen Stücken. Das war auch meine erste Doppel-CD von Ningen Isu.
Wer vielleicht lieber mit einem Livealbum starten möchte, könnte dies mit dem Doppelalbum plus DVD von 2017 machen. Hier sind insgesamt fünfundzwanzig verschiedene Stücke drauf. Auch dieses Album habe ich mir gekauft und oft gehört.
Falls es unbedingt ein reguläres Album sein soll, kann auf den Soundtrack des berühmten Manga Mugen No Juunin (international bekannt als ''Blade of the Immortal'', den Live Action Film des grossartigen Miike Takashi von 2017 kann ich übrigens sehr empfehlen) zurückgreifen. Das Album wurde letztes Jahr neu aufgelegt und enthält neben den zehn Liedern von 1996 auch eine seltene B-Seite und das Titelstück zur Neuauflage des Animes im Jahr 2020. Klar, dass ich mir diese Neuauflage auch besorgt habe.
Bevor ich noch mehr schreibe, folgen hier ein paar Anspieltipps in chronologischer Reihenfolge (zur Vereinfachung schreibe ich die englischen Übersetzungen auf):
''Tears of the Apple'' (1989):
''Ghost Train'' (1999)
''Love Suicide at Shinagawa'' (2006)
''Namahage'' (2014)
''The Colour Out of Space'' (2014)
''Heartless Scat'' (2019)
''Love Nirvana'' (2019)
Viel Spass damit!


