Die Vorfreude war gross und die Hoffnung auf eine längere Setlist als im Frühling in Dornbirn auch. In Dornbirn spielte Sanhedrin eigentlich nur als Vorband von Stallion, und die finde ich schrecklich (ich war aber dort aufgrund der T-Shirts und den Fanreaktionen mit meiner Meinung wohl so ziemlich in Unterzahl
Spirit Adrift begannen ihr Set um 21 Uhr und legten mit "Hear Her" ziemlich flott los. Geiler Song! Leider schien mir der Gitarrensound nicht sehr fett zu sein. Da es bei Sanhedrin auch so klang gehe ich mal davon aus, dass der Grund bei der bescheidenen Soundanlage im Coc d’Or zu suchen ist und ich wegen meinem Standort möglicherweise mehr vom Bühnensound als von der «Anlage» mitbekommen habe. Bei Idle Hands im Mai im gleichen Club ist mir das nicht so stark aufgefallen. Spirit Adrift waren instrumental toll eingespielt, doch mir schien die Stimme von Nathan ein wenig angeschlagen zu sein. Ist aber beim intensiven Tourplan, mit trotz teils sehr weiten Anfahrwegen wenigen Day-Offs, auch verständlich. Die Halbballade "Angel and Abyss" sang er aber grossartig, sehr intensiv. Gefiel mir viel besser als auf dem Album. Eine Überraschung war auch der Song "Eyes Were not Alive", welcher bis dato nur auf einer Flexi 7 veröffentlicht worden ist. Ein grossartiger Song. Nathan sagte mir nach der Show, dass der Song eventuell noch auf einer EP veröffentlicht werden solle. Mal schauen. Der Song hätte es verdient mehr Leuten zugänglich gemacht zu werden. Nach knapp 50 Minuten war aber der Spuk leider schon vorbei.
Setlist:
Hear Her
Divided by Darkness
Born Into Fire
Curse of Conception
Eyes Were Not Alive
Tortured by Time
Angel and Abyss
Earthbound
Sanhedrin fingen dann etwas eine halbe Stunde später an und legten mit "Wind on the Storm" flott los. Der Gitarrensound war leider auch ein wenig dünn, aber sonst war der Sound ok. Die Band ist toll eingespielt und als im Publikum ein wenig Bewegung reinkam schien das speziell Erica sehr zu geniessen (es wurde aber dann mal zuviel...). Da am Anfang der Tour "Collateral Damage" in der Setlist war hoffte ich natürlich schwer auf diesen genialen Song. Dummerweise entschied sich die Band den Song in Olten nicht zu spielen. Dann kam noch so ein besoffener 1.90m Vollidiot ins Publikum und wusste nichts anderes zu tun als extrem egoistisch herum zu pogen. Macht in einem Club von vielleicht 6m x 12m einfach nicht viel Spass, da man kaum Ausweichmöglichkeiten hat. Als er dann beim Song "In from the Outside" noch auf die Bühne stieg, fand das der Gitarrist Jeremy gar nicht witzig. Bei einer so kleinen Bühne, wo sich die Musiker schon nur zu dritt fast gegenseitig auf den Füssen rumstehen, hat es nicht noch Platz für einen geistig benebelten Besucher. Prompt ging etwas zu Bruch. Ob es wegen dem Typen war oder ob Jeremy bei seiner Aktion, den Kerl von der Bühne zu spedieren, selber etwas von seinem Equipment beschädigt hat, kann ich nicht sagen. Aber es war sehr ärgerlich, dass dadurch das geniale Gitarrensolo grösstenteils ausfallen musste und die Band den Song schlussendlich abgebrochen haben damit Jeremy sein Setup wieder funktionstüchtig machen konnte. Vielen Dank dem hirnlosen Idioten. Der Vollpfosten ist mir schon früher bei Konzerten negativ aufgefallen. Jedes Mal war er stockbesoffen und störte auf extrem egoistische Weise andere Konzertbesucher. Sich vor einem Konzert so volllaufen zu lassen kann ich bei einem um die 50 Jahre alten Menschen einfach nicht mehr verstehen. Warum geht man an ein Konzert, wenn man sich am nächsten Tag sowieso an nichts mehr erinnern kann? Ist mir schleierhaft. Nach etwas über 50 Minuten war dann leider auch bei Sanherdin zu meinem grossen Entsetzen schon Schicht im Schacht
Das hat mich schon sehr verärgert. Aber wie schon vorher erwähnt, kann ich das beim Tour- und Fahrplan ein wenig nachvollziehen. Als dann die beiden Bands gleich nach dem Konzert eigenhändig noch das ganze Equipment in den Tourbus (ein einfacher Van) schuften mussten und der nächste Auftrittsort (Osnabrück) auch nicht gerade in der Nähe liegt, hatte ich noch mehr Verständnis. Bix mit gemütlichem Tourbus mit Liegeplätze usw.
Trotzdem, ich glaube mit so kurzen Konzerten hinterlassen Bands nicht gerade den besten Eindruck. Die meisten Besucher kriegen ja von den Umständen einer Tour nichts mit und nehmen im schlimmsten Fall nur die kurze Spielzeit als Erinnerung mit. Auch trotz den widrigen Umständen der Tour bleibt bei mir ein eher bitterer Nachgeschmack hängen. Ich denke man darf von Bands einer Co-Headliner Tour schon ein wenig mehr erwarten. Mindestens eine Stunde Spielzeit sollte schon drinliegen. Schlussendlich können die zahlenden Besucher nichts dafür, wenn die Tourplanung so versagt hat.
Es bleibt uimmer noch die Hoffnung, Sanhedrin das nächste Mal mit längerer Setlsit sehen zu können.
Setlist:
Wind on the Storm
Meditation
Die Trying
The Poisoner
The Gateway
Riding on the Dawn
In from the Outside
A Funeral for the World
For the Wicked





