Accept

Allgemeines über Metal- & Rockbands, Solokünstler und andere Projekte

Moderator: Chewie

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chemicalwedding
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Re: Accept

#196

Beitrag von chemicalwedding »

ZoSo_Capricorn hat geschrieben:Der Orchester-Kram ist im Bereich vom Old School Metal total fehl am Platz. Wenn, dann sollte man es von Anfang an so konzipieren, wie im Symphonic Metal (wenn man es denn braucht).
Bei purem, simplen Old School Metal finde ich auch, dass ein Orchester nicht dazu passt. Aber es gibt durchaus Metal Songs wo ein Orchester gut passen würde.
Symphonic Metal fand ich am Anfang ganz cool, heute finde ich das grösstenteils gruselig. Oft komplett überladen und ideenlos.

ZoSo_Capricorn hat geschrieben:Beides ist einfach komplett gegensätzlich. Rock und Metal sind für mich Energie, Roher und verzerrter Sound, Leidenschaft, Impulsivität, Spontanität, Dynamik, Kontrollverlust. Und die Orte, wo die Musik stattfindet sind Kneipen oder Clubs, keine Konzertsäle wo ein Orchester Platz hat. Es wird Bier ausgeschenkt und kein Schampus. Man steht und sitzt nicht. Man schreit und gröllt anstatt "Bravo" zu rufen.
Ja, beides ist irgendwo gegensätzlich, aber es gibt eben auch viele Verandtschaften. Auch Klassik kann leidenschaftlich und voller Energie sein. Man muss dazu natürlich ein offenes Ohr für andere Klänge haben. Aber Stücke wie "In der Halle des Bergkönigs" von Grieg oder "Der Sommer" von Vivaldi strotzen nur so von Energie, auch ohne verzerrten Gitarren. Metal kann auch sehr melodisch und einfühlend sein (nicht zwingend im puren Old School Metal, soll ja primär auch rocken). Aber Zwischenteile wie bei Powerslave oder Master of Puppets sind einfach grossartig und haben einen sehr starken klassischen Einfluss.

Musikalisch hochstehnder Metal hat sehr viel Verwandtschaft mit klassischer Musik, Tempowechsel, Breaks, anspruchsvolle Strukturen und eine gewisse Virtuosität. Natürlich spreche ich da nicht von Bands wie Anvil oder Raven. Und ich denke wenn gut gemacht würden Songs wie Powerslave oder Master of Puppets mit einem Orchester bompastisch klingen (natürlich nicht wie beim S&M Projket von Metallica realisiert). Ein weiteres Beispiel, dass Metal hervorragend mit Klassik kombiniert werden kann ist "Gutter Ballett" von Savatage.

Zurück zu ACCEPT, ja, bei dieser Band gibts tatsächlich nicht viele Songs die das Potential hätten, mit einem Orchester gespielt zu werden.
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Quebec-weekend-warrior89
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Re: Accept

#197

Beitrag von Quebec-weekend-warrior89 »

Abgesehen von direkt artverwandten Genres wie Rock 'n' Roll und Blues ist die klassische Musik das Genre, was sich in seiner Emotion, Struktur und Virtuositat am ehesten dem klassischen Heavy Metal annahert. Das trifft auf epischere, komplexere und melodischere Subgenres wie Symphonic, Progressive und Power Metal naturlich noch mehr zu und auf andere Subgenres wie Sludge, Grindcore und Brutal Death Metal eher weniger. Diese Vielseitigkeit ist ja auch etwas was sowohl Metal oder Rockmusik als auch klassiche Musik so interessant macht.

Das neue Lied von Accept ist naturlich einfach nur schlecht und ich konnte es nicht einmal bis zum Ende horen. Aber die Band hat bereits mehrfach Elemente der klassichen Musik sehr gut in ihre Lieder integriert, beispielsweise Ludwig van Beethovens Für Elise in ''Metal Heart'' oder Alexander Alexandrovs sowjetische Nationalhymne in ''Stalingrad'' und da hat es meiner Meinung nach immer perfekt gepasst.

Was die Kombination aus beispielweise Chormusik und Metal angeht, finde ich beispielsweise Satyricons Live at the Opera (2015) sehr gelungen.

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Was die Mischung aus Orchestermusik und Heavy Metal angeht, so kann ich dieses Veroffentlichung der russischen Heavy Metal Legend Aria (2016) empfehlen.

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Abbath
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Re: Accept

#198

Beitrag von Abbath »

Quebec-weekend-warrior89 hat geschrieben:Aber die Band hat bereits mehrfach Elemente der klassichen Musik sehr gut in ihre Lieder integriert, beispielsweise Ludwig van Beethovens Für Elise in ''Metal Heart'' oder Alexander Alexandrovs sowjetische Nationalhymne in ''Stalingrad'' und da hat es meiner Meinung nach immer perfekt gepasst.
Eben, du sagst es: sie haben Elemente integriert, sprich in Form eines Gitarrensolos oder ähnlichem. Das fand ich auch immer super und hat gut gepasst.

Die aktuelle Sachlage find ich aber weiterhin bescheuert - die Metal Songs einfach zusammen mit nem Orchester zu spielen. Das passt imo nicht (wurde ja schließlich auch anfänglich nicht so konzipiert beim Songwriting) und wirkt demnach bei weitem nicht so homogen, wie bei den angesprochenen Einbettungen in "Metal Heart", "Stalingrad" oder "Final Journey".

Hoffe, dass die "Band" das bei der Tour aufgrund (möglicherweise) weniger Zuschauer selber schnell einsieht.
"There is a road, that I must travel. May it be paved or unseen..." (Disillusion - Back to Times of Splendor)

https://www.musik-sammler.de/sammlung/maidenhead/
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ZoSo_Capricorn
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Re: Accept

#199

Beitrag von ZoSo_Capricorn »

Der Punkt ist einfach: Accept hat die klassischen Elemente integriert, aber die Songs an sich sind Heavy Metal pur. Diese Songs einfach mit einem Orchester spielen zu wollen ist meines Erachtens absurd.

Es gibt da dieses eine Album "The London Philharmonic Orchestra ‎– Kashmir: Symphonic Led Zeppelin", das einige Led Zeppelin Songs komplett auf Orchester umgeschrieben hat. Ich kann es jedem empfehlen, der dafür was übrig hat. Auf dem Album gibt es keinen Gesang und keine elektrischen Instrumenten. Wenn man Rock Songs orchestral aufmachen will, dann so. Aber die Kombination von beidem im Nachhinein (!) ist grauenhaft.

Ich bin kein großer Fan von Symphonic Metal, aber ich erkenne die Leistung an dort zwei Genres zu vermischen und was Neues daraus zu erschaffen. Aber es unterscheidet sich dann doch stark von dem Metal und Rock Spirit aus den Anfangstagen.

https://www.discogs.com/de/The-London-P ... se/1153188
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chemicalwedding
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Re: Accept

#200

Beitrag von chemicalwedding »

ZoSo_Capricorn hat geschrieben:Der Punkt ist einfach: Accept hat die klassischen Elemente integriert, aber die Songs an sich sind Heavy Metal pur. Diese Songs einfach mit einem Orchester spielen zu wollen ist meines Erachtens absurd.
Da bin ich gleicher Meinung. Ich denke es gibt schon ein paar Songs, die man mit einem Orchester interessant gestallten könnte. Aber Accept bewegen sich im Schnitt auf einem eher einfachen Level, was die Songstruktur und Riffs angeht. Die Soli von Hofmann sind natürlich schon oft Extraklasse. Aber dazu braucht es kein Orchester, welches im Hintergrund einfache Akkord spielt.
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ZoSo_Capricorn
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Re: Accept

#201

Beitrag von ZoSo_Capricorn »

chemicalwedding hat geschrieben:
Da bin ich gleicher Meinung. Ich denke es gibt schon ein paar Songs, die man mit einem Orchester interessant gestallten könnte. Aber Accept bewegen sich im Schnitt auf einem eher einfachen Level, was die Songstruktur und Riffs angeht. Die Soli von Hofmann sind natürlich schon oft Extraklasse. Aber dazu braucht es kein Orchester, welches im Hintergrund einfache Akkord spielt.
Ganz genau, in diesem Fall gibt es (für mich) keinen Mehrwert, nur weil das Orchester im Hintergrund mitdudelt. Wenn Nightwish sich mit einem Orchester auf die Bühnestellt, ist das was anderes. Da geben es die Songs alleine wegen des Keyboards her. Wobei man sich dann die Frage stellen muss, warum der Keyboarder beim Konzert noch auf der Bühne steht. :) Denn der übernimmt ja häufig diesen Part in den Songs. Aber grundsätzlich würde es dort wesentlich besser passen. Wahrscheinlich hat Nightwish das auch schonmal gemacht, nur weiß ich davon nichts, weil ich mich mit denen nicht so viel beschäftige.
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eddie666
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Re: Accept

#202

Beitrag von eddie666 »

Accept spielen künftig mit 3 Gitarristen!

https://www.metal-hammer.de/accept-rekr ... n-1318055/
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Re: Accept

#203

Beitrag von Quebec-weekend-warrior89 »

Das ist vollig unnotig! Ich kenne keine andere Band, der so etwas einfallen wurde :D
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chemicalwedding
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Re: Accept

#204

Beitrag von chemicalwedding »

eddie666 hat geschrieben:Accept spielen künftig mit 3 Gitarristen!

https://www.metal-hammer.de/accept-rekr ... n-1318055/
für was?
Leads spielt nur Hoffmann und der andere raffelt die Riffs. Wozu es da einen dritten Gitarristen benötigt ist mir schleierhaft.
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Re: Accept

#205

Beitrag von eddie666 »

chemicalwedding hat geschrieben:
für was?
Leads spielt nur Hoffmann und der andere raffelt die Riffs. Wozu es da einen dritten Gitarristen benötigt ist mir schleierhaft.
Zumal ja Accept auch eher in kleineren Hallen mit kleineren Bühnen spielt. Hoffentlich rennen sie sich nicht über den Haufen.
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Re: Accept

#206

Beitrag von ZoSo_Capricorn »

Selbst bei Iron Maiden ist es ja grenzwertig. Eigentlich braucht keine Band mehr als zwei Gitarristen.
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chemicalwedding
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Re: Accept

#207

Beitrag von chemicalwedding »

ZoSo_Capricorn hat geschrieben:Selbst bei Iron Maiden ist es ja grenzwertig. Eigentlich braucht keine Band mehr als zwei Gitarristen.
:super:
Sehe ich auch so. Sehe den Benfit bei Accept nun ganz einfach nicht. Die Musik ist ja nicht sehr komplex.

Live sehe ich auch bei Maiden keinen wirklichen Benefit mit drei Gitarristen. Bei den Harmonien spielen die drei oft das gleiche, einfach versetzt (z.B. oktaviert und Quint), bei den Soli spielen zwei immer zusammen das Riff und der dritte soliert. Wirklich ausnutzen tun Maiden das Potenzial von drei Gitarristen eher selten. Da könnte man musikalisch viel mehr machen. Nebenbei hatten Dave und Adrian in den 80ziger zu zweit mehr Druck und Power als heute zu dritt. Aber das ist immer Geschmacksache. Zu dritt ist die Wahrscheinlichkeit nicht sauber zusammen zu spielen viel grösser.
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ZoSo_Capricorn
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Re: Accept

#208

Beitrag von ZoSo_Capricorn »

Manche Sachen bei Maiden sind mit 3 Gitarristen schon ganz cool. Z.B. das Trooper Solo macht mit zwei Solisten schon sehr viel Spaß. Und obwohl sie, wie du sagst, in der Tonlage versetzt spielen, ist der Benefit nicht sooo groß. Das beste ist eigentlich, dass man 3 sehr unterschiedliche Stile hat und die auch bei einem Konzert bei den Soli hören kann. Das muss man den Dreien lassen, sie klingen sehr unterschiedlich.

Aber bei Accept wiederum, ... hat man den Hoffmann den man vornehmlich als Gitarristen sehen will. Ihn + 1.
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chemicalwedding
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Re: Accept

#209

Beitrag von chemicalwedding »

ZoSo_Capricorn hat geschrieben:Manche Sachen bei Maiden sind mit 3 Gitarristen schon ganz cool. Z.B. das Trooper Solo macht mit zwei Solisten schon sehr viel Spaß.
Bei mir ist es gerade umgekehrt. Mich stört das Gedudel während dem Solo von Adrian. Adrian kann das einfach besser. Das Solo bei The Trooper klingt so einfach schlecht. Überhaupt finde ich es nicht optimal, dass Janick irgendwelche Soli von Adrian spielt. Hallowed war früher ein geiler Song, aber mit dem Geleier von Janick hat der Song für mich viel seiner Magie verloren. Janick hat andere Stärken, seine eigenen Soli klingen in der Regel ja gut, wie z.B. bei Fear of the Dark oder Blood Brothers. Aber den Stil von Adrian hat er überhaupt nicht drauf :nein:

Ich denke, Maiden könnte aus den drei komplett verschiedenen Gitarrenstile viel mehr rausholen. Diese zweistimmigen Soli sind ein Witz, ausser es wurde bereits auf der Platte so aufgenommen.
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Re: Accept

#210

Beitrag von rocknrolf »

Ja ich halte auch nichts von 2 stimmigen Soli, ich glaube bei "The Evil that man do" machen sie es auch und es klingt immer leicht dissonant. Ich finde auch das der Druck fehlt, Live after Death hat so eine Power mit 2 Gitarren, da kam bisher kein Live Album seit der Reunion ran. Dazu hat Janick leider kein so gutes Rhythmusgefühl, wenn man sich sein damaliges 2 Minutes to Midnight Intro anhört oder das Intro von Lord of the Flies 2003er Live. Man merkt das er keinen richtigen "Maiden-groove" hat.

Zu Accept, ich denke es ist ja mittlerweile ein reines Wolf Soloprojekt, daher wundert es mich um so mehr, dass er da 2 andere Gitarristen "duldet". Wobei Hoffmann bisher eigentlich nie großartig als Egomane aufgefallen ist.
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