Quebec-weekend-warrior89 hat geschrieben:Die Diskussionen hier gab es auch bereits vor etwa fünfundzwanzig Jahren. Blaze Bayley mag technisch limitiert sein, aber seine Stimme passt meiner Meinung perfekt zu dem düsteren Material auf The X Factor. Gerade diese imperfekten Noten machen das Material noch einmal authentischer und emotionaler für mich.
Das ist als Meinung natürlich in Ordnung, allerdings sind Argumente wie "authentisch" und "emotional" eben sehr beliebig.
Es wäre auch unpassend, wenn jemand über Kriegstraumata und Suizidgedanken singt und dann eine helle Tonlage anstimmt und perfekt jeden Ton trifft.
Nein, ich finde da redest du dir das Gehörte schön bzw erhebst du deinen Geschmack zum alleinigen Maßstab. Ich sehe für diese Aussage keine Grundlage.
Ich finde, dass Steve Harris für dieses Album genau den richtigen Sänger gefunden und viel Mut bewiesen hat,
Mut ja, die grundsätzliche Idee einen neuen, düstereren Zugang zu wählen finde ich auch nachvollziehbar, aber der richtige Sänger war Blaze mMn nicht. Er war selbst im Studio überfordert, das hörst ja auch du (die falschen Töne mag man euphemistisch als passend ansehen, ich denke aber nicht, dass die so gewollt waren), von den Konzerten ganz zu schweigen. Es gibt viele Sänger mit ähnlicher Stimmlage die das technisch viel besser gesungen hätten. Und das hätte der emotionalen Tiefe sicherlich keinen Abbruch getan.
da die negativen Reaktionen vieler Fans vorhersehbar waren.
Diese Aussage impliziert, dass Harris den Misserfolg vorhergesehen hat, den kommerziellen Flop quasi billigend in Kauf nahm, er bewusst ein (vermeintlich) großes Kunstwerk als Statement dem Erfolg unterordnete und ihm die ausbleibende Anerkennung wurscht war. Das ist, mit Verlaub, absoluter Quatsch. Erstens hätte er das dann auch deutlich so kommunizieren können, zweitens hätte er Bruce dann nicht zurück holen müssen. Aber auch abgesehen von meinen Gegenargumenten scheint mir der Gedanke sehr fraglich.
Maiden ist so viel mehr als nur Bruce Dickinson
Ja, aber Dickinson ist ein wichtiger Baustein für den großen und anhaltenden Erfolg der Band, wenn auch nicht der einzige.
und dieses Album unterstreicht dies noch einmal.
Für mich unterstreicht es, dass essentielle Bandmitglieder nicht einfach so zu ersetzen sind. Die Magie, das Besondere das ein musikalisches Kollektiv ausmacht hängt von vielen Faktoren ab. Fällt einer, fallen mehrere prägende Musiker weg, dann geht häufig auch das Besondere verloren, dass was einen Act so großartig und einzigartig macht. Ohne Adrian und Bruce waren Maiden (für mich) so eine Band, die nurmehr ein Schatten ihrer selbst war. Allerdings freue ich mich für jeden, der das Album mag, nicht, dass wir uns falsch verstehen. Für mich sind Maiden in dieser Phase nicht Maiden, auch wenn einiges im Sound noch an sie erinnert. Würde nicht Maiden auf dem Cover stehen, dann hätte ich das Album gar nicht. Ich glaube auch nicht, dass das Album ohne diesen Namen (also von einer neuen Band auf den Markt geworfen) irgemdwelche Wellen geschlagen hätte. Es wäre total untergegangen.