Lulu kann man nicht zählen, weil es kein wirkliches Metallica-Album ist, da die Musik komplett von Lou Reed stammt. Metallica sind also nur die "Performer" für Lou. Trotzdem kann man es musikalisch aber grob als Indie Rock einstufen und der ist schon länger im Trend.
Viele Bands gehen derzeit ja vermehrt "back to the roots" und auch junge Bands sind wieder massiv vom Sound der Siebziger und Achtziger geprägt, von daher war "Death Magnetic" auf jeden Fall auch das Aufspringen auf einen Trendzug, das darf man nicht vergessen. [...] Wenn du aber das Trendargument nimmst, dann war die Schwarze auch ein Trendalbum und "Master Of Puppets" auch nur eine Kopie von "Ride The Lightning". Metallica haben also quasi nur Trendalben veröffentlicht außer "Kill 'Em All", "Ride The Lightning", mit Abstrichen "And Justice For All..." und eben "Lulu"^^ Ich denke, dass dieses Trendzugargument in der Hinsicht ein wenig ungültig wird.
Inwiefern waren denn Master of Puppets und And Justice For All trendig? Thrash Metal war gewiss nicht im Trend, sondern eher Hair Metal & Co.
Auch wenn ich es grundsätzlich als negativ empfinde, wenn Bands auf Trendzüge aufspringen, heißt das nicht, dass das Ergebnis unbedingt schlecht sein muss.

Rush z.b. sind mit "Counterparts" ein bisschen auf den Alternative Rock Trend aufgesprungen, aber unter den Fans halten es viele für das beste Album seit den frühen 80ern. Ich persönlich aber nicht, weil Rush auf dem Album fast wie ein typische Alt-Rock Band klingen und die Kreativität alter Tage langweilgen Songstrukturen weichen musste. Um aber mal ein für mich positives Beispiel zu nennen: Skunkworks von unserem Bruce. Das war musikalisch schon sehr von Grunge und Alt Rock beeinflusst, aber für mich beinhaltet es geniales, inspiriertes Songwriting, auch wenn mir da die meisten nicht Recht geben würden.
Auch wenn ich "Lulu" abgrundtief schlecht fand, finde ich so etwas immer noch respektabler als die Leichenfledderei von "Death Magnetic", auch wenn ich das Album subjektiv klar besser fand. Man muss da die Subjektivität ignorieren und die Objektivität berücksichtigen, wenn du verstehst, wie ich das meine.

Und ab und zu können Experimente ja auch mal gut gelingen

Da kann ich deine Einstellung überhaupt nicht verstehen. Für dich ist es also prinzipiell besser und respektabler, wenn Bands krampfhaft ihren Stil verändern, aber die Qualität ist dir dabei völlig egal? :wtf:
Und nein, mit der Subjektivität/Objektivität kann ich dir nicht wirklich folgen, denn Musikgeschmack ist immer subjektiv und zumindest ich persönlich beurteile ein Album in erster Linie nach seiner Qualität und nicht danach, ob es nun musikalisch alt oder neu bzw. anders ist. Im Prinzip kann jede Band rumexperimentieren oder auf Trends aufspringen, das verdient keinen wirklichen Respekt, auch wenn es vielleicht schon mal Mut kostet.
Das Problem mit solchen vorhersehbaren Alben ist, dass sie dennoch nie ganz an die Klassiker heranreichen und daher nur ein Schatten der Vergangenheit sind. Von daher habe ich persönlich dann doch lieber mal etwas ganz Neues, ansonsten kann sich die Band doch gleich ganz auflösen oder nur noch Retrotouren machen.
Nein, da ziehe ich im Falle von Metallica eindeutig "vorhersehbare" Alben vor, als solchen peinlichen Mist wie St. Anger oder Lulu, auch wenn sie nicht an die Klassiker heranreichen, aber das ist doch sowieso bei den meisten Rock/Metal Bands der Fall. Es gibt ja diesen Spruch "Schuster, bleib bei deinen Leisten"
Aber du hast Recht, Metallica können sich (schon lange) besser auflösen, denn musikalisch kommt da nichts anständiges mehr zustande und live sind sie auch schon lange nicht mehr das, was sie mal in den 80ern und frühen 90ern waren. Das Thema wurde aber schon tausendfach breitgetreten...
"Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich."
Johannes 14:6