Accept sind eine Band, die schon seit den 80ern ihren eigenen Sound entwickelt und den auch in den Folgejahren immer wieder perfekt definiert hat - auch seit 2010 mit der Reunion. Man kann bestimmt sagen, dass seit der "Blood Of The Nations" eigentlich immer wieder das gleiche Album neu aufgenommen wurde, aber ich höre auch auf der neuen Scheibe klar die typischen Trademarks und habe viel Spaß mit den Songs. Gerade der verlinkte Titelsong geht schön treibend nach vorne und ich liebe das Riff im Chorus.
Es ist natürlich schön, dass es auch heutzutage noch viele neue Bands mit (sicherlich) frischem Sound gibt, aber mich persönlich holen die meisten nicht mehr ab. Da klingt dann irgendwas wieder nach Maiden, da nach Priest, eine Prise Slayer oder Metalllca usw. Der Sound klingt oft gewollt nach Old School.
Da greife ich dann doch lieber zu dem Original. Und mir persönlich ist ein neues Album der älteren Fraktion dann doch auch lieber, da ich mich bei vielen Bands einfach freue, dass sie noch was Neues veröffentlichen. Im Falle von Priest bspw. sogar ein Album wie die "Firepower", was mich nochmal total plättet.
Klar kann man das Rad nicht mehr neu erfinden. Es gibt auch einige wenige Ausnahmen von jungen Bands, die in der ganzen Gemengelage doch ihren eigenen Sound entwickeln können oder es schaffen, sich ein wenig abzusetzen. Ich finde zum Beispiel "Ghost" durch ihre verrückte Kombi irgendwie immer noch recht eigenständig, aber das ist sicherlich alles Geschmacksache.
Zur neuen Accept:
Zugegeben, ich gehe davon aus, dass die Platte im Reunion-Ranking bei mir den letzten Platz einnehmen wird. Dennoch gefällt sie mir und es ist ein schöner Start in das neue Jahr. Das Eröffnungsdoppel ist gleich mal ein Highlight, der Undertaker macht im Albumkontext viel mehr Sinn, und die klassischen Soli-Spielereien in "Symphony Of Pain" wirken für mich deutlich homogener als noch auf den letzten Platten. "How Do We Sleep" ist auch eine dieser Hymnen, die ich bei Accept so liebe. Der Rest ist halt klassischer Stoff, n bisschen härter wieder als zuletzt.
Ich finde, Hoffmann schreibt immer noch gute Riffs, die sich nicht so repetitiv anhören wie manche immer denken und seine Soli sind ohnehin spitze. Mark singt wieder sehr variabel auf der Platte und der Sound "ballert" nicht so wie befürchtet.
Für mich wären das so 7 / 7,5 Punkte schätze ich.


