
Ich möchte hier mal einen Thread über eine meiner absoluten Lieblingsbands eröffnen. The Old Dead Tree waren eine Band aus Paris, Frankreich, die in ihrer kurzen, aber intensiven Karriere viele Besetzungswechsel und Niederschläge erleben musste, die nach ihrer Gründung im Jahr 1997 schliesslich im Jahr 2009 zum Ende der Gruppe führten. Die Band spielt eine düstere Mischung aus Gothic-Metal mit Einflüssen aus dem Death/Black-Bereich welche mit vielen progressiven Experimenten vermischt werden. Die Band wird hin und wieder mit Opeth, Paradise Lost oder Katatonia verglichen, aber ich finde, dass sie vor allem einfach nach sich selbst klingen und schwer zu kategorisieren sind.



Nach der Demo "The Blossom" war es vor allem der Suizid des Drummers Frédéric Guillemot, der die Band zurückwarf, sodass das erste Album "The Nameless Disease" (meine Note 9,5/10) erst Anfang des Jahres 2003 erschien. Das Album ist ein melancholisches, düsteres und introspektives Werk, bei dem sich jeder Song in einer gewissen Weise mit diesem Suizid aueinandersetzt. Die Songs handeln hauptsächlich über den fragilen Charakter des Toten und über die Gefühle der übrigen Bandmitglieder und wie sie diese Ereignisse überwältigt haben. Songtitel wie "It can't be!", "How could you?" oder "Won't follow him" sind da ganz klare und intensive Aussagen. Ich präsentiere euch mal den Opener namens "We cry as one", der das Album sehr schön einleitet:
[BBvideo 425,350][/BBvideo]


Zwei Jahre später folgte im Jahr 2005 dann der Meilenstein der Band. Bis heute ist dieses Album namens "The Perpetual Motion" (meine Note: 10/10) in meinen Top 3 der besten Alben aller Zeiten. Die Intensität und Progressivität des Albums hat mich damals wie heute völlig ergriffen. Sänger Manuel Munoz singt in mindestens vier, fünf verschiedenen Stimmlagen und ist der Hauptfaktor, der zu der intensiven Stimmung auf dem Album führt. Vincent Danhier liefert am Bass eine sehr gute Vorstellung ab und ist teilweise schön herauszuhören. Nicolas Chevrollier feuert ein melancholisches Riff nach dem Anderen ab. Schlagzeuger Foued Moukid trommelts ich hier die Seele aus dem Leib und spielt einen anderen Rhythmus nach dem Anderen auf diesem progressiven Album, wo viele Songs ineinander übergehen. Die Band experimentiert aber auch viel. Samples von Wasser-und Luftgeräuschen, Pianoeinsätze, jazzige Passagen und Instrumentalstücke sind ebenso vertreten wie viele gothische Anleihen, progressive Passagen oder Death/Black-Einflüsse.
Ich könnte noch Stunden über dieses Album schreiben, welches, abgesehen vom Opener "Out Of Breath", in drei Geschichten mit mehreren Akten unterteilt ist: The Lost Boy (Lied 2 bis Lied 5), Down (Lied 6 bis Lied 10) und The Sad Fairytale (Lied 11 und Lied 12). Ich möchte euch den Anfang von "Down" als Auszug von diesem Album präsentieren:
[BBvideo 425,350][/BBvideo]


Zwei Jahre später lieferte die Band ihr letztes Album namens "The Water Fields" (meine Note: 8/10) ab, das zumeist etwas ruhiger und verträumter klingt als die vorhergehenden Alben. Mit dem Album wurde die Band bekannter und tourte mit einigen Bands durch halb Europa. Ich schicke für dieses Album mal den Titelsong für euch ins Rennen.
[BBvideo 425,350][/BBvideo]
Das war dann der Anfang vom Ende. Nach mehreren Besetzungswechseln begann die Band schon an ihrem vierten Album zu schreiben und hatte auch einiges an Material aufgenommen, aber musikalische Differenzen und erneute drohende Besetzungswechsel veranlassten die Band dazu im Jahr 2009 entgültig das Handtuch zu schmeissen, da man mit weiteren Personalwechseln einfach nicht mehr nach The Old Dead Tree klingen würde. Die angefangenen Lieder wurden leider nie veröffentlicht und um die ehemaligen Mitglieder ist es relativ still geworden, ausgenommen vom marokkanischen Schlagzeuger Foued Moukid, der bei der Band "Arkan" spielt, die Gothic und Death Metal mit Folklore aus dem mittleren Osten verbindet und ebenfalls sehr empfehlenswert ist.
Ich hoffe, dass mein Beitrag hier die Band bei einigen zurück ins Gedächtnis ruft oder aber jüngere und neue User dazu bringt sich mit den Franzosen einmal auseinanderzusetzen.




