Hier mal ein Überblick über ihr Schaffen.

Das Debüt "The Karelian Isthmus" offeriert uns atmosphärischen Death-Metal vom Feinsten, wo sich spätere Grosstaten schon deutlich abzeichnen. Jeder Fan härterer Metalmusik muss seine helle Freude dran haben. Oftmals birgt der Death Metal ein unglaubliches Potenzial, siehe auch Therion. 8/10

"Tales from the thousand lakes" ist ein absolut ungewöhnliches, mutiges und atmosphärisches Meisterwerk, das genreübergreifend funktionniert. Death Metal trifft auf folkloristische Töne, melodische Gitarrensoli treffen vermehrt auf Synethesizer, harte und doch stets gut verständliche Growls treffen auf düsteren Klargesang und trotzdem klingt alles wie aus einem Guss. Ein absoluter Meilenstein. 10/10

"Elegy" ist ein transitionelles Album, bei dem Amorphis mit neuem Sänger in folkloristischere und progressivere Gefilde gehen, dabei aber noch vermehrt auf die Härte der früheren Tage setzen. Der Mix kann sich durchaus sehen lassen und das Album wächst mit der Zeit sehr. 8,5/10

"Tuonela" geht nun völlig von den Death-Metal Wurzeln der Band weg und beginnt die progressive Phase der Band mit mehr folkloristischen und auch jazzigen Tönen und einer sehr entspannenden, transzendenten Atmosphäre. Auch wenn es dem Album an einem echten Überflieger fehlt, so ist der Gesamteindruck durch die Bank sehr stark und homogen und die Band fühlt sich in diesen Gefilden hörbar wie zu Hause, als hätten sie solche Alben schon immer gemacht. 9,5/10

"Am Universum" ist ein absolutes Wahnsinnsalbum, das in meiner ewigen Top 3 Liste steht und fest verankert ist. Selten hat mich ein Album so umgeworfen. Man kann es eigentlich entweder nur verstehen und abgöttisch lieben oder schulterzuckend links liegen lassen. In bester Progressive Rock Manier servieren die Finnen hier einen melancholischen Ohrwurm nach dem Anderen, vermischen Lunge-Sounds mit jazzigen Saxophonen, verklärte Klaviertöne mit völlig entrückten Gitarrensoli und dazu kommt ein kongenialer Gesang und ziemlich mysteriöse, kryptische Texte. Das Cover passt perfekt und sorgt für ein zusätzliches Mysterium. 10/10

Das schwächste Album der Finnen heisst "Far from the sun", denn hier kann man deutlich hören, dass sie kurz vor dem Split mit ihrem Sänger standen. Es ist ein recht ruhiges, progressives Album, aber dem Werk fehlt es an Aggressivität und Tiefe und das Ganze hat mit Metal kaum mehr etwas zu tun. Aufgewertet wird das Werk durch die offizielle amerikanische Version, beziehungsweise in Europa durch die Wiederveröffentlichung, die fünf wirklich schöne Bonustracks enthält, die besser als der gesamte schwache Mittelteil des Albums sind und fast allesamt Hitpotenzial haben. 7,5/10

Eine Rückkehr zu alter Stärke mit einem neuen charismatischen Sänger bietet uns "Eclipse", das Album, das mich damals zu Amorphis brachte. Von verträumten Folkballaden bis zu melodischen Vorschlaghämmern mit genialen Growls und vermehrten elektronischen Spielereien bekommt man hier ein tolles und abwechslungsreiches Album geliefert. 9,5/10

"Silent waters" ist das emotionalste Werk der Band und das düsterste seit langer Zeit. Hier wird wieder in den Strophen vermehrt gegrowlt, während die melodischen und epischen Refrains fast allesamt Ohrwürmer sind. Diese Mischung klingt nicht aufgesetzt wie bei vielen ordinären Gothic-Kapellen, sondern klingt flüssig und majestätisch und sollte gerade Fans der ersten drei Scheiben gut zusagen. 9,5/10

Die erste Hälfte des Albums "Skyforger" ist voller unglaublicher Melodien und enthält Songs, die streckenweise zum Allerbesten gehören, was die Band jemals abgeliefert hat. Leider wird dieser Faden und diese Magie in der zweiten Hälfte ein klein wenig verloren. 9/10

Das aktuelle Werk "The beginning of times" ist voller feinsinniger Melodien und klingt progressiver und schlüssiger denn je. Man agiert etwas folkloristischer und epischer als auf den letzten Scheiben und hat hin und wieder auch ein paar unaufdringliche weibliche Gesangspassagen mit dabei. Es ist das Album mit den meisten Songs in der offiziellen Diskografie der Band und Ausfälle finden sich exakt gar nicht darauf. Objektiv gesehen ist das hier das beste Album der neuen Phase mit Tomi Joutsen. 9,5/10
Ich möchte anmerken, dass auch die drei EPs (Privilege of Evil (8,5/10), Black Winter Day (10/10), My Kantele (10/10)) absolut empfehlenswert sind.
So und jetzt los, anhören, geniessen, kaufen!









