Dark Tranquillity

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Abbath
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Dark Tranquillity

#1

Beitrag von Abbath »

Ich weiß zwar nicht, wie viele hier ich mit diesem Thema begeistern kann, aber da ich in letzter Zeit wieder viel Melo-Death höre, wollte ich auch mal einen Thread zu einer der imo besten Bands dieses Genres erstellen.

Die Rede ist von den Schweden Dark Tranquillity, die ähnlich wie ihre Kollegen von In Flames Mitte der 90er einige Meilensteine des Melodic Death Metals veröffentlicht haben und ebenfalls in den folgenden Jahren ihrem Sound einer starken Modernisierung unterzogen, wenn gleich man sie auch heute noch klar als Melodic Death Metal Band klassifizieren kann.

Nahezu jedes Album bewegt sich auf einem qualitativ hohen Level, einen richtigen Ausfall hatten DT imo bisher nicht in ihrer Diskographie.

Was mir besonders an der Band gefällt, ist diese Melancholie im Sound, dieses Schwermütige - ein Stilmittel, welches auch bei den klassischen Alben immer wieder prägend war, wodurch der Stilwechsel auch nicht so überraschend kam. DT hatten immer schon eine gewisse Nähe zum Dark/Gothic Metal (allein durch die Cleanstimme von Sänger Mikael Stanne). Hinzu kommen aber die durchweg starken Riffs und vor allem die abwechlungsreiche, teilweise auch extreme Rhythmussektion (Anders Jivarp an den Drums ist einfach ein Tier!), bei der auch mit Blastbeats und dergleichen nicht gegeizt wird.

Um sich ein Bild zu verschaffen, hier mal ein Überblick über die 10 Studio-Alben.

01 Skydancer (1993)
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--> Das Debüt ist grade im Vergleich zu In Flames extrem interessant. Während der spätere DT-Sänger Mikael Stanne deren Debüt Lunar Strain einsang, hört man hier auf "Skydancer" Anders Friden, den späteren IF-Sänger. :lol: Auf dem Debüt klingen Dark Tranqullity natürlich noch sehr wild und ungestüm. Die Songs weisen eine hohe Komplexität auf, weswegen ich mich auch bis heute etwas mit dem Werk schwer tue. Im Vergleich mit In Flames liefern DT aber das insgesamt bessere Debüt ab. Reinhören lohnt sich hier imo schon.

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02 The Gallery (1995)
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--> BÄM! Was ein Album! Ein absoluter Klassiker des melodischen Death Metals und wiederum im Vergleich zu In Flames (drängt sich einfach immer auf) ein gänzlich anderes Album. "The Gallery" setzt weniger auf Atmosphäre sondern auf Riffs, RIffs und nochmal Riffs. Die Songs stecken voller Details, was hier am Schlagzeug abgeht sucht seinesgleichen - wiederum ein recht komplexes Werk, welches aber deutlich leichter zündet als noch das Debüt. Und auch hier packen DT schon einige neue Elemente in ihren Sound wie bspw. Frauengesang (besagte Nähe zum Gothic Metal). Auf "The Gallery" ist nun auch Mikael Stanne hinterm Mikro vertreten, der einen astreinen Job abliefert mit seinem fast schon Black Metal artigen Gekeife. Imo ein Album, welches man als Fan des Genres gehört haben MUSS!

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03 The Mind's I (1997)
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--> Der Nachfolger haut in dieselbe Kerbe, zeigt sich aber noch atmosphärischer und experimenteller. Die normalen Melo-Death Songs wurden deutlich kürzer, schaffen es aber dennoch in der kurzen Zeit, viele Ideen und Melodien zu verarbeiten. Richtig stark sind hingegen die längeren Tracks wie "Hedon" oder "Insanity's Crescendo" (wieder mit starken Frauengesang), die die eingangs beschriebene Melancholie immer stärker im Sound der Band verankern. Imo leicht schwächer als "The Gallery", aber immer noch ein Klassiker.

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Einer meiner Lieblingssongs

04 Projector (1999)
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--> Auch wenn ich anfangs sagte, dass der Stilwechsel sich sukzessive angedeutet hatte, so kommt der Umbruch mit diesem Album schon überraschend, da er so abrupt stattfindet. "Projector" ist streng genommen ein reines Dark/Gothic Metal Album, auf dem Stanne seine so markante tiefe Bassstimme extrem oft einsetzt. Auch die Songs sind vom Tempo deutlich gedrosselt, man setzt mehr auf Keyboards als auf Riffs. Dennoch ergeben sich so einige packende Momente auf dem Album, die man sich vor allem unterm Kopfhörer sehr gut geben kann. Insgesamt lege ich persönlich die Scheibe jedoch eher selten auf, da sie einen auch runterziehen kann.

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05 Haven (2000)
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--> Streng genommen eigentlich als Vorgänger von "Projector" besser gewesen. Auf Haven verschwindet der Clean-Gesang wieder gänzlich, auch setzen DT wieder mehr auf ihr Gitarrenspiel, dennoch bleiben die schwermütige Stimmung und das gemächliche Tempo erhalten. Die Songs sind sehr eingängig, insgesamt aber teilweise zu gleichförmig. Speziell die zweite Albumhälfte enthält aber einige starke Songs, die durchaus auch schon aufzeigen, dass sich DT zwei Jahre später wieder zu ihren Wurzeln orientieren.

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06 Damage Done (2002)
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--> Mein erstes DT Album ist auch eines ihrer stärksten. Bei dem Teil kann man ohne zu überlegen wieder von einem astreinen Melo Death Album sprechen, welches aber die melancholischen Elemente sowie die Synths im Sound beibehält. Die Songs ziehen das Tempo wieder an, es gibt wieder dieses tolle, melodische Gitarrenspiel und es reiht sich ein Hit an den anderen. Gehört ganz klar in meine Top 3!

Hier mal der imo beste DT Song überhaupt:
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07 Character (2005)
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--> DT gehen noch einen Schritt zurück und liefern mit "Character" streng genommen eine modernisierte Fassung von "The Gallery" ab. Die Drums plätten alles in Grund und Boden, die Spielfreude ist qualitativ nah dran am besagten Klassiker und auch Stanne growlt wieder deutlich höher, als noch auf den 3 Alben zuvor. Hab das Album seit Erscheinungstag und es hat seitdem nix von seiner Klasse verloren. DIe ersten 7 Songs sind extrem stark, teilweise weltklasse. Das DIe zweite Hälfte fällt dagegen leider etwas ab, liefert mit "My Negation" aber zum Schluss einen der atmosphärisch stimmigsten DT Songs überhaupt ab.

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08 Fiction (2007)
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--> Quasi das Best-Of Album der Band. Auf "Fiction" kombinieren die Jungs alle ihre bisherigen musikalischen Stile miteinander. Es gibt klassische Melo Death Songs mit tollen Riffs, Melodien und rasanten Drumming ("Blind At Heart", "Empty Me", Focus Shift"), aber auch Songs, die durchaus auf "Projecor" oder "Haven" hätten stehen können ("Icipher", "The Mundance And The Magic"). Ein dennoch rundes Album, welches ich immer noch als eines ihrer stärksten betrachten würde.

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09 We Are The Void (2010)
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--> Auf dem Album ändern DT ihren Stil erneut und rudern wieder etwas zur "Projector/Haven"-Zeit zurück. Jedoch klingen sie deutlich härter, kühler - ein gewisses Industrial-Feeling kommt imo teilweise auf. Insgesamt ein sehr "negatives" Album, welches mir leider auch nicht gänzlich gefallen mag, da mir hier die Melodien zu kurz kommen.

Als Beispiel für diese Negativität dient wohl am besten dieses Stück:
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10 Construct (2013)
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--> Das bis heute letzte Album greift den Stil des Vorgängers auf, orientiert sich aber auch wieder an den eher melodischeren Werken. "Construct" ist dennoch erneut wieder eher Dark als Melodic Death Metal und kostet die melancholischen Spielerereien im Sound, die sich die Band mit den Jahren angeeignet hat, voll aus. Ich fand das Album von Beginn an stark und bin gespannt, in welche Richtung DT mit ihrem neuem Album (erscheint im November diesen Jahres) nun tendieren werden.

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Hier mal eine abschließende Liste:

01 The Gallery
02 Damage Done
03 Fiction
04 The Mind's I
05 Construct
06 Character
07 Haven
08 Projector
09 We Are The Void
10 Skydancer

Was haltet ihr von der Band und ihren unterschiedlichen Stilen?
"There is a road, that I must travel. May it be paved or unseen..." (Disillusion - Back to Times of Splendor)

https://www.musik-sammler.de/sammlung/gloin/
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Re: Dark Tranquillity

#2

Beitrag von Orkboss »

Dark Tranquillity stehen schon lange auf meiner "Ich muss mich mehr mit ihnen beschäftigen" Liste, ich komme nur irgendwie nie dazu...
Ich habe die Projector und die Fiction, ich finde beide ziemlich gut, auch wenn die Fiction ganz klar vorne liegt. Irgendwann werde ich mal mehr anhöre.
Aber gut dass hier endlich mal Ein Thema zu der Band eröffnet wurde :up:
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#3

Beitrag von Orkboss »

Nachdem es in diesem Thread ein wenig ruhig war und das letzte Album "Atoma" nicht mal erwähnt wurde kommt jetzt hier wenigstens eine Neuankündigung: Am 20.11.2020 kommt ein neues Dark Tranquillity Album mit dem Namen "Moment" heraus.

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1. Phantom Days
2 . Transient
3 . Identical to None
4 . The Dark Unbroken
5 . Remain in the Unknown
6 . Standstill
7 . Ego Deception
8 . A Drawn Out Exit
9 . Eyes of the World
10. Failstate
11 . Empires Lost to Time
12 . In Truth Divided

Den ersten Vorabsong in Form des Openers gibts auch schon:


Die letzten Alben von Dark Tranquillity waren auf einem soliden hohen Niveau ohne allerdings herausragend zu sein. Vom Stil her geht es auf jeden Fall in die gleiche Richtung, mal sehen wie der Rest des Albums wird. Ich freue mich auf jeden Fall. :)

Ach ja, ich persönlich finde das Cover richtig schön, mir gefällt dieser Stil :super:
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Quebec-weekend-warrior89
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#4

Beitrag von Quebec-weekend-warrior89 »

Mir hat Atoma auf Grund der starken atmosphärischen Elemente gut gefallen. Ich werde in das neue Album auch hinein hören. Soilwork finde ich in dem Genre derzeit noch stärker, ihr letztes Album war sehr vielschichtig und einprägsam und die letzten drei Singles waren schön deftig. In Flames hingegen haben derzeit eine Schwächephase, das letzte Album war durchwachsen und die Neuvertonungen von Clayman sind ein Desaster.
''Hanako and the Suicide Forest'': http://kluseba.eklablog.com/hanako-and- ... a187892062 (Mai 2020)
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#5

Beitrag von Orkboss »

Quebec-weekend-warrior89 hat geschrieben:
11. Sep 2020 17:00
In Flames hingegen haben derzeit eine Schwächephase, das letzte Album war durchwachsen und die Neuvertonungen von Clayman sind ein Desaster.
Ja und Amen. Wobei "I, The Mask" durchaus hörbar ist, auch wenn es seine Schwächen hat und der Stil der Band mit den aktuellen Dark Tranquillity nicht mehr viel gemeinsam hat.
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