Euer letztes Konzert

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Re: Euer letztes Konzert

Beitrag #466 von ZoSo_Capricorn » 28. Jun 2019 13:32

Das Phänomen des Schlechtredens kenne ich auch nur zu gut. Und wenn man noch jünger ist, ist man empfänglicher dafür. Je älter ich werde, desto weniger lass ich mir reinreden. Ich habe das Gefühl, dass viele Metaller etwas entweder extrem gut oder schlecht finden. Entweder liebt oder hasst man eine Band. Was dazwischen existiert irgendwie nicht. Klar gibt es viele Geschmäcker, aber diese Tendenz zu diesen beiden Extremen ist mir immer mal wieder aufgefallen, ohne da jetzt eine Statistik zu geführt zu haben.

Zum Teil kenne ich es ja auch von mir selbst, wenn mir eine Band komplett missfällt. Oder gleich ein ganzes Genre, wie Metalcore (mit sehr wenigen Ausnahmen). Naja, aktuell geht mir das mosern eher auf den Sack. Ich lasse mich eher auf die Bands ein und versuche positiver an die Musik ranzugehen.
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Re: Euer letztes Konzert

Beitrag #467 von Quebec-weekend-warrior89 » 28. Jun 2019 17:54

Das ist ein grossartiger Bericht :super:

Ich mochte die Band auch irgendwann mal live erleben. Terminlich hat es bislang leider nie gepasst. Aber irgendwann werde ich das schon noch gebacken bekommen :D
''Perspectives'' - a short story: http://kluseba.eklablog.com/perspective ... -c31001958 (November 2019)
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Re: Euer letztes Konzert

Beitrag #468 von ZoSo_Capricorn » 28. Jun 2019 18:15

Quebec-weekend-warrior89 hat geschrieben:Das ist ein grossartiger Bericht :super:

Ich mochte die Band auch irgendwann mal live erleben. Terminlich hat es bislang leider nie gepasst. Aber irgendwann werde ich das schon noch gebacken bekommen :D


Metallica spielen ja relativ häufig in Kanada. Da sollte auch mal ein Quebec Termin drin sein. ^^

Nebenbei bemerkt: Ich bin ein bisschen neidisch, dass du in Kanada an der Quelle vom richtig heißen Scheiß der aktuellen Heavy Metal Szene bist. Wobei das vielleicht auch relativ ist, weil Kanada durchaus weitläufig sein kann. :D
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Re: Euer letztes Konzert

Beitrag #469 von chemicalwedding » 29. Jun 2019 15:56

ZoSo_Capricorn hat geschrieben:Das Phänomen des Schlechtredens kenne ich auch nur zu gut. Und wenn man noch jünger ist, ist man empfänglicher dafür. Je älter ich werde, desto weniger lass ich mir reinreden.


genau, und ich hoffe ich bin in der Zwischenzeit alt genug, dass ich mir nicht mehr so viel "einreden" lasse. ;)

Wobei ich auch noch erwähnen will, dass meine damaligen Kumpels (die meisten waren jahrelang beinharte Metaller, aber von denen hört heute kaum einer noch Metal) mir damals auch viele tolle Tips gegeben haben was es in der Metal-Welt damals alles so gegeben hat. Ohne die wäre ich vielleicht nie auf Bands wie z.B. Vicious Rumors, Riot oder Candlemass gestossen. Auf Grund meiner knappen Finanzen war ich damals auch sehr froh, wenn mir jemand ein Album auf Tape kopiert hat. Später habe ich mir die meisten Sachen dann auf CD geholt. Vieles was ich damals kennengelernt habe, höre ich mir noch heute an.
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Re: Euer letztes Konzert

Beitrag #470 von flocki78 » 8. Jul 2019 16:33

Metallica Berlin Olympiastadion . Es war großartig .
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Re: Euer letztes Konzert

Beitrag #471 von avd700 » 8. Jul 2019 22:08

Ritchie Blackmore`s Rainbow am 12.06 in der Münchner
Olympiahalle!!

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Re: Euer letztes Konzert

Beitrag #472 von Dorschbert » 21. Jul 2019 13:52

Gestern war ich bei den indischen Thrashern von Kryptos in Monheim.

Das Konzert war in 'nem ziemlich kleinen Club (Sojus 7) vor rund 120 Zuschauern und hat im VVK fanfreundliche 12,52 EUR gekostet.

Die Vorbands waren jetzt nicht so ganz meine Baustelle, aber Kryptos haben sich echt den Allerwertesten abgespielt. Super Sound, geile Stimmung, coole Setlist und Fannähe vor, während und nach dem Konzert :bang:
"Der Mensch strebt nicht nach Gleichheit, sondern danach, an der Ungleichheit als Privilegierter teilzuhaben."

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Re: Euer letztes Konzert

Beitrag #473 von Irenicus » 12. Aug 2019 21:53

Samstag war ich mit meinem besten Kumpel bei Assemblage 23 im Kulttempel, Oberhausen. Das ist direkt bei der Turbinenhalle, die ja vielen ein Begriff für Metalkonzerte sein wird. Musikalisch wird es wohl kaum jemanden hier interessen, das ist (laut Wiki) eine Mischung aus Futurepop, Electro-industrial, Synthpop und Electronic body music. Ich bin eigentlich nur mitgekommen, weil er mich gefragt hat. Eigentlich ist/war es nicht meine Musik, aber dann hab ich vorher mal etwas reingehört, was mich dann letztens überzeugt hat, mitzukommen. Die Texte sind wirklich gut und tiefsinnig, ich mag die Atmosphäre, die rübergebracht wird und tanzen lässt sich dazu sowieso sehr gut. Die Stimmung war live toll und es hat Spaß gemacht in dem recht kleinen Club. So hab ich dann mal eine neue Richtung/Künstler für mich entdeckt und mein Kumpel musste nicht alleine hin und konnte so von mir auch noch ein Foto mit seiner Lieblingsband (die er zum ersten Mal live gesehen hat) machen lassen, worüber er außerordentlich dankbar war. Vorband war Blume, stilistisch ähnlich wie Assemblage 23, etwas seichter, aber auch nicht schlecht. Toller Abend jedenfalls.

Hier mal zwei Songs, falls es jemanden interessiert:
https://www.youtube.com/watch?v=s6iTcKetBkg

https://www.youtube.com/watch?v=htGJ0IEm3bI
Je mehr sich die Dinge ändern, um so mehr bleiben sie gleich.

- Alphonse Karr
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Re: Euer letztes Konzert

Beitrag #474 von ZoSo_Capricorn » 18. Aug 2019 14:57

Death Angel, 12.8. in Bastard Club, Osnabrück

Letzten Montag war ich zum ersten Mal im Bastard Club. Er ist mir ja schon häufiger bei Tourplakaten aufgefallen und auch hier im Forum gab es einige Berichte aus dem Club. Es spielten die Thrashlegenden Death Angel, denen ich seit dem Metalfest Dessau 2012 verfallen bin. Damals haben sie mich mit "The Ultra Violence" absolut weggeblasen. Einer der wenigen Konzerte bei denen ich nach dem Konzert direkt zum Merchstand gegangen bin und mir ein Shirt geholt habe. Sieben Jahre später spielen sie nicht an der frischen Luft, sondern im versifften, stickigen und dadurch großartigem Bastard Club, der mir sofort sympathisch war. Nach dem Konzert sogar noch mehr.

WIr kamen pünktlich zur einzigen Vorband "Pankration", einer stilistisch sehr abwechslungsreichen Band unter dem death-metallischem Hard Rock Gewand. Die Band nimmt sich nicht todernst und hat durchaus gut gespielt. Sehenswert sind sie schon, aber zu 100% haben sie nicht überzeugt. Ich hatte den Eindruck einer Death Metal Spaß Band. Ansage: "Wir sind hier im Bastard Club. Leider haben wir keinen Song mit 'Bastard' im Titel, also spielen wir jetzt 'Motherfucker'!". Ich glaube das fasst die Band ganz gut zusammen.

Death Angel kamen nach einer kurzen Umbauphase zügig auf die Bühne. Das Publikum zeigte sich für einen Montagabend außerordentlich begeisterungsfreudig und der Moshpit fing direkt an zu rotieren. Auch wenn der Platz vor der Bühne echt ziemlich klein ist. Vielleicht war die Atmosphäre gerade deswegen so gut, weil man das Gefühl hatte, mehr Leute gehen ab. Die Setlist ließ sich sehen und sie spielten eine gute Mischung aus alten und neuen Sachen. Vom neuesten Album Humanicide spielten sie nur 2 Songs, den Titeltrack und das hammergeile "I Came for Blood", das die Menge einheizte. RIchtig geile Thrashnummer mit gehörigem Punk Einfluss. Der einzige Punkt an dem Abend, den ich Death Angel persönlich übel nehme war folgender: Sie hatten gerade einen Song beendet und für ein paar Sekunden Pause gemacht. Da rufe ich auf die Bühne "Play The Ultra Violence!". Und was passiert? Die fangen echt an, das Intro von Ultra Violence zu spielen! In dem Moment dreht sich ein Fan vor mir in der Menge um, greift sich mit beiden Händen an den Kopf und schreit mich fassungslos vor Freude an, was ich ihm gleichtue. Was für ein geiler Moment dachte ich mir. Doch dann hören sie nach dem Intro auf und spielen doch glatt einen anderen Song. Da war die Enttäuschung doch ziemlich groß, weil ich den Song seit Ewigkeiten nicht mehr live gehört habe. Diese Säcke ködern mich und lassen mich dann fallen. :motz:

Abgesehen davon war der Abend aber wirklich super. Die Band war gut drauf und die Leute auch. Es hat eine Menge Spaß gemacht. Die Shirts waren leider bei 25€ und da ich sowieso nicht so flüssig bin, wurde mir die Entscheidung im Vorhinein abgenommen. Death Angel lohnen sich immer.
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Re: Euer letztes Konzert

Beitrag #475 von ZoSo_Capricorn » 18. Aug 2019 18:05

17.8.19 Turock Open Air, Essen


Gestern ging es zum Turock Open Air in Essen. Leider konnte ich nicht alle Bands sehen, weil ich noch arbeiten musste. Nach der Arbeit schnell das Mittagessen eingenommen, fix ins Büdchen, um drei Bier einzusacken und dann ab in die S-Bahn nach Essen. Dreiviertelstunde durch den Regen. Es war nicht das beste Wetter für ein Open Air, aber so war ich mir doch recht sicher, dass ich auch sicher reinkommen werde. Vor ein paar Wochen beim "Nord Open Air" (das zweite Umsonst & Draußen Festival in Essen), konnten viele nicht mehr zum Headliner Sodom rein. Das Problem würde ich nicht haben. In Essen angekommen war das Wetter leider immer noch nicht besser und ich stiefelte durch den Regen zum Viehofer Platz, zum Glück mit Kapuzenpulli. Ein Hoch auf die Kapuze!

Beim Festivalgelände angekommen habe ich noch den letzten Song von Skeletal Remains mitbekommen, die sich recht ordentlich anhörten. Schwer zu beurteilen, nach nur einem Song, aber trotzdem hätte ich gerne mehr von ihnen gehört. Werde ich mal weiter beobachten. Stilistisch im Bereich Melodic Death einzuordnen, schätze ich.

Dann schnell Pinkelpause nach 1,5 Litern einlegen war angebracht, mit anschließender Weiterversorgung durch Bier. Mit 4€ für 0,4l war es für das Festival in Ordnung. Ist ja schließlich umsonst. Leider kostet das Bier das gleiche, wenn man im Turock Club ist, was ich dann doch zu teuer finde. Naja, das ist ne andere Geschichte.

Kommen wir zu Attic, von denen ich ja ein sowieso ein großer Fan bin. Trotzdem haben sie mich gestern nochmal eine Nummer mehr begeistert als sonst, weil sie zwei großartige Songs gespielt haben. Einmal haben sie von der aktuellen "Sanctimonious" das Meisterwerk "Dark Hosanna" gespielt. Das Lied ist alles was ich von einer Powerballade erwarte. Die Tragik der Strophe ist mit jedem Saitenanschlag und jeder Zeile zu spüren. Die Power und der Drive des Refrains wird durch den Text forciert bis das Lied im Gitarrensolo endet, dass einfach perfekt ist und fast schon nebenbei ganz klassische Rockelemente zitiert. Der absolute Wahnsinn! Damit ist schonmal ein Wunsch in Erfüllung gegangen. Der Rest des Sets war das, was man von einem Festival Set erwarten kann. Doch das, was den Auftritt dann erst richtig erinnerungswürdig gemacht hat, war die Zugabe. Attic stimmten nämlich ein Judas Priest Cover von "Between the Hammer and the Anvil" an. Nur ein Wort: Göttlich! Zugegeben, der Judas Priest Katalog ist immens. Da ist es fast unmöglich eine schlechte Wahl zu treffen. Tendenziell liegen da die etwas bekannteren Songs näher als "Between the Hammer and the Anvil". Umso erfreulicher, dass sie es gewählt haben, denn auch hier: Dieses Riff geht so massiv nach vorne und die Leadgitarre in der zweiten Strophe und diese geilen Lyrics, wie "Storm warning / But there's no fear" oder "The sinner / will testify" oder nach dem Solo dann "Transgression / They prey on grief". Einige Songs leben von diesen perfekt platzierten Texten. "Between the Hammer and the Anvil" ist einer davon. Das witzige ist, ich habe ja vorher mal nachgeschaut welche Songs sie zuletzt so gespielt haben und habe den Song schon gesehen, aber bei einem 40 Minute Set hätte ich nicht erwartet, dass sie den spielen. Als dann die ersten zwei Akkorde ertönten war ich überglücklich. Am Ende hat mir noch ein nettes Paar die Setlist gegeben, die in der ersten Reihe für Riot V angestanden haben. Sehr coole Fans, denn er hatte eine Stofftier-Robbe auf seiner Kutte auf der Schulter.

Pinkeln, Bier und warten auf Riot V. Ich habe mich nicht viel mit Riot beschäftigt, weshalb ich den Legendenstatus nicht ganz nachempfinden kann. Nach dem Konzert konnte ich mir aber schon sehr gut vorstellen, warum. :) Die Band hat sehr gut gespielt und besonders der Gitarrensound war hervorragend. Es war eine Freude den Gitarristen zuzusehen. Der Sänger hatte auch einige sehr gute Momente mit durchdringenden Screams. Wie gesagt, bin ich nicht ganz so in der Materie drin, aber als Weiterführung des Originials, nachdem Mark Reale gestorben ist, finde ich den Auftritt sehr gelungen. Die Band hatte Freude und dem Publikum hat es auch Freude bereitet. Das ist die Hauptsache, von daher sehe ich hier auch keinen "Money Grab" seitens dieser Band. Besonders gefallen hat "Storming the Gates of Hell".

Während des Riot V Auftritts habe ich Bekanntschaft mit einem Gleichgesinnten gemacht. Nachdem ich ihm erklärte, dass ich besonders den Sound der Gitarren gut fand, ermahnte er mich mit "Ja, der Bass war aber genauso gut!", woraufhin sich die Frage danach, ob er ein Instrument spiele, erübrigte. Nach gemeinsamen Pinklen (an der Pissrinne!) gab er mir ein Bier aus. Guter Mann! Leider konnte ich ihm keins mehr ausgeben, weil er kein Interesse an den Folgebands hatte.

Das sollte sich als Fehler herausstellen. Legion of the Damned bauten eine solide Death Metal Wand auf. Kann man sich gut geben, wenn sie mal auf einem Festival spielen, aber so richtig hat es mich nicht aus den Socken gehauen. Zumindest nicht gestern, weil ich nicht auf Krawall gebürstet war. Der Moshpit erfreute sich zahlreichem Beistand, was bestätigte, dass die Band ihre Daseinsberechtigung verdient hat.

Da ich jedoch dem Auftritt von Queensryche entgegenfieberte, habe ich mich in weiser Voraussicht schon beim letzten Song verabschiedet, um für Queensryche vorne zu sein. Auch hier habe ich präventive Maßnahmen ergriffen und mir gleich zwei Bier mitgenommen :D . In der zweiten Reihe herrschte ein bisschen Unmut, weil sich ein älteres Ehepaar mit einem "Jungspund" anlegte. Warum genau, weiß ich nicht, aber mir schien es so, als sei das Ehepaar ein bisschen spießig unterwegs. Naja, zum Glück fuhr ein Rollstuhlfahrer vor und trennte die Zankhähne voneinander. Wirklich spannend was man alles erlebt. Während die Road Crew aufbaute konnte man Todd la Torre im hinteren Bühnenteil herumstreunern sehen, er war gut gelaunt. Wenig später ging es dann auch endlich los! Das Set war zweigeteilt. Während man im ersten Teil hauptsächlich neuere Titel spielte, kamen später die ganzen Klassiker. Ich bin ja fanatischer Operation Mindcrime und "alte Sachen" Fan, von daher hatte ich zu den neueren Titeln wenig persönlichen Bezug, was aber nicht schlimm war. Denn diese Band ist der Hammer! Technisch sehr sauber, auf eine gute Art. Nicht auf die klinische, bei der keine Emotionen rüberkommen (wie das manchmal bei Progressive sein kann). Ich wusste nicht, wie gut und sympathisch der alte Michael Wilton ist. Insbesondere im zweiten Teil des Sets, ab "Queen of the Reich" wurde mir bewusst warum ich diese Band unbedingt sehen wollte. Außer zwei Einschüben spielten sie danach "Silent Lucidity", "Operation Mindcrime" (YES!), "Take Hold of the Flame" (Großartig!), "Eyes of a Stranger" (AAAAAARGH! ENDLICH EYES OF A STRANGER GEHÖRT), "Jet City Woman" (passend mittlerweile mit einer gleichgesinnten hübschen Frau im Arm :D ) und "Empire".

Wenn man so viele geniale Songs hintereinander hört kann man gar nicht anders als begeistert sein. Es war ein durchweg sehr gelungener Abend. Bei diesen Bands hätte man davon ausgehen können, aber ein paar Momente haben den Abend besonders erinnerungswürdig gemacht. Das Priest Cover von Attic und den krönenden Abschluss von Queensryche werde ich noch länger in guter Erinnerung behalten.
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Re: Euer letztes Konzert

Beitrag #476 von maidenpriest » 19. Aug 2019 15:40

ZoSo_Capricorn hat geschrieben:17.8.19 Turock Open Air, Essen


Gestern ging es zum Turock Open Air in Essen. Leider konnte ich nicht alle Bands sehen, weil ich noch arbeiten musste. Nach der Arbeit schnell das Mittagessen eingenommen, fix ins Büdchen, um drei Bier einzusacken und dann ab in die S-Bahn nach Essen. Dreiviertelstunde durch den Regen. Es war nicht das beste Wetter für ein Open Air, aber so war ich mir doch recht sicher, dass ich auch sicher reinkommen werde. Vor ein paar Wochen beim "Nord Open Air" (das zweite Umsonst & Draußen Festival in Essen), konnten viele nicht mehr zum Headliner Sodom rein. Das Problem würde ich nicht haben. In Essen angekommen war das Wetter leider immer noch nicht besser und ich stiefelte durch den Regen zum Viehofer Platz, zum Glück mit Kapuzenpulli. Ein Hoch auf die Kapuze!

Beim Festivalgelände angekommen habe ich noch den letzten Song von Skeletal Remains mitbekommen, die sich recht ordentlich anhörten. Schwer zu beurteilen, nach nur einem Song, aber trotzdem hätte ich gerne mehr von ihnen gehört. Werde ich mal weiter beobachten. Stilistisch im Bereich Melodic Death einzuordnen, schätze ich.

Dann schnell Pinkelpause nach 1,5 Litern einlegen war angebracht, mit anschließender Weiterversorgung durch Bier. Mit 4€ für 0,4l war es für das Festival in Ordnung. Ist ja schließlich umsonst. Leider kostet das Bier das gleiche, wenn man im Turock Club ist, was ich dann doch zu teuer finde. Naja, das ist ne andere Geschichte.

Kommen wir zu Attic, von denen ich ja ein sowieso ein großer Fan bin. Trotzdem haben sie mich gestern nochmal eine Nummer mehr begeistert als sonst, weil sie zwei großartige Songs gespielt haben. Einmal haben sie von der aktuellen "Sanctimonious" das Meisterwerk "Dark Hosanna" gespielt. Das Lied ist alles was ich von einer Powerballade erwarte. Die Tragik der Strophe ist mit jedem Saitenanschlag und jeder Zeile zu spüren. Die Power und der Drive des Refrains wird durch den Text forciert bis das Lied im Gitarrensolo endet, dass einfach perfekt ist und fast schon nebenbei ganz klassische Rockelemente zitiert. Der absolute Wahnsinn! Damit ist schonmal ein Wunsch in Erfüllung gegangen. Der Rest des Sets war das, was man von einem Festival Set erwarten kann. Doch das, was den Auftritt dann erst richtig erinnerungswürdig gemacht hat, war die Zugabe. Attic stimmten nämlich ein Judas Priest Cover von "Between the Hammer and the Anvil" an. Nur ein Wort: Göttlich! Zugegeben, der Judas Priest Katalog ist immens. Da ist es fast unmöglich eine schlechte Wahl zu treffen. Tendenziell liegen da die etwas bekannteren Songs näher als "Between the Hammer and the Anvil". Umso erfreulicher, dass sie es gewählt haben, denn auch hier: Dieses Riff geht so massiv nach vorne und die Leadgitarre in der zweiten Strophe und diese geilen Lyrics, wie "Storm warning / But there's no fear" oder "The sinner / will testify" oder nach dem Solo dann "Transgression / They prey on grief". Einige Songs leben von diesen perfekt platzierten Texten. "Between the Hammer and the Anvil" ist einer davon. Das witzige ist, ich habe ja vorher mal nachgeschaut welche Songs sie zuletzt so gespielt haben und habe den Song schon gesehen, aber bei einem 40 Minute Set hätte ich nicht erwartet, dass sie den spielen. Als dann die ersten zwei Akkorde ertönten war ich überglücklich. Am Ende hat mir noch ein nettes Paar die Setlist gegeben, die in der ersten Reihe für Riot V angestanden haben. Sehr coole Fans, denn er hatte eine Stofftier-Robbe auf seiner Kutte auf der Schulter.

Pinkeln, Bier und warten auf Riot V. Ich habe mich nicht viel mit Riot beschäftigt, weshalb ich den Legendenstatus nicht ganz nachempfinden kann. Nach dem Konzert konnte ich mir aber schon sehr gut vorstellen, warum. :) Die Band hat sehr gut gespielt und besonders der Gitarrensound war hervorragend. Es war eine Freude den Gitarristen zuzusehen. Der Sänger hatte auch einige sehr gute Momente mit durchdringenden Screams. Wie gesagt, bin ich nicht ganz so in der Materie drin, aber als Weiterführung des Originials, nachdem Mark Reale gestorben ist, finde ich den Auftritt sehr gelungen. Die Band hatte Freude und dem Publikum hat es auch Freude bereitet. Das ist die Hauptsache, von daher sehe ich hier auch keinen "Money Grab" seitens dieser Band. Besonders gefallen hat "Storming the Gates of Hell".

Während des Riot V Auftritts habe ich Bekanntschaft mit einem Gleichgesinnten gemacht. Nachdem ich ihm erklärte, dass ich besonders den Sound der Gitarren gut fand, ermahnte er mich mit "Ja, der Bass war aber genauso gut!", woraufhin sich die Frage danach, ob er ein Instrument spiele, erübrigte. Nach gemeinsamen Pinklen (an der Pissrinne!) gab er mir ein Bier aus. Guter Mann! Leider konnte ich ihm keins mehr ausgeben, weil er kein Interesse an den Folgebands hatte.

Das sollte sich als Fehler herausstellen. Legion of the Damned bauten eine solide Death Metal Wand auf. Kann man sich gut geben, wenn sie mal auf einem Festival spielen, aber so richtig hat es mich nicht aus den Socken gehauen. Zumindest nicht gestern, weil ich nicht auf Krawall gebürstet war. Der Moshpit erfreute sich zahlreichem Beistand, was bestätigte, dass die Band ihre Daseinsberechtigung verdient hat.

Da ich jedoch dem Auftritt von Queensryche entgegenfieberte, habe ich mich in weiser Voraussicht schon beim letzten Song verabschiedet, um für Queensryche vorne zu sein. Auch hier habe ich präventive Maßnahmen ergriffen und mir gleich zwei Bier mitgenommen :D . In der zweiten Reihe herrschte ein bisschen Unmut, weil sich ein älteres Ehepaar mit einem "Jungspund" anlegte. Warum genau, weiß ich nicht, aber mir schien es so, als sei das Ehepaar ein bisschen spießig unterwegs. Naja, zum Glück fuhr ein Rollstuhlfahrer vor und trennte die Zankhähne voneinander. Wirklich spannend was man alles erlebt. Während die Road Crew aufbaute konnte man Todd la Torre im hinteren Bühnenteil herumstreunern sehen, er war gut gelaunt. Wenig später ging es dann auch endlich los! Das Set war zweigeteilt. Während man im ersten Teil hauptsächlich neuere Titel spielte, kamen später die ganzen Klassiker. Ich bin ja fanatischer Operation Mindcrime und "alte Sachen" Fan, von daher hatte ich zu den neueren Titeln wenig persönlichen Bezug, was aber nicht schlimm war. Denn diese Band ist der Hammer! Technisch sehr sauber, auf eine gute Art. Nicht auf die klinische, bei der keine Emotionen rüberkommen (wie das manchmal bei Progressive sein kann). Ich wusste nicht, wie gut und sympathisch der alte Michael Wilton ist. Insbesondere im zweiten Teil des Sets, ab "Queen of the Reich" wurde mir bewusst warum ich diese Band unbedingt sehen wollte. Außer zwei Einschüben spielten sie danach "Silent Lucidity", "Operation Mindcrime" (YES!), "Take Hold of the Flame" (Großartig!), "Eyes of a Stranger" (AAAAAARGH! ENDLICH EYES OF A STRANGER GEHÖRT), "Jet City Woman" (passend mittlerweile mit einer gleichgesinnten hübschen Frau im Arm :D ) und "Empire".

Wenn man so viele geniale Songs hintereinander hört kann man gar nicht anders als begeistert sein. Es war ein durchweg sehr gelungener Abend. Bei diesen Bands hätte man davon ausgehen können, aber ein paar Momente haben den Abend besonders erinnerungswürdig gemacht. Das Priest Cover von Attic und den krönenden Abschluss von Queensryche werde ich noch länger in guter Erinnerung behalten.


Finde es auch immer cool da. Auch bei Kackwetter...

Schade, dann hast Du Against Evil um 16:00 Uhr verpasst! Die waren auch klasse!
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Re: Euer letztes Konzert

Beitrag #477 von Tillmann » 19. Aug 2019 19:51

Schön geschrieben ZoSo!! :super:
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Re: Euer letztes Konzert

Beitrag #478 von Dorschbert » 20. Aug 2019 10:55

Ich war am WE ebenfalls beim turock open air, genau wie drei Wochen vorher beim Nord open air an gleicher Stelle.

Am Freitag habe ich alle Bands bis auf Caliban gesehen: Staredown, Formosa, All Hail the Yeti, Asomvel, Prong und Crossfaith.

Abgesehen von Crossfaith (furchtbarer Trancecore/Metalcore) gab es eigentlich keine Band, die mir gar nicht gefallen hat.

Am Samstag habe ich die Japanische Kampfhörspiele, Against Evil, Riot und Legion of the Damned angeschaut.

Was wie immer echt super war: das Ganze für umsonst und draussen, nette Leute, eine stets gut gelaunte Crew und super Stimmung.
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Re: Euer letztes Konzert

Beitrag #479 von ZoSo_Capricorn » 20. Aug 2019 16:22

Wie waren denn die Bands am Freitag so? Hat eine herausgestochen?
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Re: Euer letztes Konzert

Beitrag #480 von Dorschbert » 21. Aug 2019 15:59

ZoSo_Capricorn hat geschrieben:Wie waren denn die Bands am Freitag so? Hat eine herausgestochen?


Positiv herausgestochen sind Formosa, Asomvel & Prong, negativ wie erwähnt Crossfaith.
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